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KNDS plant Börsengang und holt Ex-Renk-CFO an Bord

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KNDS will 2026 an die Börse. Dafür plant der Panzerbauer eine doppelte Notierung in Frankfurt und Paris. Foto: Frank Eckgold - stock.adobe.com
KNDS will 2026 an die Börse. Dafür plant der Panzerbauer eine doppelte Notierung in Frankfurt und Paris. Foto: Frank Eckgold - stock.adobe.com

Knapp zwei Jahre nach dem Börsengang des Panzergetriebeherstellers Renk, könnte nun der nächste Rüstungskonzern den Gang an das Parkett wagen. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS plant 2026 einen IPO, wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch mitteilte. Dabei plant die Rüstungsschmiede eine doppelte Notierung in Frankfurt und Paris – vorbehaltlich der Marktbedingungen, heißt es in der Mitteilung.

Der IPO soll KNDS zufolge „die langfristige Wachstumsstrategie unterstützen, den Zugang zu Kapitalmärkten erweitern“. „Mit diesem dualen Börsengang ist KNDS entschlossen, eine agilere und reaktionsfähigere Struktur zu schaffen, um weiterhin in Technologie, Kapazitäten und Talente zu investieren“, kommentiert KNDS-CEO Jean-Paul Alary die Entscheidung.

Christian Schulz verstärkt KNDS-Verwaltungsrat

Bereits im September war bekannt geworden, dass KNDS einen Börsengang prüfen wolle. Vorstandschef Alary hatte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, dass dabei auch eine Beteiligung des Bundes als Aktionär denkbar sei. Bezüglich möglicher Investoren erteilte Alary dem Wettbewerber Rheinmetall eine Absage und begründete dies mit abweichenden Unternehmensstrategien. Als mögliche Option nannte er hingegen Investoren aus dem Private-Equity-Bereich.

Nun ist die Entscheidung offiziell. Für den Schritt holt sich KNDS außerdem Unterstützung an Bord. Christian Schulz, ehemaliger Finanzvorstand des Rüstungskonzerns Renk, steigt mit Wirkung zum 1. Januar 2026 in den Verwaltungsrat des Unternehmens ein. Er folgt auf Werner Frank, der aus dem Verwaltungsrat ausscheiden wird.

Schulz war von Juni 2023 bis Oktober 2024 CFO bei Renk und begleitet das Unternehmen im Februar 2024 an die Börse. Damit bringt der Manager nicht nur Erfahrung aus der Rüstungsindustrie mit, sondern auch Kapitalmarkterfahrung. Diese kann KNDS mit seinen derzeitigen Plänen gut gebrauchen. „Seine Expertise in der Begleitung von Industrie- und Verteidigungsunternehmen durch komplexe Transformationen“ werde die weitere Entwicklung von KNDS unterstützen, heißt es.

KNDS und Renk entwickeln gemeinsam Kampfpanzer

Gute Nachrichten gab es für die Rüstungsschmiede bereits am Montag: Aktuell arbeitet KNDS gemeinsam mit dem Konkurrenten Rheinmetall an der Entwicklung eines neuen Kampfpanzers für die Bundeswehr. Das Bundeskartellamt genehmigte am Montag die Erweiterung eines bestehenden Gemeinschaftsunternehmens der beiden Unternehmen, wie die Behörde mitteilte.

Das in Amsterdam ansässige Unternehmen KNDS entstand als Joint Venture zwischen dem deutschen Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW), bekannt für die Produktion des Kampfpanzers Leopard, und dem französischen Wettbewerber Nexter. 2024 erwirtschaftete der Panzerbauer einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. Zudem ist der Auftragsbestand eigenen Angaben zufolge 2024 um mehr als 40 Prozent auf ein Volumen von 23,5 Milliarden Euro gestiegen. 

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.