Finanzvorstand Rubin Ritter (ganz rechts) hat sich von Zalando-Aktien getrennt.

Zalando

20.11.15
Finanzierungen

Zalando-CFO Ritter kassiert 3 Millionen Euro

Zalando-Finanzvorstand Rubin Ritter hat den steigenden Aktienkurs genutzt und sich von einem großen Aktienpaket getrennt. Das bringt ihm mehr als 3 Millionen Euro – und ist nur die Spitze des Eisbergs.

Rubin Ritter, verantwortlich für die Finanzen bei Zalando, hat ein großes Aktienpaket verkauft: Wie der Internet-Handelskonzern in zwei Directors Dealings meldete, hat Ritter sich am 17. und 18. November von knapp 103.000 Zalando-Aktien getrennt. Der Verkauf erfolgte über die Börse zu Kursen von 31,75 Euro und 31,68 Euro. Damit hat das Aktienpaket einen Wert von 3,26 Millionen Euro.

Woher die Aktien stammen und wie viel Prozent Ritter jetzt noch am Unternehmen hält, ist unklar. Auf Anfrage von FINANCE wollte Zalando keine Stellungnahme zu dem umfangreichen Aktienverkauf seines Topmanagers abgeben. Zum 31. Juni hielten die drei Gründer Rubin Ritter, Robert Gentz und David Schneider zusammen 3,71 Prozent (9,15 Millionen Aktien) an Zalando. Dieses Paket hat einen Wert von fast 300 Millionen Euro. Dies lässt darauf schließen, dass Ritter den größten Teil seiner Beteiligung immer noch in der Hinterhand hat und damit inzwischen zu einem der reichsten Jungunternehmer Deutschlands gehört.

Ritter hat sich einen guten Zeitpunkt für den Verkauf ausgesucht: Zalando hatte vor rund einer Woche seine Zahlen für das 3. Quartal veröffentlicht, seitdem war der Aktienkurs leicht gestiegen. Der Aktienkurs hatte sich in den vergangenen sechs Monaten recht volatil gezeigt, seinen Wert seit dem Börsengang im vergangenen Jahr aber nahezu verdoppelt.

Hohes Wachstumstempo belastet Zalando

Die vorgelegten Zahlen waren allerdings gemischt: Zwar konnte Zalando seinen Umsatz im 3. Quartal um 42 Prozent auf 713 Millionen Euro ankurbeln. Doch der Konzern fielt zurück  in die roten Zahlen: Im 3. Quartal lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei minus 23,5 Millionen Euro, während die Berliner im Vorquartal noch ein Plus von 3,8 Millionen Euro erzielen konnten.

Der Grund für die negative Entwicklung des Ebits waren hohe Investitionen, hieß es seitens Zalando. Der Konzern hatte verstärkt in Marketing und Technologie investiert. Hinzu kamen hohe Abschreibungen durch sich häufende Betrugsfälle.  

julia.schmitt[at]finance-magazin.de