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Finanzierungen: Neumann Kaffee Gruppe, OTE, VNG

Peter Sielmann bei seiner Dankesrede auf der 8. Structured FINANCE in Karlsruhe. Nun hat der Group CFO der Neumann Gruppe GmbH einen ausschließlich in US-Dollar denominierten Schuldschein platziert.
Financial Gates

Neumann Kaffee Gruppe platziert einen ausschließlich in US-Dollar denominierten Schuldschein

Der Rohkaffeedienstleister Neumann Kaffee Gruppe hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 70 Millionen US-Dollar platziert. Die Nord/LB und die HSBC haben diesen ausschließlich in US-Dollar denominierten Schuldschein arrangiert. Auf US-Dollar lautende Schuldscheine sind immer noch sehr selten im Markt zu sehen. Nach Angaben der Nord/LB gab es im vergangenen Jahr „nur äußerst wenige Transaktionen dieser Art im Markt“. „Mit dieser maßgeschneiderten Konzernfinanzierung konnten wir eine innovative Lösung für die Neumann Kaffee Gruppe erreichen“, sagt Eckhard Forst, Mitglied des Vorstands der Nord/LB.

Peter Sielmann, Group CFO der Neumann Gruppe GmbH, ist für sein innovatives Agieren bekannt. Er sieht sich als „operativen Finanzvorstand“. Als jemanden, der selbst Hand anlegt und die Dinge selbst erledigt, statt sie weiterzureichen. Der Diplom-Kaufmann erhielt deshalb auch für sein Banken- und Risikomanagement anlässlich der 8. Structured FINANCE in Karlsruhe von FINANCE-Chefredakteur Bastian Frien die Auszeichnung „CFO des Jahres 2012“. In seiner Dankesrede blickte Peter Sielmann auf ein Vierteljahrhundert als CFO im Mittelstand zurück: „Wie viele deutsche Unternehmen besetzen auch wir eine Nische und sind glücklich darüber, im Verborgenen flexibel agieren zu können. Innovation kommt oft auch aus dem Praxislabor des Mittelstandes. Das war vielleicht ein Grund, warum ich vor 25  Jahren den Job eines Bankers aufgegeben habe und mich in die Ungewissheit eines von einem Patriarchen geführten Unternehmens begeben habe“.

OTE kehrt als erstes griechisches Unternehmen mit Benchmark-Anleihe an Kapitalmarkt zurück

Der Telekomkonzern OTE wagt sich als erstes griechisches Unternehmen mit einer Benchmark-Anleihe an den Bondmarkt zurück. Der Konzern, an dem die Deutsche Telekom 40 Prozent hält, will 700 Millionen Euro einsammeln. Die Anleihe soll fünf Jahre laufen und hat einen fixen Kupon von 7,875 Prozent besitzen. Dieser Schritt von OTE wird testen, ob der Renditehunger der Investoren groß genug, sich nach den schlechten Erfahrungen mit griechischen Staatstiteln wieder Bonds von griechischen Unternehmen ins Depot zu legen. Die Chancen werden dank des deutschen Großaktionärs im Hintergrund als gut angesehen, berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones.

Mit dem Emissionserlös will OTE den Rückkauf zweier älterer Anleihen mit Fälligkeit 2013 und 2014 refinanzieren. Den Besitzern der alten Bonds soll Vorrang beim Kauf der neuen eingeräumt werden, heißt es. OTE war auch das letzte griechische Unternehmen, das eine großvolumige Anleihe emittierte, bevor der Markt mit der Verschärfung der Schuldenkrise weitgehend austrocknete. Im April 2011 platzierte der griechische Telekommunikationskonzern ein dreijähriges Papier über 500 Millionen Euro mit einem Kupon von 7,25 Prozent.

OTE ist jedoch nicht das erste griechische Unternehmen überhaupt, das den Anleihemarkt wieder anzapfen will. Ende 2012hatte die Molkereigruppe FAGE ihre Zentrale von Luxemburg nach Griechenland verlegt und kurz danach eine Aufstockung einer bestehenden Anleihe über 250 Millionen US-Dollar am Markt platziert. Auch der griechische Zementhersteller Titan hat eine Bond über 200 Millionen Euro emittiert.

VNG schließt ersten Konsortialkredit in Unternehmensgeschichte ab

Der Erdgasspezialist VNG – Verbundnetz Gas AG hat zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen Konsortialkredit in Höhe von rund 1 Milliarde Euro abgeschlossen. Der Kredit hat eine Laufzeit von mehr als drei Jahren und ersetzt nach Unternehmensangaben einen Großteil der bisherigen bilateralen Kreditlinien. Das Konsortium besteht aus insgesamt 12 Banken. Commerzbank, Deutsche Bank, BayernLB und DZ Bank haben den Kreditabschluss federführend begleitet. „Die Kreditvergabe ist ein Meilenstein in der Finanzierungsgeschichte von VNG“, sagt VNG-Chef Dr. Karsten Heuchert.

Telekom Austria platziert Hybridanleihe erfolgreich

Die Telekom Austria Group hat erfolgreich eine Hybridanleihe in Höhe von 600 Millionen Euro mit einem Kupon von 5,625 Prozent platziert. Die Tilgung kann erstmalig nach einer Laufzeit von fünf Jahren erfolgen, teilte das österreichische Unternehmen mit. Darüber hinaus gebe es ein vorzeitiges Kündigungsrecht, das an bestimmte Bedingungen geknüpft sei. Die erwarteten Ratings der Schuldverschreibung sind Baa3 von Moody’s und BB+ von S&P. Die Telekom Austria Group erwartet zudem, dass die Hybridanleihe von den Ratingagenturen zur Hälfte dem Eigenkapital zugewiesen wird.

„Bei diesem innovativen Finanzierungsinstrument handelt es sich um die erste Hybridanleihe im europäischen Telekomsektor“, sagt Hans Tschuden, CFO der Telekom Austria Group, einer Mitteilung zufolge. Die Emissionserlöse will die Telekom Austria  für allgemeine Unternehmenszwecke, insbesondere für die Akquisition von YESSS! und anderen Vermögensgegenständen, Frequenz-Auktionen und die Verlängerung bestehender Frequenzverträge verwenden. Citigroup und Morgan Stanley agierten bei der Emission als Joint Structuring Advisers und gemeinsam mit BofA Merrill Lynch und UniCredit Bank Austria auch als Joint Bookrunners.

Weitere Finanzierungen

Am heutigen Montag starte die Zeichnung der Wöhrl-Anleihe. Die Emission laufe bis 2018 und sei mit einem Kupon von 6,5 Prozent ausgestattet, teilte die Deutsche Börse mit.

Die LEG Immobilien AG ist am vergangenen Freitag als erstes Unternehmen in diesem Jahr in den Prime Standard der Börse Frankfurt gegangen.

GSK Stockmann + Kollegen hat die Toga-Gruppe bei der Refinanzierung von fünf Hotels in Deutschland beraten. Darlehensgeber ist die DG HYP; das Darlehensvolumen beträgt rund 90 Millionen Euro.

Die niederländische Photon Energy Investments N.V. plant in eine Anleihe im Volumen von bis zu 40 Millionen Euro zu begeben. Der Betreiber und Bestandhalter von Solarkraftwerken will aus den Anleihemitteln den Bau von Solarkraftwerken in den USA, Kanada und Australien vorfinanzieren. Weitere Investitionen sind nach Unternehmensangaben in Rumänien und der Türkei vorgesehen.

Der Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern will über eine „Fan-Anleihe“ in Höhe von insgesamt 6 Millionen Euro den Ausbau seines Nachwuchsleistungszentrums finanzieren. Die Fan-Anleihe läuft bis zum 1. August 2019.

Die Albis Leasing Gruppe hat Teile ihres Mittelstandgeschäfts in einem notenbankfähigen ABS-Bond verbrieft.

Die  Leipziger  Webdata Solutions GmbH erhält eine Anschubfinanzierung  durch  den Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS).

Moody’s weist der Peri GmbH ein Emittentenrating von Baa3 zu.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.