Puma

12.01.18
Finanzierungen

Großaktionär lässt Puma frei

Der französische Modekonzern Kering gibt die Mehrheit am deutschen Sportartikelhersteller Puma an seine Aktionäre ab. Damit steigt die Chance, dass Puma wieder in den MDax zurückkehrt.

Der deutsche Sportartikelhersteller Puma bekommt eine neue Gesellschafterstruktur, denn der französische Luxuskonzern Kering will einen Großteil seiner Puma-Aktien an die eigenen Aktionäre verteilen. Das gaben die Franzosen, zu denen Marken wie Gucci oder Yves Saint Laurent gehören, am späten Donnerstag Abend bekannt. 

Kering kontrolliert bisher 86,3 Prozent der Puma-Aktien. 70 Prozent sollen nun über eine Sachdividende an die Kering-Aktionäre, allen voran Artémis, ausgeschüttet werden. Artémis ist die Holdinggesellschaft der französischen Unternehmerfamilie Pinault, die mit 44,9 Prozent Großaktionär von Puma ist. Artémis soll künftig 29 Prozent an Puma halten und damit neuer Ankeraktionär werden.

Kering selbst behält 16 Prozent. Der Streubesitz (Freefloat) erhöht sich dadurch von aktuell 14 auf 55 Prozent. Puma begrüßt diesen Schritt, da Investoren so leichter in die Aktie investieren können, schreiben die Herzogenauracher in ihrer Mitteilung.

Puma hat sich gut entwickelt

Das Pariser Unternehmen Kering war 2007 bei Puma eingestiegen und hatte rund 62 Prozent zu einem Kurs von 300 Euro erworben. Nach und nach hatten die Franzosen den Anteil aufgestockt, aber zum Teil zu deutlich niedrigen Kursen. Die Idee damals: Mithilfe des Luxusgeschäfts wollte Kering Puma als Mode- und Lifestyle-Marke positionieren und sich damit von Konkurrenten wie Nike abgrenzen. Die Strategie ging allerdings nicht auf und inzwischen ist Puma wieder zu seinen Wurzeln als Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung zurückgekehrt.

Die Arbeit von Puma-Chef Björn Gulden zeigte bereits erste Früchte, das Unternehmen konnte zuletzt die Gewinnprognose drei Mal in Folge erhöhen. Der Umsatz soll laut eines Research-Berichts von Warburg 2017 gegenüber dem Vorjahr von 3,6 auf 4,1 Milliarden Euro steigen, wovon ein Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebida) 320 Millionen Euro hängen bleiben soll. 2016 waren es 191 Millionen Euro gewesen.

Übernahmephantasie trieb Puma-Aktie

Puma Aktie

Puma Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Verkaufsspekulationen um Puma vom Tisch

An der Strategie von Puma solle sich nun auch durch die neue Aktionärsstruktur nichts ändern. Dennoch gab der Aktienkurs nach der Ankündigung um über 11 Prozent nach und steht aktuell bei 300 Euro, also dem Preis, zu dem Kering bei Puma eingestiegen war. Grund für den Kursrutsch dürften die beendeten Übernahmephantasien sein, die den Kurs zuletzt stark nach oben getrieben hatten. 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung wurde unter anderem einem Konsortium aus Singapur oder strategischen Investoren aus den USA wie VF Corp Interesse an Puma nachgesagt.

Ein Verkauf von Puma scheint nun jedoch vom Tisch. Vielmehr entlassen die Franzosen Puma in die Selbständigkeit. Gulden will Puma von der Life-Style-Marke zum Sportartikelhersteller zurückbringen und konnte. 

Puma wird wieder MDax-Kandidat

Dass Kering Puma nicht komplett verkauft, sondern seine Anteile an die Aktionäre ausschüttet, erhöht gleichzeitig die Chancen, dass Puma in dem MDax zurückkehren konnte. Bei rund 15 Millionen Aktien und einem Kurs von 300 Euro bringt Puma damit rund 4,5 Milliarden Euro auf die Wage. Vor dem Kursrutsch waren es sogar rund 5 Milliarden Euro gewesen. 

Puma gehört damit mit Aroundtown, Rational, Hapag-Lloyd und Delivery Hero zu den wertvollsten SDax-Unternehmen. Da Pumas Streubesitz sowie der Handelsumsatz der Aktie wegen der bisherigen Gesellschafterstruktur zu gering war, war eine Listung im MDax nicht möglich.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de