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James Bond stützt Heckler & Koch-Bond

Die Deutsche Army trifft mit dem Heckler & Koch-Gewehr kein Scheunentor, James Bond vertraut in seinem neuen Kinofilm
SPECTRE © 2015 Danjaq, LLC, Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc., Columbia Pictures Industries, Inc. SPECTRE, 007 and related James Bond Trademarks © 1962-2015 Danjaq, LLC and United Artists Corporation. SPECTRE, 007 and related James Bond Trademarks are trad

Sein Name ist Bond, James Bond. Und mit dem neuen Blockbuster „Spectre“ könnte 007 auch seinem Namensvetter, dem angeschlagenen Bond des kriselnden Waffenherstellers Heckler & Koch (HK), einen kleinen Schub geben. Denn laut diversen Webportalen ist in dem neuesten Trailer zum neuen Bond-Film „Spectre“ etwas Ungeheuerliches zu sehen: Bond wechselt sein Schießeisen. Anstatt mit seiner legendären Standardwaffe Walther PPK aus der deutschen Waffenschmiede Carl Walther entledigt sich Bond seiner Widersacher bei „Spectre“ augenscheinlich mit einer VP9-Pistole von Heckler & Koch – zumindest in einer Szene.

Waffenfreaks sind elektrisiert, die ersten Marktbeobachter rechnen sogar schon mit einem Nachfragesprung für die VP9, die Heckler & Koch erst im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht hat. Während der Hauptkunde Bundeswehr mit dem G-36-Gewehr offenbar ein Scheunentor aus zehn Metern Entfernung nicht trifft, ist die VP9 von der amerikanischen „National Rifle Association“ in den USA zur Handfeuerwaffe des Jahres 2015 ausgerufen worden.

Dem Waffenbauer aus Oberndorf könnten steigende Pistolenverkäufe in einer schwierigen Lage Rückenwind verleihen. Die Bundeswehr ist seit dem Auftauchen der vermeintlichen Mängel bei der Zielgenauigkeit des Sturmgewehrs G-36 auf Distanz zu Heckler & Koch gegangen. Die 295 Millionen Euro schwere Highyield-Anleihe von Heckler & Koch hatte dies auf Talfahrt geschickt.

Heckler & Koch kann steigende Absätze gut gebrauchen

Die Guerilla-Werbung im neuen Bondstreifen, der diese Woche in den Kinos startet, tut dem angekratzten Image des Waffenherstellers schon jetzt gut, wie die Reaktionen in den Internetforen zeigen. Und das Beste: Nach Informationen der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ muss der Waffenhersteller, der seinen Absatzfokus ohnehin stärker in Richtung USA verschieben will, für den Kinoauftritt noch nicht einmal bezahlen.

Steigende Umsätze täten auch der Kassenlage von Heckler & Koch gut, denn der finanzielle Spielraum von Neu-CFO Reinhold Müller ist inzwischen ziemlich eng geworden: Die Ratingagentur Mood’ys bezeichnet die finanzielle Flexibilität von Heckler & Koch nur noch als „minimal“. Um die Bilanz wieder ins Lot zu bringen, befindet sich Heckler & Koch seit Längerem auf Investorensuche. Ein Auftritt in einem der größten Action-Streifen aller Zeiten dürfte auch dabei dem Unternehmen nicht schaden.

Nichtsdestotrotz ist Heckler & Koch jetzt erst einmal selbst am Zug. James Bond wird die nächste Kuponzahlung im November mit Sicherheit nicht bezahlen, VP9 Handfeuerwaffe des Jahres hin oder her.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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