Newsletter

Abonnements

Preps 2005-1 wird zurückbezahlt

In Bündeln haben Vehikel wie Preps Genussrechte an Investoren weitergereicht.

Investoren von Preps 2005-1 haben schon lange auf den 6. August 2012 hingefiebert. Am wichtigsten  Zahltag haben Anleger rund 220 Millionen Euro an Zinsen und Tilgung erhalten, wie FINANCE erfahren hat. Die Transaktion, die die Schweizer Capital Efficiency Group (CEG) vor sieben Jahren gemeinsam mit der HypoVereinsbank aufgelegt hat, umfasste ursprünglich einen Genussrechts-Pool mit einem Volumen von 313 Millionen Euro. 51 Unternehmen aus Deutschland und Österreich nahmen teil. Wie andere Mezzanine-Programme auch kämpfte Preps 2005-1 mit vorzeitigen Insolvenzen und Betrugsfällen. Das prominenteste Beispiel ist der bayerische Plüschtierhersteller Nici, bei dem 2006 ein massiver Betrug mit anschließender Insolvenz ans Tageslicht gekommen war.

Allen Unkenrufen zum Trotz haben nach Ablauf der sieben Jahre die meisten Unternehmen das ausstehende Kapital jetzt zurückbezahlt. Glimpflich davon gekommen sind deswegen die Investoren der gerateten Tranchen Class A1 und Class A2. Trotz mehrerer Ratingherabstufungen haben sie die eingesetzten 235 Millionen Euro nebst Zinsen vollständig zurückerhalten. Bangen müssen hingegen Anleger der Class B, die von Moody’s inzwischen nur noch mit Caa3 bewertet wird. Sie erhalten zunächst nur rund 96 Prozent der Zinsen und des Kapitals zurück.

Zwei Portfoliounternehmen, die namentlich nicht bekannt sind, kämpfen noch um die Refinanzierung. Zahlen sie wie angekündigt in den nächsten Monaten, dann sollten beim nächsten Zahlungstermin (Februar 2013) die ausstehenden Gelder an die Class B überwiesen werden können. In einem weiteren Fall hoffen die Initiatoren um die CEG nach eigenen Angaben noch auf einen positiven Erlös durch den Verkauf des Genussrechts eines kriselnden Unternehmens. Investitionen in die gerateten Tranchen waren besonders für diejenigen Investoren ertragreich, die am Sekundärmarkt eingestiegen sind. Nach frühen Ausfällen wie der Nici-Pleite wurden die Preps-Papiere lange Zeit deutlich unter par gehandelt.

Mezzanine-Ausfälle treffen Junior Notes

Schlechter sieht es für die Zeichner der ungerateten Junior Note aus, die zu Beginn 31 Millionen Euro umfasste. Getroffen haben die Unternehmensinsolvenzen und Zahlungsausfälle besonders diese Investorenklasse: Von den investierten 31 Millionen Euro haben sie über die Laufzeit gerade einmal 4,6 Millionen Euro zurückerhalten. Damit schlägt sich Preps 2005-1 deutlich schlechter als die bereits ausgelaufenen Transaktionen Preps 2004-1 und 2004-2, bei denen die Zeichner der Hochrisikotranche immerhin noch – eine wenn auch kleine – positive Rendite erzielten. „Das wird mit jedem weiteren Programm noch ein wenig schlechter für die unteren Tranchen werden“, glaubt ein Beobachter aus Finanzkreisen.

Im August stehen weitere Mezzanine-Programme zur Rückzahlung an: Heat Mezzanine 1-2005, das ursprünglich rund 220 Millionen Euro umfasste und von HSBC Trinkaus aufgelegt wurde, sowie Gemit, das mit einem Volumen von 320 Millionen Euro  von der DZ Bank und Buchanan initiiert wurde. Auch diese beiden Programme mussten schon mehrere Ausfälle hinnehmen. So traf die Insolvenz von Schieder Möbel, einst Europas größter Möbelhersteller, das Genussschein-Programm Gemit. Die Pleiten der Mittelständler Emprise Management Consulting, der E-M-S New Media und von Krystaltech Lynx Europe haben das Programm Heat 2005 geschwächt.

markus.dentz[at]finance-magazin.de 

Info

Programm-Mezzanine vor der Rückzahlung

In den Jahren 2004 bis 2007 haben mehrere hundert mittelständische Unternehmen standardisiertes Mezzanine-Kapital in einem Volumen von rund 5 Milliarden Euro aufgenommen. Das Mezzanine-Kapital in Form von Genussrechten stammte überwiegend aus aus der Ausgabe von Anleihen, sogenannten Collateral Debt Obligations (CDOs). Banken haben Kapitalmarktvehikel zum Teil in Kooperation mit externen Finanzdienstleistern aufgelegt. Das Kapital wurde bei nationalen und internationalen Investoren eingeworben. Seit vergangenem Jahr müssen diese Mezzanine-Darlehen mit dem Auslaufen der jeweiligen Transaktion zurückgeführt werden. Zur Refinanzierungsthematik hat FINANCE bereits 2010 eine Studie aufgelegt, die Sie hier bestellen können: https://www.finance-magazin.de/research/studien/

+ posts

Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

FINANCE Daily Newsletter
Das Wichtigste aus der FINANCE-Welt – täglich direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren »
Jetzt abonnieren »
FINANCE Daily Newsletter