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Finanzierungen: Baywa, Babbel, Boels

Auch der Agrarkonzern Baywa setzt auf nachhaltige Finanzierungen. Foto: Baywa
Auch der Agrarkonzern Baywa setzt auf nachhaltige Finanzierungen. Foto: Baywa

Baywa schließt ESG-Kredit ab

Der Agrar- und Baustoffhändler Baywa hat sich eine syndizierte Kreditfinanzierung in Höhe von 1,7 Milliarden Euro gesichert – mit einer Premiere: Es ist die erste Kreditlinie der Münchener, die sich an einem ESG-Rating der Agentur MSCI ESG Research orientiert. Die Konsortialfinanzierung hat eine Laufzeit von drei Jahren und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Das Nachhaltigkeitsrating wirkt sich laut Baywa direkt auf die Finanzierungskonditionen aus – wie konkret, teilte der Konzern nicht mit.

„Mit der Konsortialfinanzierung vervollständigen wir unsere Langfristfinanzierungen der letzten Jahre und vollziehen eine Abkehr von einer für Handelsunternehmen eher gängigen Kurzfriststrategie. Die Koppelung der Kreditlinie an Nachhaltigkeitsfaktoren ist ein weiterer konsequenter Schritt unserer Nachhaltigkeitsausrichtung”, lässt sich Baywa-CFO Andreas Helber in der Mitteilung zitieren.

Bookrunner der Transaktion waren DZ Bank, BayernLB und Unicredit. Insgesamt bestand das Konsortium aus zehn internationalen Banken, wie Baywa weiter mitteilte. Rothschild & Co. fungierte als Finanzberater. Weitere Hintergründe zur Finanzierung finden Sie bei unserer Schwesterpublikation DerTreasurer.

Babbel plant Börsengang

Die Sprachlern-App Babbel will noch in diesem Jahr an die Frankfurter Börse. Wie die Berliner Online-Plattform vergangene Woche mitteilte, soll durch eine Kapitalerhöhung im Rahmen des IPOs ein Bruttoerlös in Höhe von 180 Millionen Euro eingesammelt werden. Darüber hinaus wollen bestimmte bestehende Aktionäre Aktien im Rahmen einer Mehrzuteilung zur Verfügung stellen.

Den Erlös will Babbel für die Stärkung seiner Technologie und des Firmenkundengeschäfts verwenden. Zudem soll das Wachstum vor allem in Nordamerika beschleunigt werden. Babbel wird bei dem geplanten Börsengang rechtlich von der Kanzlei Poellath (Federführung: Eva Nase und Gerald Herrmann) begleitet.

Vermietungsunternehmen Boels refinanziert sich

Das Werkzeug-Vermietungsunternehmens Boels hat seine Refinanzierung über insgesamt 1,45 Milliarden Euro abgeschlossen. Die Transaktion, bei der bisherige Kreditlinien angepasst und teilweise zurückgeführt wurden, umfasst zudem einen neuen Term Loan B sowie eine revolvierende Kreditfazilität mit einer Laufzeit bis 2027.

BNP Paribas, ING, ABN Amro, Rabobank und Credit Suisse fungierten als Mandated Lead Arrangers und Bookrunners. Die Rabobank agierte zudem als Uncommitted Facility Lender, Agent und Security Agent. Das Bankenkonsortium wurde bei der Refinanzierung von der Kanzlei White & Case (Federführung: Vanessa Schürmann) beraten.

Vitesco geht an die Börse

Nach fast zwei Jahren Planung geht die ehemalige Continental-Antriebssparte Vitesco Technologies in der kommenden Woche an die Frankfurter Börse. Am Donnerstag wird das Unternehmen aus Regensburg über einen Spin-Off an den Markt gebracht und soll im Prime Standard gelistet werden. Als Lead Financial Advisors und Listing Agents begleiten Bank of America, Deutsche Bank und JP Morgan den Börsengang. Co-Advisors sind BBVA, Citi, Commerzbank, Crédit Agricole, DBS Vickers Securities, DZ Bank, Helaba, ING, LBBW, SMBC Nikko und Unicredit.

Vitesco hatte den IPO schon seit längerem angestrebt, musste diesen jedoch wegen schlechter Marktbedingungen und der Coronakrise mehrfach verschieben. Für Finanzchef Werner Volz wäre es attraktiv, wenn das Unternehmen „irgendwann vielleicht einmal“ in den MDax aufsteigt.

Weitere Meldungen

Der Industrie-Recycler Befesa hat seinen 2019 abgeschlossenen Term Loan B um weitere 100 Millionen Euro auf nun insgesamt 626 Millionen Euro erhöht. Die Mittel aus der Transaktion will das Unternehmen zur teilweisen Finanzierung der Übernahme des US-Wettbewerbers American Zinc Recycling und für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Citi fungierte bei der Erhöhung als Facility Agent und Security Agent. Das Bankenkonsortium wurde von der Kanzlei White & Case (Federführung: Vanessa Schürmann) rechtlich unterstützt.

Die auf Luxusuhren spezialisierte Online-Handelsplattform Chronext konkretisiert ihre Börsenpläne. Der IPO wird demnach voraussichtlich eine Kapitalerhöhung von etwa 250 Millionen Schweizer Franken (230,65 Millionen Euro) sowie eine Platzierung bestehender Aktien bestimmter Aktionäre umfassen. Zudem soll eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 15 Prozent angeboten werden. Die Erlöse aus dem Börsengang will Chronext dazu verwenden, um das organische Wachstum voranzutreiben, das Produktangebot zu erweitern und in neue geografische Regionen zu expandieren.

Das deutsch-chinesische Start-up Agile Robots hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 220 Millionen Dollar (186 Millionen Euro) eingesammelt. Das teilten die Münchener am vergangenen Freitag mit. Durch die Transaktion steigt das Unternehmen nach eigenen Angaben zum weltweit einzigen Einhorn im Bereich der Robotik auf. Angeführt wurde die Runde von Softbank. Weiterhin beteiligten sich die Finanzinvestoren Abu Dhabi Royal Group, Hillhouse Ventures und Sequoia Capital China sowie strategische Investoren wie Xiaomi und ehemalige Führungskräfte des Apple-Zulieferers Foxconn. Die frischen Mittel will Agile Robots für die Produktentwicklung, den Vertrieb sowie den Auf- und Ausbau der Serienfertigung verwenden.

Der Schweizer Versicherer Baloise hat erstmals einen Green Bond über 200 Millionen Schweizer Franken (169 Millionen Euro) emittiert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 8,75 Jahren und wird mit 0,125 Prozent verzinst. Die Erlöse des Green Bonds werden zur Finanzierung grüner Immobilien im Rahmen des kürzlich etablierten Green Bond Frameworks verwendet, wie Baloise mitteilte. Die UBS Investment Bank und die Zürcher Kantonalbank fungierten bei der Platzierung als Joint Lead Managers. Die Deutsche Bank begleitete die Transaktion als Co-Manager.

Der Hamburger SV erhält offenbar eine Finanzspritze des Bundes über 10 Millionen Euro. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtete, sei ein entsprechender Antrag des Fußball-Zweitligisten auf die staatliche Corona-Überbrückungshilfe genehmigt worden. Der HSV äußerte sich zu diesen Informationen nicht. Eigenen Angaben zufolge sind die Umsätze des Vereins im Vergleich zum Vorjahr durch die Coronakrise um fast 60 Prozent eingebrochen.

Der Schweizer Maschinenbauer Sulzer will seine Sparte Medmix Ende September an die Schweizer Börse Six bringen. Voraussetzung für den IPO sei die Zustimmung der Sulzer-Aktionäre am 20. September. Insgesamt will das Unternehmen durch den IPO neue Aktien im Wert von 200 bis 300 Millionen Schweizer Franken (169 bis 254 Millionen Euro) ausgeben. Im Rahmen der Abspaltung erhalten die Sulzer-Aktionäre je Titel eine Medmix-Aktie. Die Zeichnungsfrist soll vom 22. bis zum 29. September laufen. Medmix, das Geräte zur Applikation von Flüssigkeiten in der Dental-, Gesundheits- und Kosmetikbranche produziert, ist eigenen Angaben zufolge das am schnellsten wachsende und profitabelste Geschäft von Sulzer.

Das Spiele- und Medienunternehmen Media and Games Invest will seine in 2024 fällige Anleihe über 25 Millionen Euro vorzeitig tilgen. Aufgrund einer starken operativen Perfomance kann das Unternehmen dadurch eigenen Angaben zufolge den Zinsaufwand reduzieren. Die Anleihe ist mit 7 Prozent verzinst.

Ratingmeldungen

Creditreform hat das Rating der Erste Group Bank von A- auf A heraufgestuft. Der Ausblick bleibt weiterhin stabil. Laut der Ratingagentur haben sich im Laufe der Corona-Krise die Erträge und Risikovorsorgeaufwendungen der Erste Group Bank zwar negativ entwickelt, gleichzeitig erwartet Creditreform jedoch nicht, dass diese Effekte die Ertragskraft und Asset-Qualität nachhaltig negativ beeinflussen.

Creditreform hat der Deutschen Post ein Rating von A- zugeteilt. Zugleich änderte die Agentur den Ausblick von stabil zu positiv. Creditreform geht davon aus, dass die Deutsche Post ihre operative Umsatz- und Ergebnisentwicklung in diesem Jahr nochmals verbessern kann.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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