Siemens Healthineers

05.03.18
Finanzierungen

Siemens muss Abstriche bei Healthineers-IPO machen

Der geplante Börsengang der Siemens-Tochter Healthineers wird deutlich kleiner als von vielen Analysten erwartet – beim Volumen und beim Preis.

Siemens hat neue Informationen zum geplanten Börsengang der Medizintechniksparte Healthineers bekannt gegeben. Laut einer Pflichtmitteilung des Technologiekonzerns sollen 150 Millionen Healthineers-Aktien zur freien Zeichnung angeboten werden. Dabei handelt es sich um 15 Prozent der Unternehmensanteile. Der Konzern teilte mit, dass er nach Ende der Verkaufsverbotsphase („Lock-up“) eine weitere Tranche platzieren will. Dann könnte der Streubesitz auf 25 Prozent steigen.

Die Preisspanne hat Siemens von 26 Euro bis 31 Euro je Anteilsschein gesetzt. Somit könnten dem Dax-Konzern durch den IPO zwischen 3,9 und 4,65 Milliarden Euro zufließen. Healthineers wäre damit, wie erwartet, der größte Börsengang der vergangenen Jahre.

Zwischenzeitliche Spekulationen, wonach der Healthineers-IPO in seiner Dimension sogar an die Telekom-Emission heranreichen könnte – den größten Börsengang der deutschen Wirtschaftsgeschichte –, sind gleichwohl nicht eingetreten: Den Rekord-IPO der Deutschen Telekom (10,2 Milliarden Euro) verfehlt Siemens bei weitem.

Bewertung sinkt auf höchstens 35 Milliarden Euro

Die Bookbuilding-Phase läuft vom 6. bis zum 15. März. Der Handelsstart im Premiumsegment Prime Standard soll am 16. März sein. Mitte Januar hatte Siemens verkündet, dass der IPO noch vor Ostern erfolgen soll.

Das unerwartet niedrige Emissionsvolumen ergibt sich aus zwei Gründen: Zum einen hatte Siemens erwogen, für bis zu 25 Prozent der Anteile neue Investoren zu suchen.

Zum anderen liegt die Unternehmensbewertung am unteren Ende des zwischenzeitlich erwarteten. Siemens Healthineers‘ Börsenwert dürfte zum Start maximal 31 Milliarden Euro liegen. Zuzüglich der Nettofinanzverschuldung von 4,3 Milliarden Euro entspräche dies einem Unternehmenswert von rund 35 Milliarden Euro. Bei einer Platzierung am unteren Ende der Preisspanne läge der Unternehmenswert bei rund 30 Milliarden Euro. Zeitweise wurde im Vorfeld eine Bewertung von 44 Milliarden Euro für möglich gehalten.

Nichtsdestotrotz sieht Siemens-Chef Joe Kaeser großes Potential in der Siemens-Tochter. „Healthineers hat das Potential, in 20 oder 30 Jahren größer zu sein als das industrielle Siemens“, glaubt Kaeser.

Healthineers ist zweitwichtigste Siemens-Tochter

Healthineers zählt zu den wichtigsten Tochtergesellschaften des Dax-Konzerns. Im Geschäftsjahr 2017 konnte Healthineers einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von knapp 2,5 Milliarden Euro erzielen.

Dabei handelt es sich um ein Sechstel der Konzernerlöse. Der Anteil am Ertrag liegt noch deutlich darüber, da Healthineers die zweitmargenstärkste Siemens-Sparte nach dem Geschäft mit der „Digitalen Fabrik“ ist.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de