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Finanzierungen: Vonovia, EnBW, Evonik

Vonovia hat für die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen fünf neue Anleihen platziert. Foto: Simon Bierwald/Vonovia
Vonovia hat für die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen fünf neue Anleihen platziert. Foto: Simon Bierwald/Vonovia

Milliardenschwere Anleiheemission bei Vonovia

Vonovia hat fünf neue Anleihen im Gesamtvolumen von 5 Milliarden Euro platziert. Wie der Immobilienkonzern vergangenen Freitag mitteilte, liegt der durchschnittliche Zinskupon der Papiere bei 0,49 Prozent. Die durchschnittliche Laufzeit beträgt 10,3 Jahre. Eine der Anleihe konnte dabei erstmals mit einer Laufzeit von 30 Jahren begeben werden. Vonovia zufolge war die Emission vierfach überzeichnet.

Die Erlöse will das Unternehmen für die Brückenfinanzierung im Zusammenhang mit der angestrebten Übernahme der Deutsche Wohnen verwenden. Erst im Juni hatte Vonovia bereits Anleihen über insgesamt 4 Milliarden Euro platziert.

EnBW platziert zwei Nachranganleihen

Die EnBW hat zwei Nachranganleihen im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro begeben. Wie das Energieunternehmen vergangene Woche mitteilte, sind die Tranchen jeweils 500 Millionen Euro schwer, haben eine Laufzeit von 60 Jahren und werden mit 1,375 bzw. 2,125 Prozent verzinst. Die mit 1,375 verzinste Tranche wurde als grüne Anleihe emittiert.

Die Erlöse der grünen Anleihe sollen in nachhaltige Umwelt- und Klimaschutzprojekte in den Kategorien Offshore Wind, Onshore Wind, Photovoltaik und Elektromobilität fließen, so EnBW-CFO Thomas Kusterer. Das grüne Finanzierungsinstrument wird durch die Nachhaltigkeitsagentur ISS ESG und durch die Climate Bonds Initiative (CBI) geprüft. Barclays und Deutsche Bank fungierten bei der Platzierung als Joint Structuring Advisors. BBVA, BNP Paribas, LBBW, MUFG und NatWest haben die EnBW als zusätzliche Joint Lead Managers begleitet.

Erste grüne Hybridanleihe für Evonik

Evonik wird erstmals am Green-Finance-Markt aktiv: Der Spezialchemiekonzern hat seine erste grüne Hybridanleihe über insgesamt 500 Millionen Euro emittiert. Dies ist das erste grüne Finanzierungsinstrument des Unternehmens. Der Bond hat eine Laufzeit von 60 Jahren, wobei Evonik 2026 von einem ersten Rückzahlungsrecht Gebrauch machen kann. Die jährliche Verzinsung beträgt 1,375 Prozent. Dem Unternehmen zufolge war die Emission deutlich überzeichnet.

Im Zusammenhang mit dem neuen Bond hat Evonik zudem ein Rückkaufangebot der ausstehenden Hybridanleihe über 500 Millionen Euro mit einer Verzinsung von 2,125 Prozent veröffentlicht. Mit Hilfe dieser Finanzierungskombination will Evonik die ausstehende Hybridanleihe frühzeitig refinanzieren. Die Platzierung der neuen grünen Hybridanleihe wurde federführend von BofA Securities und Citigroup begleitet. Weitere Bookrunner waren BNP Paribas, HSBC und Unicredit. BNP Paribas, BofA Securities und Citigroup sind zudem Dealer Manager für das Rückkaufangebot.

Alles zum Thema

Green Finance

Green Bond, Green Schuldschein, ESG-linked Loan & Co.: Was einst als Trend begann, entwickelt sich mittlerweile zum Standard. Am Thema Green Finance kommt heute kein CFO mehr vorbei. Alle wichtigsten Marktentwicklungen können Sie hier nachlesen.

Weitere Meldungen

Der Autozulieferer Progress-Werk Oberkirch (PWO) hat die bestehenden KfW-Kredite, die bisher nicht in Anspruch genommen wurden, vorzeitig gekündigt. PWO hatte die Kreditverträge mit der KfW über 30 Millionen Euro im Februar dieses Jahres abgeschlossen, um mögliche weitere Auswirkungen der anhaltenden Corona-Pandemie besser ausgleichen zu können. Aufgrund guter Geschäfte im ersten Halbjahr 2021 ist PWO nun jedoch nicht mehr auf zusätzliche Hilfen aus dem KfW-Kredit angewiesen, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Die auf Luxusuhren spezialisierte Online-Handelsplattform Chronext plant einen IPO an der Schweizer Börse. Dies berichtete die „Börsen-Zeitung“ nach einem Gespräch mit Chronext-Gründer und CEO Philipp Man. Neben einem Börsengang erwäge das Unternehmen jedoch auch noch weitere Optionen zur Finanzierung des weiteren Wachstums. Mit der Prüfung verschiedener Möglichkeiten seien dem Bericht zufolge die Banken UBS, BofA und Jefferies mandatiert worden.

Der auf die Pharmabranche spezialisierte Logistikdienstleister Transoflex plant offenbar einen Börsengang. Medienberichten zufolge liebäugele das Unternehmen schon länger mit einem IPO. „Die Diskussion ist noch nicht abgeschlossen“, sagte CEO Wolfgang Albeck vergangene Woche gegenüber der „Börsen-Zeitung“. Konkrete Details zum Zeitplan und dem Umfang des IPOs gab das Unternehmen jedoch noch nicht bekannt.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Baa1-Rating des Autozulieferers Hella unter Beobachtung für ein mögliches Downgrade gesetzt. Auch der stabile Ausblick steht kurz vor einer Verschlechterung. Moody’s begründet dies mit der Ankündigung der Übernahme Hellas durch den französischen Autozulieferer Faurecia.

Moody’s hat den Ratingausblick des Industrieanlagenherstellers Schenck Process Group von negativ auf positiv geändert. Gleichzeitig bestätigte die Agentur das Rating selbst bei B3. In der Begründung verweist Moody’s auf den schnellen Schuldenabbau des Unternehmens trotz des herausfordernden vergangenen Jahres. 

S&P hat das Rating des Gabelstaplerherstellers Kion von BB+ auf BBB- verbessert. Der Ausblick ist stabil.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

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Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalisten für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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