Birkenstock-Investor nutzt Gunst der Stunde und erzielt Milliardenerlös

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Der Investor L Catterton stieg 2021 bei Birkenstock ein. Foto: Marlon - stock.adobe.com
Der Investor L Catterton stieg 2021 bei Birkenstock ein. Foto: Marlon - stock.adobe.com

Der Birkenstock-Großaktionär L Catterton hat den jüngsten Kursanstieg der Birkenstock-Aktie genutzt, um ein umfangreiches Aktienpaket abzustoßen. Die Beteiligungsgesellschaft, hinter der der französische Milliardär Bernard Arnault sowie der Luxusgüterkonzern LVMH stehen, veräußerte in der Nacht auf Freitag 25,52 Millionen Aktien des deutschen Schuhunternehmens zu einem Gesamterlös von 1 Milliarde US-Dollar.

Die Investmentbank JP Morgan brachte die Papiere vergangene Nacht zu einem Stückpreis von 39,35 Dollar bei institutionellen Investoren unter – und damit zu einem Abschlag von 4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs an der New Yorker Börse vom Donnerstag. Birkenstock selbst gab bekannt, Aktien aus dem Paket im Wert von 500 Millionen US-Dollar zurückzukaufen und anschließend einzuziehen.

L Catterton stieg 2021 als Birkenstock-Investor ein

Mit dem Verkauf des Aktienpakets reduziert L Catterton rund fünf Jahre nach seinem Einstieg bei Birkenstock seine Mehrheitsbeteiligung auf eine Minderheitsbeteiligung. Laut LSEG-Daten hielt der Investor zuletzt noch 54 Prozent der Anteile, von denen nun gut ein Viertel veräußert wurde.

Der Milliardär Arnault selbst hält über seine Familienholding Financière Agache zusätzlich 5,6 Prozent an Birkenstock. L Catterton war 2016 aus dem US-amerikanischen Investor Catterton sowie den Finanzbeteiligungen des französischen Luxuskonzerns LVMH (Louis Vuitton, Moët Hennessy) hervorgegangen. Im April 2021 stieg der Investor bei Birkenstock ein – zu einer Bewertung von rund 4 Milliarden Euro.

Seitdem hat L Catterton nach dem Börsengang des Schuhherstellers im Oktober 2023 jährlich wachsende Aktienpakete veräußert: 2024 für 756 Millionen US-Dollar, 2025 für 941 Millionen US-Dollar.

Birkenstock hebt Prognose für 2026 an

Auslöser für den Verkauf waren die starken Quartalszahlen des Unternehmens: Die Birkenstock-Aktie legte an der New Yorker Börse zuletzt um 12 Prozent zu, nachdem das Unternehmen aufgrund der robusten Nachfrage seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert hatte. Im nachbörslichen Handel gaben die Papiere anschließend um 3,7 Prozent auf 39,50 US-Dollar nach. Derzeit notiert die Birkenstock-Aktie bei 41 US-Dollar.

Getragen von der anhaltend hohen Nachfrage nach seinen beliebten Korksandalen hat Birkenstock seine Jahresprognose nach oben angepasst. Für 2026 rechnet das in New York börsennotierte Traditionsunternehmen nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 15 Prozent auf voraussichtlich 2,4 Milliarden Euro sowie einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) von mindestens 710 Millionen Euro. Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal legte der Umsatz währungsbereinigt ebenfalls um 15 Prozent auf 720 Millionen Euro zu. Das Geschäftsjahr von Birkenstock beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres.

Der Nettogewinn im dritten Quartal hingegen ging um 15 Prozent auf 110 Millionen Euro zurück – ein Rückgang, der Birkenstock zufolge allerdings auf Einmaleffekte im Zusammenhang mit einem Aktienrückkauf sowie einer Refinanzierung in Höhe von 22 Millionen Euro zurückzuführen sei.

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Gehalt und Personal. Zudem ist sie Moderatorin bei FINANCE TV. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.