DFAG

27.11.14
Finanzierungen

Deutsche Forfait legt Rettungsplan vor

Mit einem umfassenden Restrukturierungskonzept will die Deutsche Forfait den Kopf aus der Schlinge ziehen. Jetzt kommt es vor allem auf die Kompromissbereitschaft der Anleihegläubiger an.

Der schwer angeschlagene Exportfinanzierer Deutsche Forfait setzt zum Befreiungsschlag aus seiner existenzbedrohenden Krise an – auf Basis eines aktuellen Sanierungsgutachtens der WP-Gesellschaft Andersch, das der Deutschen Forfait eine positive Fortführungsprognose bescheinigt. Das Unternehmen war zu Jahresbeginn auf die Sanktionslise der US-Behörde OFAC geraten, woraufhin das Geschäft massiv einbrach. Aktie und Mittelstandsanleihe gingen auf Talfahrt. Inzwischen wurde die Deutsche Forfait ungewöhnlich schnell wieder von der Sanktionsliste gestrichen und sieht sich voll rehabilitiert.

Das Gutachten basiert auf dem von der Deutschen Forfait entworfenen Restrukturierungskonzept, welches einschneidende Maßnahmen zur Stärkung der Eigen- und Fremdkapitalbasis vorsieht.

Während die Banken bereits ihre Zustimmung erteilt haben sollen, müssen Anleihegläubiger und Aktionäre erst noch dafür gewonnen werden. Das Geschäft will der Vorstand schnell wieder hochfahren.

Deutsche Forfait will Banken ins Boot geholt haben

Erster Schritt ist ein freiwilliger Debt-to-Equity Swap. Allen Gläubigern der bis 2020 laufenden Anleihe sollen im Rahmen einer ersten genehmigten Kapitalerhöhung der Tausch ihrer Anteile in bis zu 3,4 Millionen neue Aktien angeboten werden. Die genauen Umtauschmodalitäten stehen noch nicht fest, aber die Gläubiger sollen zwischen den neu emittierten Aktien und Bargeld wählen können. Ebner Stolz erstellt gerade ein Wertgutachten. Die Anleihe notiert bei 56 Prozent.

Parallel dazu sollen die Anleihegläubiger rückwirkend zu Mai 2014 einer Reduzierung des Zinskupons von 7,785 auf 2,0 Prozent zustimmen – bis zum Ende der Laufzeit des Papiers im Jahr 2020. Über beide Vorschläge sollen die Bondholder Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres im Rahmen einerGläubigerversammlung entscheiden.

Den Aktionären will der Vorstand eine Kapitalerhöhung um bis zu 6,8 Millionen Aktien antragen. Die Hauptversammlung dazu ist für Mitte Januar vorgesehen, die Kapitalerhöhung soll dann im März oder April umgesetzt werden. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 1,45 Euro – über 15 Prozent weniger als vor Bekanntgabe des Sanierungskonzepts.

Flankiert wird das Sanierungskonzept laut Unternehmensangaben von der „grundsätzlichen Bereitschaft“ der Banken, die bestehenden Kreditlinien zu prolongieren, sollten die vorherigen Maßnahmen umgesetzt werden. Zudem seien die Banken dazu bereit, die Kreditzinsen vorrübergehend auf 1 Prozent zu senken.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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