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Finanzierungen: BASF, Kion, 3W Power

BASF platziert im neuen Jahr gleich eine Sterling-Anleihe.
BASF SE

BASF begibt neuen Sterling-Bond

BASF eröffnet 2017 den Corporate-Sterling-Markt. Der Chemiekonzern platziert eine achtjährige Anleihe über 300 Millionen Britische Pfund (rund 350 Millionen Euro). Das Papier wird mit 1,75 Prozent verzinst. Laut HSBC, die bei der Transaktion als Joint Bookrunner fungierte, konnte der Bond am unteren Ende der angestrebten Preisspanne platziert werden. Die Neuemissionsprämie lag im hohen einstelligen Bereich.

Für BASF ist es die fünfte Sterling-Anleihe bisher. Im September hatte der Konzern den Markt bereits einmal angezapft und einen siebenjährigen Bond über 250 Millionen Pfund platziert.

Kion geht an den Schuldscheinmarkt

Der Gabelstaplerhersteller Kion soll Berichten zufolge dabei sein, einen Schuldschein zu vermarkten. 500 Millionen Euro will das Unternehmen damit wohl einsammeln. Die positive Nachricht der vergangenen Tage dürfte dem Unternehmen dabei helfen. Kion hat gerade zum ersten Mal ein Investmentgrade-Rating erhalten. Fitch bewertet das Unternehmen bei BBB-.

Vor wenigen Monaten hatte Kion in einem milliardenschweren Deal den US-Konzern Dematic übernommen. Die Refinanzierung des Brückenkredits über 3 Milliarden Euro durch Transaktionen am Kapitalmarkt hatte CFO Thomas Toepfer bereits angekündigt.

3W Power kann Anleihebedingungen ändern

Die Anleihebedingungen der Unternehmensanleihe von 3W Power, der Holding von AEG Power Solutions, können wie geplant geändert werden. Die Gläubigerversammlung der Unternehmensanleihe mit fünfjähriger Laufzeit 2014/2019 stimmte dem Antrag mit klarer Mehrheit zu. Bei den Änderungen geht es um eine Kapitalisierung und Stundung der Zinszahlungen bis zum Ende der Laufzeit, auch die Aufnahme neuer Finanzmittel ist damit genehmigt.

Mit dem Ergebnis der Abstimmung kommt das Unternehmen für Stromversorgungssysteme mit seiner Restrukturierung ein weiteres Stück voran. Die Anleihegläubiger der Wandelanleihe 2015/2020 des Unternehmens hatten einer Änderung der Bedingungen bereits im Dezember zugestimmt.

Mifa ist wieder insolvent

Der Fahrradhersteller Mifa ist erneut in die Insolvenz gerutscht. Dabei hatte das Unternehmen gerade erst ein neues Werk eröffnet. Das Unternehmen musste bereits im September 2014 einen Antrag auf Insolvenz stellen, da der Einstieg eines Investors nicht zustande kam. Zuvor war ein Bilanzskandal bei dem Fahrradhersteller bekannt geworden.

Schwächer IPO-Aktivitäten im vergangenen Jahr

2016 brachte mit dem Börsengang von Innogy zwar mit 4,5 Milliarden Euro den größten Börsengang in Deutschland seit 16 Jahren. Insgesamt fiel die Aktivität aber deutlich hinter dem Rekordjahr 2015 zurück. Eine aktuelle Analyse des Beratungshauses PwC fasst zusammen: 17 Transaktionen gab es 2016, 7 darunter waren echte IPOs, die anderen lediglich Notierungsaufnahmen (2015: 25/15). Das Emissionsvolumen lag bei 5 Milliarden Euro – der Löwenanteil fiel also auf den Innogy-IPO. Für dieses Jahr sollen bereits einige Unternehmen in den Startlöchern stehen. PwC rechnet mit sieben bis zehn tatsächlichen Börsengängen für 2017.

Weitere Finanzierungen

Die Gläubiger der insolventen MS Deutschland erhalten eine zweite Abschlagszahlung über 5 Prozent der ausstehenden Forderung. Insgesamt 3,1 Millionen Euro fallen dafür an. Damit sind bisher 9,3 Millionen Euro an die Gläubiger ausgezahlt worden, was einer Recovery-Quote von 15 Prozent entspricht. Ein Großteil der ausstehenden Forderungen fällt auf die Gläubiger der Mittelstandsanleihe des Unternehmens.

Das Modehaus René Lezard bittet seine Bondholder erneut um eine Anpassung der Anleihebedingungen. Die Gläubiger haben bereits im November einer Zinsstundung und einem Verzicht auf bestimmte Kündigungsrechte zugestimmt. Der Emittent der Mittelstandsanleihe versucht nun, diese bis Ende März geltenden Vereinbarungen bis Ende Mai zu verlängern. Im November wurden bei dem Modehaus die Hoffnungen auf den Einstieg eines Private-Equity-Hauses enttäuscht. Nun muss das Unternehmen bei der Restrukturierung alleine mit Unterstützung der Bond-Gläubiger vorankommen.

BMW emittierte eine Anleihe über 4 und 7,5 Jahre über insgesamt 2 Milliarden Euro. Die 4-jährige Anleihe über 1,25 Milliarden Euro wird 0,125 Prozent verzinst. Bei der 7,5-jährigen mit einem Volumen von 750 Millionen Euro sind es 0,75 Prozent. Das teilte die BNP Paribas, die die Transaktion begleitete, auf Anfrage mit. Berichten zufolge sollen zudem Citi, ING, Mizuho und SEB beteiligt gewesen sein.

Der Wertpapierhändler Schnigge benötigt nach dem Verlust eines großen Teils ihres operativen Geschäfts frisches Geld. Dafür sollen Inhaberschuldverschreibungen begeben werden. Außerdem plant Schnigge eine Kapitalerhöhung. Das Grundkapital soll dabei zum Nennbetrag von je einem Euro um etwa 1,4 Millionen Euro auf bis zu rund 4,2 Millionen Euro gegen Bareinlage erhöht werden. Den Großteil des benötigten Kapitals soll Schnigge-Großaktionär Florian Weber beisteuern.

Die Allianz Finance kündigt eine nachrangige Schuldverschreibung aus dem Jahr 2005 zum 17. Februar 2017. Dann wird der Nennbetrag in Höhe von 1,4 Milliarden Euro zuzüglich der anfallenden Zinsen ausgezahlt. Es handelt sich um mit 4,375 Prozent fest verzinste und flexible Wertpapiere, die von der Allianz SE garantiert sind.

Der Finanzdienstleister Tyros hat eine Kapitalerhöhung um 10 Prozent auf 665.500 Euro abgeschlossen. Dies geschah auf Grundlage der Genehmigung durch die Hauptversammlung im November 2016. Von dem genehmigten Kapital sind nach der Teilnutzung noch 242.000 Euro offen.

Das deutsche Start-up Stocard, ein App-Anbieter, hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Höhe der Transaktion ist nicht bekannt. Zu den Investoren gehört der Venture Capital Fonds Rocketship aus Kalifornien. Rocketship wurde bei dem Investment von Bird & Bird mit Stefan Münch und Michael Gassner beraten. Ebenfalls an der Finanzierungsrunde beteiligt sind die früheren Investoren Shortcut Ventures und Alstin.

World Stock & Bond Trade investiert 6 Millionen Euro in das Unternehmen Mars One, das langfristig eine Mission zum Mars zum Ziel hat. Die Finanzierung erfolgt in sechs Tranchen, wovon die erste Ende Januar fließen soll.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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