Die Versandapotheke könnte über einen IPO bis zu 250 Millionen Schweizer Franken einsammeln.

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30.05.17
Finanzierungen

Zur Rose könnte noch dieses Jahr an die Börse gehen

Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose will ein millionenschweres Aktienpaket verkaufen, um die Kriegskasse für weiteres Wachstum zu füllen. Die UBS und Berenberg suchen schon nach Käufern.

Die Anzeichen für einen Börsengang der Schweizer Versandapotheke Zur Rose noch in diesem Jahr verdichten sich. Am heutigen Dienstag lud das Unternehmen zu einer außerordentlichen Generalversammlung am 19. Juni ein, um dort die formalen Voraussetzungen für einen IPO mit Kapitalerhöhung zu schaffen. 

Für weiteres Wachstum will der Verwaltungsrat zusätzliche Mittel aufnehmen und bereitet deshalb ein Aktienpaket vor, das die Hälfte des bestehenden Aktienkapitals ausmachen soll. Dies stünde für einen IPO zur Verfügung – oder für Alternativen. Zur Rose nennt auch nicht näher spezifizierte „weitere private Finanzierungen“, aber auch „zusätzliches Fremdkapital“.

Als Financial Advisor sind UBS und Berenberg mandatiert. Der Wert des zum Verkauf stehenden Aktienpakets wird in Schweizer Finanzkreisen auf bis zu 250 Millionen Schweizer Franken taxiert. Dies entspricht rund 230 Millionen Euro. 

Zwei Finanzinvestoren bereits an Zur Rose beteiligt

Zur Rose ist bereits eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht, führte bisher allerdings ausschließlich Privatplatzierungen durch. Einige Aktien werden „over the counter“ (OTC) gehandelt. Ankeraktionär ist die Beteiligungsholding KWE aus dem Umfeld des Schweizer Mid-Cap-Investors Corisol. Nach einer zweistufigen Kapitalerhöhung im November vergangenen Jahres kontrolliert KWE derzeit 20,8 Prozent der Zur-Rose-Aktien. 

Zweitgrößter Aktionär ist seit diesem Januar mit 5,8 Prozent die Matterhorn Pharma Holding, hinter der die saudische Unternehmerfamilie Al Faisliah steht. Zudem wurde im November 2012 im Rahmen der Übernahme von Doc Morris eine 50 Millionen Franken schwere Anleihe begeben, die Anfang Dezember fällig wird.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 setzte Zur Rose 880 Millionen Schweizer Franken um. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach jedoch gegenüber dem Vorjahr von 15,8 auf 2,1 Millionen Franken ein. Dies lag laut Unternehmensangaben vor allem an einer 9 Millionen Franken teuren Marketingkampagne von Doc Morris in Deutschland, an Investitionen in die IT sowie an Kosten, die im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung angefallen sind.