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Finanzierungen: BMW, More & More und Gagfah

Neues aus der Finanzierungswelt: BMW mit öffentlicher ABS-Transaktion in der Schweiz.
BMW

BMW führt öffentliche ABS-Transaktion in der Schweiz durch

BMW hat eine öffentliche ABS-Leasingtransaktion unter der Bavarian Sky Europe Verbriefungsplattform in der Schweiz durchgeführt. Der Autohersteller hat mit Autoleasingforderungen besicherte Anleihen im Gesamtnennwert von 300 Millionen Schweizer Franken begeben. Die Class A Notes sind von Moody‘s, S&P und Fitch geratet. UBS und Credit Suisse agierten als Lead Manager bei der Transaktion. Baker & McKenzie hat den Autohersteller dabei für deutsches und luxemburgisches Recht beraten. Es handelt sich der Wirtschaftskanzlei zufolge um die zweite öffentliche Transaktion in der Schweiz. Bezüglich des Schweizer Rechts hat die Kanzlei Homburger als Berater agiert.

More & More begibt Hochzinsanleihe mit 8,125 Prozent Zins p.a.

Das Modeunternehmen More & More plant eine Unternehmensanleihe in Höhe von bis zu 13 Millionen Euro zu begeben. Das Papier wird jährlich mit 8,125 Prozent verzinst, läuft fünf Jahre und soll in das Handelssegment Bondm der Börse Stuttgart aufgenommen werden. Lead Manager und Bookrunner der Emission ist die Quirin Bank. Creditreform Rating bewertet das Modeunternehmen mit B+ im Non-Investmentgradebereich. Mit dem Emissionserlös will das 1982 gegründete Unternehmen vorrangig bestehende Finanzverbindlichkeiten refinanzieren einsetzen. Gleichzeitig würden die Mittel verwendet, um die Einkaufskonditionen zu optimieren, teilte das Unternehmen mit.

„Durch die Zinskompensation und die direkten operativen Margenverbesserungen wird More & More die Zinsen für die Anleihe bereits 2014 ergebnisneutral leisten können“, sagt das Modeunternehmen, das 2011 und 2012 einen Turnaround vollzogen hat, weiter. „Mit den Mitteln aus der Anleihe erhalten wir zusätzlichen Spielraum, um die Fremdkapitalseite neu zu ordnen und vor allem direkt messbare operative Margenverbesserungen auf der Beschaffungsseite zu realisieren“, sagt Karl Heinz Mohr, Eigentümer und Vorstandsvorsitzender des Modeunternehmens. „Auch unsere Marke ,More & More, die bislang den Banken als Sicherheit diente, erhalten wir frei von Belastungen zurück.“

Gagfah kurz davor sämtliche 2013 fälligen Schulden zu refinanzieren

Gagfah kommt bei der Refinanzierung voran. Wie das Immobilienunternehmen kürzlich mitteilte habe es einen wesentlichen Teil der Refinanzierung für dieses Jahr abgeschlossen und stünde kurz davor, auch die übrigen Verbindlichkeiten mit Fälligkeit in 2013 zu refinanzieren.

Bereits im Februar hatte das Immobilienunternehmen eine neue Finanzierung für das sogenannte Woba-Portfolio mit der Bank of America Merrill Lynch abgeschlossen. Hinzu kommt nun nach Angaben von Gagfah eine weitere Vereinbarung, durch die sich der Darlehensbetrag um 17 Millionen Euro auf insgesamt 1,0775 Milliarden Euro erhöht. Im Gegenzug sinkt der Zinssatz allerdings auch von 3,85 Prozent auf 3,34 Prozent. „Durch die Verringerung des Zinssatzes um 51 Basispunkte erwarten wir Zinseinsparungen in Höhe von circa 4,4 Millionen Euro pro Jahr“, teilte das Unternehmen mit.

Bei dem GRF-Kredit, dem Darlehen über rund 2 Milliarden Euro, das im August dieses Jahres ausläuft, verlaufe die Refinanzierung des gesamten Kreditvolumens zu besseren Konditionen nach Plan, heißt es weiter. Gagfah hat hierbei beschlossen, die sechs Tranchen auf vier zu reduzieren, „und von der steigenden Investorennachfrage für verbriefte Kredite (CMBS) zu profitieren, um bessere Konditionen, eine geringere Komplexität und ein kleineres Umsetzungsrisiko zu erzielen“. Das Immobilienunternehmen erwartet eigenen Angaben zufolge „derzeit einen Gesamtzinssatz für GRF zwischen 3,0 Prozent und 3,5 Prozent und eine Fälligkeitsstruktur zwischen fünf und zehn Jahren“.

„Unsere erfolgreiche Refinanzierung des WOBA-Darlehens zu deutlich besseren Konditionen, sowie die Refinanzierung des GRF-Darlehens, die wir aller Voraussicht nach in Kürze abschließen werden, ebenfalls mit besseren Konditionen, stimmen uns optimistisch für die im kommenden Jahr fälligen Kredite und eröffnen uns neuen Handlungsspielraum“, sagt Gerald Klinck, CFO der Gagfah Group.

Grammer platziert Schuldschein über 90 Millionen Euro

Der Sitzsystemhersteller Grammer hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 90 Millionen Euro platziert. Unternehmensangaben war das Angebot mehr als dreifach überzeichnet. Aufgrund dieser hohen Nachfrage hat sich das Amberger Unternehmen das ursprünglich geplante Volumen um 20 Prozent aufzustocken. Der neue Schuldschein, der sich in vier Tranchen mit einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren gliedert, ist mit einem fixen oder variablen Zins ausgestattet und löst ein bestehendes Schuldscheindarlehen aus dem Jahr 2006 ab.

Solarworld: Vertreter für Anleihegläubiger steht zur Wahl

Eine Gruppe von Anleihegläubigern schlägt Ingo Scholz, Partner bei der Kanzlei Ashurst, als unabhängigen gemeinsamen Vertreter vor, um die beiden Solarworld-Anleihen 2010/2017 und 2011/2016 zu repräsentieren. Scholz wird als Kandidat neben den von Solarworld vorgeschlagenen Kandidaten, Alexander Elsmann von der Rechtsanwaltskanzlei Elsmann und Frank Günther von G&P, zur Wahl stehen. Falls es nötig werden sollte, kann der gewählte gemeinsame Vertreter eine Anleihegläubigerversammlung einberufen, auf der über mögliche Beiträge der Anleihegläubiger zur Restrukturierung der Solarworld-Verbindlichkeiten abgestimmt werden kann.

Solarworld hatte Ende April einen drastischen Rettungsplan vorgelegt, nach dem Eigentümer und Gläubiger des angeschlagenen Solartechnologieunternehmens auf den Großteil ihres Geldes verzichten sollen.Mit einer Mehrheit der Schuldscheingläubiger, zu denen nach FINANCE-Informationen maßgeblich der PE-Investor Strategic Value Partners (SVP) zählt, hat sich das Solarunternehmen vor wenigen Wochen schon geeinigt.

Weitere Finanzierungen

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck erhöht die Finanzmittel beim unternehmenseigenen strategischen Venture-Capital-Fonds MS Ventures auf 100 Millionen Euro. Die Darmstädter haben den strategische Unternehmens-Risikokapitalfonds von Merck Serono, der biopharmazeutischen Sparte von Merck, im März 2009 gegründet und ursprünglich mit Finanzmitteln in Höhe von 40 Millionen Euro ausgestattet, um damit Investitionen in aufstrebende Biotechnologie-Unternehmen zu unterstützen. MS Ventures verwaltet Unternehmensangaben zufolge insgesamt 140 Millionen Euro für strategische Investments, Investments durch den Israel BioIncubator-Fond und für Spin-Offs aus der Merck Serono Organisation.

Die Stadtwerke Düsseldorf haben eine strukturierte Unternehmensfinanzierung über 650 Millionen Euro abgeschlossen. Das Versorgungsunternehmen will mit den frischen Kreditfazilitäten mit einer fünfjährigen Laufzeit insbesondere das neue Gas- und Dampfturbinen Kraftwerk „Fortuna“ finanzieren und weiter in den Bereich Erneuerbare Energien und in das Versorgungsnetz investieren. Das Konsortium besteht aus neun Banken und wurde von Clifford Chance beraten. Commerzbank, Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, KfW Ipex-Bank, SEB, The Bank of Tokyo- Mitsubishi UFJ, HSH Nordbank, Landesbank Berlin, NordLB Covered Finance Bank und NRW.Bank agierten als Bookrunner und Mandated Lead Arranger.

Die Ratingagentur S&P überprüft wegen der angekündigten Kapitalerhöhung die Bonitätsbewertung des angeschlagenen Reisekonzerns Thomas Cook. Die derzeitige Bonitätsnote B- könnte gegebenenfalls hochgestuft werden. Eine erfolgreiche Kapitalerhöhung werde die finanzielle Flexibilität von Thomas Cook beträchtlich erhöhen, erklärte die Agentur zur Begründung. Das Rating könnte deshalb um eine Stufe angehoben werden. Durch die Ausgabe neuer Aktien will Thomas Cook rund 425 Millionen Britische Pfund erlösen. Außerdem kündigten die Briten eine Anleiheemission in Höhe von über 525 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis 2020 an. Banken stellen dem Reisekonzern zudem Kredite über 691 Millionen Pfund zur Verfügung.

Der Projektentwickler Wallenborn Adria Wind will eine Mittelstandsanleihe an der Börse München begeben. Es ist ein Emissionsvolumen von 80 Millionen Euro geplant. Die Anleihe soll „umfangreich“ besichert sein, wie es heißt, unter anderem mit Sachanlagen des Parks, darunter auch die Windräder, über einen unabhängigen Treuhänder besichert. Mit dem Emissionserlös will das Unternehmen bestehende Windparks nahe der Stadt Senj an der Adriaküste refinanzieren.

Rothschild Merchant Banking hat das erste Closing des neuen Private-Debt-Fonds „Five Arrows Credit Solutions“ (FACS) abgeschlossen. Der Fonds, der bislang ein Volumen von 235 Millionen Euro umfasst, konzentriert sich auf mittelgroße Unternehmen aus westeuropäischen Ländern und bietet ihnen verschiedene nachrangige Fremdfinanzierungslösungen, wie beispielsweise Mezzaninekapital oder Unitranche-Finanzierungen an.

Die britische Projektgesellschaft Wymeswold Solar Farm hat mit der Deutschen Bank einen Finanzierungsvertrag für die Zwischenfinanzierung ihrer 33-MWp-Photovoltaikanlage abgeschlossen. Der Kredit, der von S.A.G. Solarstrom arrangiert worden ist, läuft bis April 2014. Die S.A.G. Solar UK, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der S.A.G. Solarstrom hatte die Photovoltaikanlage Wymeswold als Generalunternehmer für die britische Projektgesellschaft Wymeswold Solar Farm im ersten Quartal dieses Jahres errichtet und ans Netz gebracht.

Der Windpark-Projektierer PNE Wind hat das öffentliche Angebot der 8,0-prozentigen-Unternehmensanleihe 2013/2018 beendet. Dabei wurden insgesamt Schuldverschreibungen im Volumen von rund 66,3 Mio. von institutionellen Investoren sowie Privatinvestoren gezeichnet. Der exakte Platzierungserlös stünde fest, wenn auch die über die Homepage der Gesellschaft eingegangenen Zeichnungsanträge abgewickelt seine, teilte das Unternehmen weiter mit. PNE Wind hatte ursprünglich ein Volumen von bis zu 100 Millionen Euro einsammeln wollen.

Das Münchener Start-up miBaby startet eine neue Finanzierungsrunde auf der Crowdfunding-Plattform Seedmatch. Dort will es 500.000 Euro einsammeln.

Der Spezialist für Außenhandelsfinanzierung DF Deutsche Forfait hat in kurzer Zeit seine Unternehmensanleihe am Markt platziert und 30 Millionen Euro eingesammelt. Das Wertpapier ist mit einem Kupon von 7,875 Prozent p.a. ausgestattet und läuft sieben Jahre.

Der Schifffahrtskonzern Rickmers will erstmals eine Hochzinsanleihe platzieren und damit bis zu 200 Millionen Euro einsammeln.

Bio-Gate, ein Anbieter von antimikrobiellen Produkten und multifunktionalen Oberflächen für die Medizintechnik, bietet, den Investoren der im Februar und August 2012 ausgegebenen Nullkupon-Wandelanleihen einen zusätzlichen Ausübungszeitraum zum Tausch in Aktien an.

Das Immobilienunternehmen GSW hat mit der Landesbank Berlin eine revolvierende Akquisitionskreditlinie über 80 Millionen Euro abgeschlossen.

Moody’s ändert den Ausblick für das Aa3-Rating von Siemens von stabil auf negativ.

Der Solarkonzern Conergy gibt eine unbesicherte Wandelanleihe in Höhe von 4,58 Millionen Euro an zwei strategische Investoren aus. Der Wandler läuft bis Ende Juni 2015 und ist mit einer fixen jährlichen Verzinsung von 7 Prozent ausgestattet.

S&T hat eine fünfjährige Anleihe über 15 Millionen Euro platziert. Der Kupon beträgt 7,25 Prozent p.a.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

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Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

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