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Finanzierungen: Vonovia, Deutsche Bahn, Mytheresa

Debüt für Vonovia: Der Immobilienkonzern begibt erstmals eine vollständig digitale Namensschuldverschreibung.
Vonovia

Vonovia mit vollständig digitaler Schuldverschreibung

Vonovia sorgt für ein Novum am Kapitalmarkt: Der Immobilienkonzern hat erstmals eine vollständig digitale Namensschuldverschreibung begeben. Das Papier hat ein Volumen von 20 Millionen Euro und läuft über drei Jahre. Für die Emission wurden sogenannte Security Tokens genutzt, die den Eigentumsübertrag der Forderung unter höchsten Sicherheitsstandards gewährleisten. Durch die Transaktion hält die Tokenisierung nun auch Einzug in den institutionellen Kapitalmarkt.

Die Übertragungen der Forderungsrechte aus der Namensschuldverschreibung finden auf der öffentlichen Stellar Blockchain statt, die international für Transaktionen genutzt wird. Rechtlich wurde Vonovia von der Kanzlei Linklaters (Federführung: Alexander Schlee und Christian Storck) beraten. Mehr zur digitalen Schuldverschreibung Vonovias lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation DerTreasurer.

Deutsche Bahn begibt erste Anleihe in 2021

Die Deutsche Bahn hat ihre erste Anleihe in diesem Jahr über insgesamt 400 Millionen Schweizer Franken (rund 370 Millionen Euro) platziert. Der Bond hat eine Laufzeit von 15 Jahren und wird mit 0,1 Prozent verzinst. Den Erlös, der zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität dienen soll, hat die Deutsche Bahn in Euro geswappt.

Die Anleihe wurde dem Unternehmen zufolge insbesondere bei institutionellen Investoren in der Schweiz platziert und wird an der Schweizer Börse Six notiert sein. Als Konsortialführer der Emission fungierten Credit Suisse und Deutsche Bank.

Mytheresa startet Börsengang

Der Online-Damenmodehändler Mytheresa ist nun an der US-Börse gelistet. Wie der Mutterkonzern MYT Netherlands bekanntgab, beträgt das Volumen des IPOs rund 15,65 Millionen American Depositary Shares (ADS). Der Preis liegt bei 26 US-Dollar je ADS. Zudem bestehe eine 30-tägige Option, bis zu 2,35 Millionen zusätzliche ADS zu erwerben. Der Online-Modehändler wird nun mit 2,2 Milliarden US-Dollar bewertet.

Morgan Stanley und JP Morgan begleiten den Börsengang als Lead Book-Running Managers. Credit Suisse und UBS sind als Book-Running-Managers mandatiert. Jefferies fungiert als Co-Manager und Cowen als passiver Bookrunner. Latham & Watkins hat das Bankenkonsortium beim Börsengang beraten.

Auto1 strebt an die Frankfurter Börse

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 plant einen milliardenschweren IPO. Das Unternehmen will noch im ersten Quartal dieses Jahres in den Prime Standard der Frankfurter Börse und dabei einen Bruttoerlös in Höhe von 1 Milliarde Euro einsammeln, wie Auto1 vergangenen Mittwoch mitteilte. Dem „Handelsblatt“ zufolge könnte das deutsche Einhorn mit bis zu 5 Milliarden Euro bewertet werden, sagen Insider.

Auto1 will im Rahmen des IPOs voraussichtlich neu geschaffene Aktien aus einer Kapitalerhöhung und bestehende Aktien in das Angebot einbeziehen. Zudem soll es eine mögliche Mehrzuteilung geben, die durch eine Aufstockungsoption von einzelnen verkaufenden Aktionären gedeckt ist. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will der digitale Gebrauchtwagenhändler sein Geschäft weiter ausbauen, insbesondere das Angebot „Autohero“. 

Weitere Meldungen

Der US-Investor KKR hat sich offenbar von einem Großteil seines Aktienpakets am Fernsehkonzern ProsiebenSat.1 getrennt. Wie zwei Insider vergangenen Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagten, habe KKR demnach einen Anteil von 4,7 Prozent des Grundkapitals bei institutionellen Investoren platziert. Mit dem Verkauf von insgesamt 11 Millionen Aktien zu einem Preis von je 13,50 Euro würden dem US-Investor damit 148,5 Millionen Euro zufließen. KKR und ProSieben wollten sich zu der Platzierung nicht äußern. KKR war im Mai vergangenen Jahres erneut bei ProsiebenSat.1 eingestiegen und hatte zuletzt einen Anteil von 6,6 Prozent gemeldet.

Die Stadtwerke Halle (SWH) haben ein Finanzierungspaket in Höhe von 510 Millionen Euro abgeschlossen. Dieses besteht neben dem Kredit der Europäischen Investitionsbank über 200 Millionen Euro, der bereits in der vergangenen Woche bekanntgegeben wurde, aus Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen und einen selbstarrangierten syndizierten Kredit. Die Beratungsgesellschaft Lincap hat die SWH als Debt Advisor bei der Transaktion beraten. Die Mittel sollen der Finanzierung eines umfassenden Erneuerungs- und Modernisierungsprogramms der SWH-Gruppe dienen.

Die Online-Apotheke Shop Apotheke Europe hat nicht nachrangige, unbesicherte Wandelschuldverschreibungen über 225 Millionen Euro begeben. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre und der Zinskupon liegt bei 0 Prozent. Der anfängliche Wandlungspreis wurde auf 233,83 Euro festgelegt, was einer Wandlungsprämie von 50 Prozent entspricht. Die Erlöse aus der Transaktion will Shop Apotheke Europe für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Goldman Sachs begleitete die Platzierung als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner.

Das Berliner Logistik-Start-up Sennder hat in einer Series-D-Finanzierungsrunde frisches Kapital in Höhe von 160 Millionen Dollar (rund 140 Millionen Euro) eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von einem neuen Investor, teilte Sennder vergangenen Donnerstag mit. Alle bestehenden Geldgeber, darunter Accel, Lakestar, HV Capital, Project A und Scania haben sich ebenfalls erneut an Sennder beteiligt. Dem Unternehmen zufolge steigt die Bewertung durch die Transaktion auf über 1 Milliarde Dollar (rund 821,8 Millionen Euro). JP Morgan fungierte als Placement Agent der Finanzierungsrunde. Das frische Geld will Sennder vor allem für Zukäufe auf dem europäischen Markt nutzen. 

Die DEAG Deutsche Entertainment plant den Rückzug von der Börse. Demnach habe der Vorstand des Unternehmens mit dem größten Einzelaktionär Apeiron sowie dessen Bietergesellschaft Musai Capital die Durchführung eines öffentlichen Delisting-Übernahmeangebots vereinbart. Der Verkaufspreis der Aktien, die alle Aktionäre noch vor der Einstellung der Börsennotierung veräußern können, liegt voraussichtlich bei 3,07 Euro.

Der digitale Versicherungsmanager Clark hat eine Series-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 69 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von dem chinesischen Technologiekonzern Tencent. Ebenfalls beteiligten sich Portag3, White Star Capital, Yabeo und Finleap. Das Frankfurter Start-up will die frischen Mittel in den deutschen Markt investieren. Rechtlich wurde Clark bei der Transaktion von der Kanzlei Lutz|Abel begleitet. 

Der Immobilienprojektentwickler Pandion plant die Emission einer Anleihe über 30 Millionen Euro. Der Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 5,5 Prozent verzinst. Die Erlöse aus der Transaktion will das Kölner Unternehmen zum größten Teil zur Finanzierung von Grundstücksankäufen und Projektentwicklungen sowie für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Die IKB fungiert als Sole Lead Manager der Emission. Im Herbst vergangenen Jahres hatte Pandion die Anleiheemission aufgrund des schwierigen Kapitalmarktumfelds noch verschoben.

Das FrankfurterFintech Captiq hat erstmals eine Anleihe in Höhe von 30 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit des Bonds, der vollständig von der Bayern Invest gezeichnet wurde, beträgt zehn Jahre. Innofincenta hat Captiq bei der Transaktion beraten. Die Mittel aus der ersten Anleihe wollen die Frankfurter für die Refinanzierung von Krediten für Kammerberufler verwenden.  

Der Wohnimmobilienentwickler Noratis hat die Platzierung der ersten Tranche seiner Anleihe abgeschlossen und weitere 7,5 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert. Damit erhöht sich das ausstehende Volumen der Teilschuldverschreibung auf 30 Millionen Euro. Die ICF Bank begleitet die Transaktion.

Der digitale Vermögensverwalter Quirion hat in einer Finanzierungsrunde 13 Millionen Euro von externen Investoren eingesammelt. Neben privaten Geldgebern hat sich auch die Berliner Effektengesellschaft an der Runde beteiligt, wie Quirion mitteilt. Die Unternehmensbewertung des Berliner Robo-Advisors steigt damit auf insgesamt 73 Millionen Euro. Das frische Kapital will Quirion in die Neukundengewinnung sowie in seine Technik investieren.

Die Deutsche Finance Group hat im Geschäftsjahr 2020 insgesamt 1,242 Milliarden Euro Eigenkapital platziert. Wie die Investmentgesellschaft mitteilte, entfielen davon 1,1 Milliarden Euro auf den institutionellen Geschäftsbereich und 141,6 Millionen Euro auf das Privatkundengeschäft. Die Assets under Management betrugen zudem Ende Dezember 2020 über 7,7 Milliarden Euro, gab die Deutsche Finance Group weiter bekannt.

Die KfW Ipex-Bank, ABN Amro Bank, Crédit Agricole Corporate und Investment Bank und ING begleiten als Kernbanken von Railpool Investitionen des Schienenfahrzeugvermieters mit einer großvolumigen Finanzierung. Die vier Banken stellen für die Beschaffung von neuen Schienenfahrzeugen gemeinsam jeweils zu gleichen Teilen Fremdkapital in Höhe von insgesamt 150 Millionen Euro zur Verfügung. Die Finanzierung hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Während die KfW Ipex-Bank als Coordinator und Mandated Lead Arranger auftritt, fungieren ABN Amro Bank, Crédit Agricole Corporate & Investment Bank und ING als Lead Arranger.

Ratingmeldungen

Die Agentur ISS ESG hat das Rating des Hamburger Solar- und Windparkbetreibers Encavis von B- auf B angehoben. Das ISS ESG-Rating bewertet die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen.

Moody’s bestätigt das Caa1-Rating von Tui. Der Ausblick wurde von negativ auf stabil geändert.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.