Alno-CEO Müller: „Das Unternehmen ist praktisch vollständig entschuldet“

Alno

16.07.12
Finanzierungen

Alno-CEO Müller: „Das Unternehmen ist praktisch vollständig entschuldet“

Aktionäre und Banken geben dem Küchenhersteller Alno noch eine Chance. Diese und weitere aktuelle Finanzierungen finden Sie hier in unserem Überblick.

Küchenhersteller Alno stellt Finanzierungskonzept auf die Beine

Hauptaktionäre und Banken reichen dem Küchenmöbelhersteller Alno die Hand. Wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, hat es sich mit den beteiligten Unternehmen auf ein umfassendes Finanzierungs- und Kapitalkonzept geeinigt: Dazu gehört eine Kapitalherabsetzung mit anschließender, garantierter Barkapitalerhöhung sowie Sanierungsbeiträge der Banken und von  Altaktionären.

In einem ersten Schritt wird eine vereinfachte Kapitalherabsetzung durchgeführt. Der anteilige Betrag am Grundkapital je Aktie wird dabei von 2,60 Euro auf 1,00 Euro reduziert. Die Anzahl der Aktien bleibe jedoch unverändert bei rund 26 Millionen Stück, teilte Alno mit. Die Kapitalherabsetzung erfolge in vollständiger Höhe zur Deckung von Verlusten. In einem zweiten Schritt wird eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht der Aktionäre und einem Bruttoemissionserlös in Höhe von 46,2 Millionen Euro, die von der Altaktionärin IRE Beteiligungs-GmbH, einer Tochtergesellschaft der Bauknecht Hausgeräte GmbH, vollständig garantiert wird. Der Bezugspreis beträgt 1,05 Euro je Aktie.

Mit dem Emissionserlös der Kapitalerhöhung will Alno die Konsortialbanken vollständig ablösen. Damit würde der Küchenhersteller seine Sicherheiten wieder vollständig zurückerhalten. Max Müller, CEO von Alno, sieht diese Schritte als großen Befreiungsschlag an: „Wir stehen mit diesem wirklich umfassenden Maßnahmenpaket endlich wieder auf einer finanziell soliden Basis, das Unternehmen ist praktisch vollständig entschuldet.“ Alno erhalte dadurch „zusätzliche Finanzierungsspielräume zur Umsetzung der vom Vorstand bereits eingeleiteten Wachstumsstrategie“, heißt es weiter. Für das Jahr 2012 rechnet der Vorstand mit einem deutlichen Anstieg des EBITDA auf mindestens 10 Millionen Euro nach einem Wert von minus 19 Millionen Euro Ende 2011. Zugleich erwartet das Unternehmen für dieses Jahr einen Konzernumsatz von 453 Millionen Euro über dem Vorjahreswert erwartet. 

Teil des Finanzierungs- und Kapitalkonzepts sind zudem Sanierungsbeiträge der Banken, des Lieferanten Bauknecht Hausgeräte GmbH sowie der Großaktionärin Küchen Holding GmbH. Näheres hierzu ist allerdings nicht bekannt.

Zuletzt hatten Banken und Zulieferer dem Küchenbauer mit einem Zahlungsaufschub etwas mehr Zeit für die Sanierung gegeben. Doch diese Vereinbarungen wären am 20. Juli 2012 ausgelaufen.

Weitere Finanzierungen

Das Schweizer Telekomunternehmen Sunrise Communications plant eine Anleihe in drei Tranchen einen in Schweizer Franken denominierten fixed rate bond und jeweils eine in Euro und in Schweizer Franken denominierte floating rate Anleihe. Zudem hat Sunrise ein „tap offering“ für seine in Euro  denominierte Anleihe, die bis 2017 läuft, angekündigt. Insgesamt will das Unternehmen damit 870 Million Schweizer Franken erlösen, teilte eine der beteiligten Banken mit.  Den Erlös will das Unternehmen gemeinsam mit den 200 Millionen Schweizer Franken, die Sunrise in Cash vorliegen hat, zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten verwenden. Deutsche Bank, BNP Paribas, UBS, ING, Societe Generale und UniCredit sind die Lead Manager der Anleihe. Von Moody’s wird ein Rating von „Ba3“, von S&P ein „BB-“-Rating erwartet, von Fitch eine BB-Note. In Verbindung mit dem Angebot , geht Sunrise eigenen Angaben zufolge auch eine neue Revolving Credit Facility ein.

Der Gase- und Anlagenbaukonzerns Linde sammelt mit seiner angekündigten Kapitalerhöhung 1,4 Milliarden Euro ein. Die gut 12,8 Millionen neuen Aktien sollen zum Preis von 109 Euro platziert werden, teilte der DAX-Konzern mit. Die Kapitalerhöhung ist ein Baustein zur Finanzierung der geplanten Übernahme des US-Wettbewerbers Lincare, heißt es weiter. Das Geld für die geplante Akquisition kommt neben der Kapitalerhöhung aus einem Akquisitionskredit.

Moody's bestätigt das Rating der Mondi Gruppe bei Baa3 und ändert den Ausblick von stabil auf positiv. Zudem hat die Ratingagentur die Credit Ratings der Nordenia International AG unter Beobachtung für ein mögliches Upgrade gesetzt.

Moody's setzt die Bonitätsnote der Elster Gruppe unter Beobachtung für ein mögliches Downgrade.

BMW platziert Bond in Höhe von 750 Millionen. Euro und einer Laufzeit von vier Jahren. Neben der BayernLB fungierten die Banken BNP Paribas, Mitsubishi und UniCredit als Joint Bookrunner.

Der Stuttgarter Autobauer Porsche hat ein Schuldscheindarlehen über 500 Millionen Euro begeben. Das ursprünglich angestrebte Volumen von 200 Millionen Euro konnte durch das große Interesse der Investoren deutlich übertroffen werden. Die Landesbank Baden-Württemberg und UniCredit arrangierten das Darlehen in vier Tranchen mit festem und variablen Zinssatz und Laufzeiten von 4 und 6 Jahren. Porsche hatte bereits im vergangenen Jahr ein Schuldscheindarlehen platziert.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé plant einen 500 Millionen Euro-Bond mit einer Laufzeit von 7 Jahren. Die Preisvorstellung liegt bei 30 Basispunkten über Mid-Swap. Moody’s bewertet Nestlé mit Aa2 und Standard&Poor’s mit AA deutlich im Investmentgrade-Bereich.

Phoenix Pharmahandel hat einen syndizierten Kredit über 1,35 Milliarden Euro vereinbart. Damit kann der europäische Pharmagroßhändler einen bestehenden Konsortialkredit aus dem Jahr 2012 vollständig ablösen.

Subitec hat eine zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen. Der Cleantech Fonds der eCapital  Entrepreneurial Partners, Fraunhofer Venture, der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und der ERP-Startfonds der KfW beteiligten sich an der Kapitalerhöhung. In dieser Finanzierungsrunde fließen Subitec 4,5 Millionen Euro zu.

Der Motorenhersteller Deutz schließt ein neues Finanzierungspaket ab. Bestandteil ist eine von einem deutschen Bankenkonsortium bereitgestellte Betriebsmittellinie von 160 Millionen Euro. Die neue Kreditlinie ist unbesichert und hat eine Laufzeit bis Juni 2017. Darüber hinaus hat Deutz bei der Europäischen Investitionsbank ein Darlehen über 90 Millionen Euro aufgenommen. Dieses Darlehen ist ebenfalls unbesichert und muss über einen Zeitraum von 8 Jahren getilgt werden.

Klöckner Pentaplast hat am Freitag seinen 255 Millionen Euro schweren High-Yield-Bond gepreist. Die Anleihe läuft bis zum 15. Juli 2017 und wird mit 11,625% verzinst. Die Ratingagenturen Moody’s und Standard&Poor’s sehen den High Yield mit Caa1, respective CCC klar im Nichtinvestmentgrade-Bereich. Als alleiniger Bookrunner agiert Jefferies.