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13.12.12
Finanzierungen

Enttäuschung für Preps 2005-2

In dieser Woche sollten Unternehmen das vor sieben Jahren über Preps 2005-2 aufgenommene Kapital zurückzahlen. Doch unerwartet hohe Ausfälle schnitten tief in die geratete B-Tranche. Allein zehn Insolvenzen und eine schwache Zahlungsmoral, etwa bei italienischen Schuldnern, führten zu dem schlechten Abschneiden. Andere CFOs waren nach FINANCE-Informationen schlicht zu wenig vorbereitet.

Mit Preps 2005-2 wurde Anfang der Woche wieder eine Transaktion des Marktführers Preps (Capital Efficiency Group/ HypoVereinsbank) fällig. Das Mezzanine-Programm schneidet in der Reihe der vier Transaktionen  deutlich am schwächsten ab (vgl. etwa Preps 2005-1). Lediglich 38 von ursprünglich 62 Unternehmen haben ihre Genussrechte vollständig zurückgezahlt. Insgesamt beläuft sich das Volumen der Tilgung auf 197 Millionen Euro. Vor sieben Jahren hatten die Unternehmen mit 360 Millionen Euro nahezu den doppelten Betrag an Nachrangkapital aufgenommen. Nicht nur die Zeichner der spekulativen „Junior Note“ bekamen diese Woche nichts mehr zurück. Auch die Investoren der B-Tranche bekamen mit 3,2 Prozent nur einen Bruchteil des eingesetzten Kapitals durch die Tilgung zurück. Diese Tranche stand zuletzt mit Caa3 (Moody’s) tief im „Junk-Bereich“, wurde anfangs aber klar im Investmentgradebereich gesehen.

Es besteht aber noch die Hoffnung, dass Investoren der B-Tranche im Laufe der nächsten zwei Jahre weiteres Kapital erhalten. Insider rechnen mit einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Doch es hakt noch an mehreren Stellen. Ein Portfoliounternehmen hat erst 1 Million von insgesamt 8 Millionen getilgt – laut Report laufen die Verhandlungen. Ein weiteres Genussrecht wurde verkauft, allerdings wartet man noch auf den Zahlungseingang des Käufers. Zwei weitere Unternehmen haben bisher zusammen 9 Millionen Euro noch nicht gezahlt, die Verhandlungen mit dem „Recovery Manager“ laufen auf Hochtouren. Besonders über die mangelnde Zahlungsmoral der italienischen Unternehmen herrscht große Enttäuschung, heißt es aus dem Umfeld der Initiatoren. Das Programm war eines der ersten gewesen, das einen paneuropäischen Ansatz gefahren ist. Unternehmen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Belgien waren eingebunden.

Freshtex und Dura Tufting gingen pleite

Preps 2005-2 war vor sieben Jahren mit einem Volumen von ursprünglich 360 Millionen Euro und 62 Unternehmen gestartet. Unternehmen zahlten für das nachrangige Kapital, das zum Teil mit gewinnabhängiger Zusatzverzinsung versehen ist, rund 7 Prozent Zinsen. Erst vor Kurzem hatte Moody’s das Programm herabgestuft. Zu den neueren Problemfällen zählte die Dura Tufting aus Fulda, die Anfang März dieses Jahres Insolvenzantrag nach ESUG gestellt hatte. Die Insolvenz des Heilbronner Unternehmens Freshtex International Textile-Service GmbH war bereits im Jahr 2007 ein Pleitefall.
 
Mit dem Ende von Preps 2005-2 wurden (nominal) rund 2 Milliarden Euro des rund 5 Milliarden Euro umfassenden Volumens getilgt. Noch elf Programme stehen in den kommenden Jahren vor der Rückzahlung, das letzte im Jahr 2014. Sieben Jahre zuvor, im Frühjahr 2007 kamen die letzten Mezzanine-Verbriefungen, danach schloss sich durch die aufkeimende Finanzkrise das Kapitalmarktfenster für derlei strukturierte Produkte.

markus.dentz[at]finance-magazin.de