Visa und Mastercard bleiben auf dem Feld der Kartenzahlungen die Platzhirsche.

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14.05.12
Finanzabteilung

Kartenmarkt: Monnet-Projekt gestoppt

Die europäische Debitkarte als Konkurrenz zu Visa und Mastercard ist gescheitert. Die beteiligten Banken haben das Projekt wegen der unsicheren Geschäftsaussichten gestoppt. Visa und Mastercard werden ihr Duopol im Kartenmarkt behalten können.

Fast zwei Jahre lang hatten 24 Banken aus sieben europäischen Ländern am Monnet Project gearbeitet, nun ist es beendet. Ursachen seien die fehlende gesetzliche Sicherheit und Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells, heißt es in einer Mitteilung des Monnet Project. Ein wichtiger Punkt für das Aus scheint eine Regelung zu den Multilateral Interchange Fees (MIF) zu sein. Diese Gebühren werden bei Kartenzahlungen von der Bank des Händlers an die Bank des Karteninhabers gezahlt, um Serviceleistungen auszugleichen. Die MIF für Kartenzahlungen sind durch Abkommen der beteiligten Händler und der Bankengesellschaft seit 1999 beständig gefallen, wie eine Studie der EZB zeigt. In Spanien beispielsweise sanken die Gebühren für Inlandszahlungen innerhalb desselben Kartenschemas von knapp 1,6 auf 0,6 Prozent der Transaktionssumme. Allerdings schwankt die Gebühr je nach Land und verwendetem Kartenschema teils erheblich. Der Studie zufolge liegen die MIF für Debitkarten bei einem Transaktionsvolumen von 100 Euro in Europa durchschnittlich bei 0,47 Euro. Die Spannweite reicht dabei von 1 Cent bis zu 1,55 Euro.

Im Sommer 2011 hatten die Mitglieder des Monnet Project die EU-Kommission gebeten, Klarheit für kartenbezogene Interbankenentgelte zu schaffen. Wenn die Unsicherheit auf der Einnahmeseite weiter bestehe, könne man das Projekt nicht vorantreiben, hieß es damals in einem Statement. Die Position der Kommission war aber anscheinend für die Banken nicht befriedigend. Das europäische Kartenschema hätte die Interchange Levels, auf die sich die Kommission mit Visa und Mastercard geeinigt hat, akzeptieren müssen. Diese liegen zurzeit für viele europäische Länder bei 0,2 Prozent. Nach Ansicht der Monnet-Project-Mitglieder ist dies kein tragbares Geschäftsmodell. Visa und Mastercard werden ihr Duopol auf weiteres behalten dürfen – mit europäischer Konkurrenz wird es nichts.