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US-Regulierer ermitteln in Sachen Libor

Barclays gehört zu den Banken, die im Rahmen des Libor-Skandals befragt werden.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Der Skandal um die Libormanipulationen geht in die nächste Runde. Mindestens sieben Banken, darunter Barclays und JP Morgan Chase, werden von US-Gerichten zur mutmaßlichen Manipulation des Libor befragt, wie Nachrichtenagenturen berichten. Die Banken wurden vom New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman und seinem Kollegen George Jepson aus Connecticut vorgeladen. Sie untersuchen die mutmaßliche Manipulation des Referenzzinssatzes, wie Bloomberg TV unter Berufung auf Informationen eines Insiders berichtete. Außerdem sollen die Deutsche Bank, die Royal Bank of Scotland, HSBC und UBS vorgeladen worden sein.

Barclays zu Strafe verurteilt

Die Regulierungsbehörden in Großbritannien und den USA hatten gegenüber Barclays bereits im Juni eine Strafe von 260 Millionen Pfund wegen Manipulation des Libor verhängt. Die Bank hatte zugegeben, falsche Informationen weitergegeben zu haben, um den globalen Darlehenszins niedrig zu halten. Zu dieser Zeit standen noch 20 weitere Banken im Verdacht, den Zinssatz im Interbankenhandel manipuliert zu haben. Die enormen Strafen, die gegenüber der britischen Bank verhängt wurden, könnten lediglich eine Eröffnungssalve gewesen sein, warnten Rechtsexperten schon vor zwei Monaten. Etliche befürchteten, dass Gerichtsverfahren mit Sammelklagen zu Verwerfungen in der gesamten Industrie führen könnten.
Im Jahr 2008 kamen erste Verdachtsmomente auf, dass etwas mit den Libor-Sätzen nicht stimme. Der Manipulationsskandal hat bisher den CEO von Barclays, Bob Diamond, sowie den sowie den COO Jerry del Missier die Köpfe gekostet. Der Barclays-Vorsitzende Marcus Agius hat ebenfalls seinen Posten verloren.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de