Finanzierungen: Eurogrid, Branicks, Ögig

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Eurogrid, die Muttergesellschaft von 50 Hertz, finanziert den Netzausbau mit einer grünen Anleihe über 500 Millionen Euro. Foto: Achim Wagner – stock.adobe.com
Eurogrid, die Muttergesellschaft von 50 Hertz, finanziert den Netzausbau mit einer grünen Anleihe über 500 Millionen Euro. Foto: Achim Wagner – stock.adobe.com

Eurogrid legt mit weiterer grüner Anleihe nach

Eurogrid hat eine grüne Anleihe über 500 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Die Muttergesellschaft des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz will mit den Erlösen den Ausbau und die Verstärkung ihres Stromnetzes finanzieren. Die Anleihe läuft acht Jahre und ist mit einem Kupon von 4,48 Prozent ausgestattet.

Nach Angaben von Eurogrid erreichte das Orderbuch ein Volumen von rund 3,3 Milliarden Euro, womit die Nachfrage das Emissionsvolumen um das 6,6-Fache überstieg. Die Anleihe wurde nach dem European Green Bond Standard begeben. Mit den Mitteln sollen unter anderem Investitionen in die Netzinfrastruktur finanziert werden, um mehr Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen und transportieren zu können.

Bereits im August hatte Eurogrid eine Anleihe über 500 Millionen Euro mit zwölfjähriger Laufzeit und einem Kupon von 4,292 Prozent platziert. Bei der aktuellen Emission entschied sich das Unternehmen angesichts des Zinsumfelds für eine kürzere Laufzeit. Begleitet wurde die Transaktion von Crédit Agricole, Natwest, Unicredit und Société Générale als Joint Bookrunner.

Branicks-Gläubiger stimmen Millionen-Restrukturierung zu

Der Frankfurter Immobilienkonzern Branicks ist bei seiner finanziellen Restrukturierung einen Schritt weiter. Die Gläubiger einer ursprünglich 2026 fälligen Unternehmensanleihe über 400 Millionen Euro haben dem Sanierungskonzept mit 99 Prozent der abgegebenen Stimmen zugestimmt. Das teilte die Branicks Gruppe mit. Insgesamt sollen Finanzverbindlichkeiten über 595 Millionen Euro neu strukturiert werden.

Die Vereinbarung betrifft neben der Unternehmensanleihe auch Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen. Für Verbindlichkeiten über 375 Millionen Euro ist künftig der 30. September 2030 als Frist vorgesehen. Weitere 220 Millionen Euro sollen erst am 30. September 2038 zurückgezahlt werden. Damit verschiebt Branicks einen erheblichen Teil seiner Rückzahlungsverpflichtungen um mehrere Jahre.

Die Restrukturierung ist allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. In den kommenden Wochen müssen weitere technische Voraussetzungen erfüllt werden. Das Sanierungskonzept soll nach Unternehmensangaben bis Ende 2026, spätestens jedoch bis zum 31. März 2027, in Kraft treten.

Ögig sichert sich 225 Millionen Euro für Glasfaserausbau

Die Österreichische Glasfaser-Infrastrukturgesellschaft (Ögig) hat erstmals eine Fremdkapitalfinanzierung über 225 Millionen Euro abgeschlossen. Die Finanzierung wird von einem Bankenkonsortium aus BayernLB, KfW und Raiffeisenlandesbank Oberösterreich sowie der Europäischen Investitionsbank (EIB) bereitgestellt. Die EIB, die durch das EU-Programm Invest EU unterstützt wird, beteiligt sich mit 75 Millionen Euro. Die Mittel sollen insbesondere in den Ausbau offener Glasfasernetze fließen, über die verschiedene Telekommunikationsanbieter ihre Dienste anbieten können.

Die zur Allianz-Gruppe gehörende Ögig hat ihren Netzausbau bislang ausschließlich mit Eigenkapital finanziert und ergänzt ihre Finanzierung nun erstmals um Fremdkapital. Bereits 2019 hatte die Allianz den Grundstein für den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur in Österreich gelegt und seither die Investitionen von Ögig getragen. Rechtlich beraten wurde Ögig bei der Transaktion von der Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells Cadwalader.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Katjes Greenfood hat das Volumen seiner neuen Unternehmensanleihe aufgrund hoher Nachfrage von ursprünglich 40 auf 44 Millionen Euro erhöht. Das teilte die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft mit, die zur Katjes-Gruppe gehört und in Unternehmen der Lebensmittelbranche investiert. Die Anleihe war nach Unternehmensangaben deutlich überzeichnet und läuft bis 2031. Mit dem Erlös will Katjes Greenfood bestehende Verbindlichkeiten vorzeitig refinanzieren.

Das Hamburger Wärmepumpenunternehmen Hansetherm hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 10 Millionen Euro eingesammelt. Neben den Gründern beteiligten sich der Münchener Wagniskapitalgeber G-Fund sowie mehrere Investoren aus der Immobilienwirtschaft, darunter die Optima Aegidius Firmengruppe. Mit dem Kapital will Hansetherm sein Team vergrößern, die Technologie weiterentwickeln und seine Installationskapazitäten ausbauen. Zudem plant das Unternehmen, sein Angebot um Photovoltaik, Klimatisierung und weitere Energiedienstleistungen zu erweitern.

Cellbox Solutions hat seine Series-A-Finanzierungsrunde über insgesamt 5 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kölner Unternehmen entwickelt Transportlösungen für empfindliche biologische Materialien. Nach einer ersten Finanzierungsrunde über 3,5 Millionen Euro im März kamen laut dem Unternehmen weitere Investoren hinzu, darunter Baltic Business Angels Invest und ein kanadisches Family Office. Auch NRW.Bank und Fraunhofer Venture beteiligten sich erneut. Mit dem Kapital will Cellbox Solutions sein Logistikangebot ausbauen und international wachsen.

Rating-Meldungen

Moody’s hat das langfristige Emittenten-Rating von ABB mit „A2“ bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf positiv angehoben.

Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.