Deutsche Forfait: USA prüfen Streichung von Sanktionsliste

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29.04.14
Finanzierungen

Deutsche Forfait: USA prüfen Streichung von Sanktionsliste

Die Deutsche Forfait verschiebt die Veröffentlichung des Jahresabschlusses erneut – dieses Mal auf unbestimmte Zeit. Erst wenn die US-Behörde OFAC über die vom Außenhandelsfinanzierer beantragte Streichung von der US-Sanktionsliste entschieden hätte, könnte ein testierter Abschluss vorgelegt werden. Gute Nachrichten für die Gläubiger der Mittelstandsanleihe kommen derweil von der Bundesbank.

Die Deutsche Forfait hat ihre für Mittwoch geplante Veröffentlichung des testierten Konzernabschlusses abgesagt. Wie das Unternehmen mitteilte, sei laut Einschätzung des Abschlussprüfers zunächst eine Entscheidung der US-Behörde OFAC darüber notwendig, ob der Außenhandelsfinanzierer von der amerikanischen Sanktionsliste gestrichen wird oder nicht. Die OFAC prüfe derzeit das von der Gesellschaft beantragte Delisting, wie die Deutsche Forfait mitteilte.

Wie lange dies dauert, ist unklar. Das Unternehmen teilte daher auch keine neuen Termine für die Veröffentlichung des Jahresabschlusses und der Hauptversammlung mit. Diese will die Deutsche Forfait erst unmittelbar nach der Entscheidung der OFAC bekanntgeben.

Das Unternehmen war Mitte Februar wegen angeblicher Verstöße gegen Iran-Handelssanktionen auf die schwarze Liste der USA aufgenommen worden und darf seither keine Geschäfte machen, in die US-Unternehmen, -Banken und -Bürger involviert sind.

Bundesbank: Keine Verstöße gegen deutsches oder EU-Sanktionsrecht

Gute Nachrichten für das Unternehmen und die Gläubiger der 30-Millionen-Euro-Mittelstandsanleihe kamen derweil von der Bundesbank: Laut Mitteilung der Deutschen Forfait hat jetzt eine Untersuchung der Bundesbank bestätigt, dass das Unternehmen nicht gegen deutsches oder EU-Sanktionsrecht verstoßen hat. Die Deutsche Forfait hatte die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen.

Ende März hatte bereits eine umfangreiche, von einer US-Kanzlei gemäß der OFAC-Anforderungen ausgeführte Untersuchung „keine substantiellen Verstöße gegen US-Sanktionsrecht festgestellt“. Das Kölner Unternehmen hatte daraufhin die Streichung von der schwarzen Liste der USA beantragt und den Konzernabschlusses, der zunächst für den 2. April geplant war, schon einmal um vier Wochen verschoben.Diese Verschiebung reichte nun offenbar nicht aus.

Kurs der Mittelstandsanleihe erholt sich seit Ende März etwas

Für die Deutsche Forfait drängt die Zeit: Ein längerer Verbleib auf der Liste könnte nach Ansicht von Scope existenzbedrohend für die Deutsche Forfait sein. Die Ratingagentur hatte das Unternehmen Ende März von BB+ auf B- heruntergestuft. Über das Dollargeschäft hinaus waren zuletzt auch die Euro-Transaktionen „erheblichen Einschränkungen“ unterworfen, wie das Unternehmen eingeräumt hatte.

In den vergangenen Wochen konnte der Außenhandelsfinanzierer jedoch einen Teil des verlorenen gegangenen Vertrauens der Anleger zurück gewinnen: Der Aktienkurs stieg seit Ende März von 1,3 Euro auf aktuell 1,67 Euro, der Kurs der Mittelstandsanleihe erholte sich innerhalb derselben Zeitspanne von 37 auf 50. Auf die Verschiebung des Jahresabschlusses reagierte der Kapitalmarkt zunächst kaum.

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