Der erste Börsengang in Deutschland für das Geschäftsjahr 2024 ist geglückt: Der Panzergetriebehersteller Renk hat am heutigen Mittwoch über eine Privatplatzierung des Finanzinvestors Triton erfolgreich den IPO geschafft.
Der Erlös des Börsenstarts ist nun um 50 Millionen Euro höher ausfallen als zunächst geplant. Triton hat die Anzahl der verkauften Aktien erhöht und somit das Volumen von 450 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro aufgestockt. Der Bruttoerlös in Höhe einer halben Milliarde Euro füllt die Kassen von Triton – Renk fließen aus dem IPO keine liquiden Mittel zu.
KNDS wird Großaktionär bei Renk
Der Investor Triton platzierte innerhalb von zwei Tagen von 33,33 Millionen Renk-Aktien für 15 Euro je Aktie ausschließlich bei institutionellen Investoren, teilte Renk mit. Damit wird Renk mit 1,8 Milliarden Euro bewertet. Mit den verbliebenen 67 Prozent will der Private-Equity-Investor Triton zunächst weiterhin eine Mehrheitsbeteiligung an Renk halten.
Mit dem Börsengang steigt auch ein neuer Großaktionär als Cornerstone-Investor ein. Der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS erwarb Renk-Papiere im Wert von 100 Millionen Euro und hält nun 6,7 Prozent an dem Unternehmen. KNDS zählt zu den größten und wichtigsten Kunden von Renk. Der Streubesitz liegt somit bei 27 Prozent.
Renk verschob Börsengang im Herbst 2023
Zum Start lagen die Renk-Aktien bei 18,5 Euro, womit der Kurs knapp 19 Prozent über dem Ausgabepreis von 15 Euro lag. Renks Start an der Frankfurter Börse ist für das laufende Geschäftsjahr der erste hierzulande. Erst am vergangenen Montag veröffentlichte das Unternehmen seine Pläne für den Börsengang über eine Privatplatzierung.
Für den Panzergetriebehersteller ist es jedoch nicht der erste IPO-Versuch: Anfang Oktober 2023 verschob Renk den Börsengang nur wenige Stunden vor Handelsbeginn. Damals wollte Renk die Aktien in einer Preisspanne zwischen 15 bis 18 Euro platzieren. Das Platzierungsvolumen sollte zwischen 405 Millionen und 486 Millionen Euro liegen.
Die Zeichen für einen Börsenstart standen eigentlich gut: Renk konnte vor allem durch den Ukraine-Krieg operativ wachsen und den Umsatz deutlich steigern. Letztlich sagte Renk den IPO doch ab. Der Grund: Das Marktumfeld habe sich „spürbar eingetrübt“.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
