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S&P erwartet Aufschwung am ABS-Verbriefungsmarkt

Die Finanzsparte von VW ist seit Jahren ein regelmäßiger Emittent und verbrieft regelmäßig Leasingforderungen und Autokredite.
VW

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) rechnet für das Jahr 2014 mit Aufwind am europäischen ABS-Markt. Im vergangenen Jahr war das ABS-Volumen in Europa erstmals seit 2008 wieder rückläufig: Die ABS-Transaktionen summierten sich auf insgesamt 20 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es noch 27 Milliarden Euro, wie die Ratingagentur in ihrem gerade veröffentlichten „European ABS Outlook 2014“ schreibt. Hauptursache für die rückläufigen Zahlen ist demnach vor allem der britische Markt, hier seien deutlich weniger Kreditkartenforderungen und KfZ-Kredite verbrieft worden als in den Vorjahren.
 
Das dürfte sich nach Einschätzung der Analysten in diesem Jahr ändern: Für 2014 erwarten sie wenigstens einen leichten Aufschwung bei ABS-Transaktionen, vor allem getrieben durch wieder verstärkte Aktivitäten in Großbritannien. Der wohl größte Anteil des Volumens dürfte in diesem Jahr nach der Prognose von S&P aber wohl erneut auf Auto-ABS-Transaktionen in Deutschland entfallen. Deren Volumen hatte sich im vergangenen Jahr bereits verdoppelt und mit 11 Milliarden Euro allein in den ersten elf Monaten 2013 mehr als 60 Prozent des gesamten europäischen ABS-Volumens ausgemacht. Besonders die Finanzsparte von Volkswagen ist seit Jahren ein regelmäßiger Emittent und verbrieft regelmäßig Leasingforderungen und Autokredite.

Herabstufungen in Südeuropa erwartet

Für Investoren bleibt der Markt nach Einschätzung von S&P insgesamt attraktiv. Angesichts eines erwarteten Wirtschaftswachstums von 0,9 Prozent innerhalb der Eurozone rechnet die Agentur mit einer stabilen Kreditperformance in den meisten ABS-Klassen, Downgrades dürften die Ausnahme bleiben. Das gilt allerdings nicht für ABS-Transaktionen der südlichen Eurozone: Eine mögliche Änderung der Bewertungsmethoden für strukturierte Finanzierungen, die S&P im Oktober vorgeschlagen hat, könnte vor allem in Südeuropa zu massiven Abstufungen führen und mehr als die Hälfte aller Ratings von Verbriefungen in Spanien, Italien und Portugal – und damit auch viele ABS-Transaktionen – betreffen.

Nach den Boomjahren 2005 bis 2007 brach der globale Markt 2008 dramatisch ein. Verbriefungen waren besonders durch Transaktionen mit US-Subprime-Immobilienkrediten ein maßgeblicher Auslöser der Finanzkrise. In der Folge der Finanzkrise nahmen die Investoren ABS-Anlageklassen mit in Sippenhaft, die eigentlich als solide galten. Ein Comeback der Verbriefung könnte auch positive Effekte für die Unternehmensfinanzierungen haben: Banken können damit ihre Bilanzen freiräumen, um neue Kredite zu vergeben.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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