Finanzierungs-News: Centrosolar hat sich mit den Banken auf ein Finanzierungskonzept zur Fortführung des Geschäftsbetriebs geeinigt.

Centrosolar

28.10.13
Finanzierungen

Finanzierungen: Centrosolar, Aixtron, Tom Tailor

Centrosolar hat sich mit den Banken auf ein Finanzierungskonzept geeinigt, Aixtron und Tom Tailor haben beide über eine Kapitalerhöhung Geld eingesammelt und der Emittent einer Mittelstandsanleihe FFK Environment beantragt Insolvenz. Diese und weitere Finanzierungs-News lesen Sie im FINANCE-Überblick.

Centrosolar einigt sich mit Banken

Die Centrosolar Group hat einen wichtigen Schritt zur Sicherung des operativen Geschäfts gemacht. Die beiden Tochtergesellschaften Centrosolar AG und Centrosolar Sonnenstromfabrik haben sich mit den Banken, die das Umlaufvermögen finanzieren, auf ein Finanzierungskonzept zur Fortführung des Geschäftsbetriebes verständigt.  Zur Absicherung der Banken und als Teil des Finanzierungskonzepts werden die Centrosolar AG und die Centrosolar Sonnenstromfabrik das vor wenigen Tagen beantragte Schutzschirmverfahren wieder verlassen und die Einsetzung eines vorläufigen Insolvenzverwalters im Regelverfahren beantragen. Die Centrosolar Group wird weiterhin die Sanierung unter dem Schutzschirmverfahren verfolgen.

Aixtron fließen aus Kapitalerhöhung 101 Millionen Euro zu

Das Maschinenbauunternehmen Aixtron hat das Grundkapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um rund 10 Prozent erhöht. Die neuen Aktien wurden für 9,90 Euro pro Stück bei institutionellen Anlegern im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding platziert, die Platzierung war Aixtron zufolge „deutlich überzeichnet“. Der Gesellschaft fließt ein Bruttoemissionserlös von rund 101 Millionen Euro zu. Der Erlös soll für Investitionen in Wachstumsfelder verwendet werden, zusätzlich erhöhe die Stärkung der Liquidität die finanzielle Flexibilität der Gesellschaft. Joint Lead Manager und Joint Bookrunner der Transaktion sind die BNP Paribas und die Deutsche Bank.

Tom Tailor erlöst 29,5 Millionen Euro aus Kapitalerhöhung

Das Modeunternehmen Tom Tailor Group hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens erzielte die Gesellschaft einen Bruttoemissionserlös von rund 29,5 Millionen Euro. Die neu ausgegebenen Aktien haben institutionelle Investoren aus Deutschland, Europa und den USA gekauft. Das Orderbuch war dem Konzern zufolge „nach wenigen Stunden mehrfach überzeichnet“. Der Platzierungspreis lag bei 16,25 Euro je Aktie. Der Emissionserlös dient der Erhöhung der Eigenkapitalquote, die sich künftig in einer Bandbreite von 30 bis 35 Prozent bewegen soll (30.09.2013: 26,1 Prozent). Darüber hinaus werden die Mittel für die Senkung des Verschuldungsgrads und den Erwerb von Anteilen an Tochtergesellschaften verwendet. CFO Axel Rebien hatte bereits im Sommer im Interview bei FINANCE-TV angekündigt, die Verschuldung senken zu wollen. Die Commerzbank begleitet die Kapitalerhöhung als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner. Tom Tailor profitierte nach eigenen Angaben im dritten Quartal dieses Jahres von einem verbesserten Marktumfeld und ersten positiven Effekten des Optimierungsprogramms bei der 2012 übernommenen Marke Bonita. Der Umsatz lag in den ersten neun Monaten 2013 bei 656 Millionen Euro.

FFK Environment beantragt Insolvenzverfahren

Das Recyclingunternehmen FFK Environment hat Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen hat seit Juni 2011 eine Anleihe über 16 Millionen Euro begeben. Ursprünglich hatte das Unternehmen 25 Millionen einsammeln wollen. Creditreform hatte erst kürzlich das Rating des Recyclingunternehmens von B auf CC gesenkt.

Rickmers stockt Anleihe auf

Die Rickmers Holding, Muttergesellschaft des Schifffahrtskonzerns Rickmers Gruppe, will die Anfang Juni platzierte Unternehmensanleihe im Rahmen einer Privatplatzierung aufstocken. Geplant ist eine Erhöhung um bis zu 75 Millionen Euro. Damit würde sich das Volumen der Anleihe von derzeit 175 Millionen Euro auf bis zu 250 Millionen Euro erhöhen. Die geplante Aufstockung erfolgt auf Basis der bestehenden Anleihebedingungen: Der Zinssatz liegt bei 8,875 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit bis zum 11. Juni 2018. Die Nettoerlöse sollen zur Finanzierung von Wachstumsinvestitionen sowie für die Refinanzierung von Bankverbindlichkeiten und zur Tilgung von Refinanzierungskosten eingesetzt werden. Die Transaktion wird durch Close Brothers Seydler als Sole Global Coordinator und Bookrunner begleitet. Conpair Corporate Finance ist Financial Advisor.

Software AG beschließt Aktienrückkauf

Die Software AG will Aktien im Wert von bis zu 110 Millionen Euro zurückkaufen. Das gab das Tec-DAX Unternehmen am vergangenen Freitag bekannt. Bis spätestens zum 16. Mai 2014 wird das Unternehmen maximal 10 Prozent der eigenen Aktien erwerben, die Ermächtigung dafür hatte die Hauptversammlung am 3. Mai 2013 erteilt. Bereits Anfang des Jahres hatte die Software AG unter CFO Arnd Zinnhardt ein Aktienrückkaufprogramm von insgesamt 180 Millionen Euro angekündigt. Der Rückkauf soll unter Einschaltung einer Bank ausschließlich über die Börse ausgeführt werden.

Als Grund für den Aktienrückkauf gibt die Software AG das aktuell niedrige Zinsniveau an, das keine attraktive Rendite für die Cashbestände des Konzerns biete und unter der „durchschnittlichen historischen Dividendenrendite der Software AG“ liege. Das Unternehmen verfügte zum Ende des dritten Quartals über 448 Millionen Euro Barmittel. Die Stützung des Aktienkurses könnte ein weiterer Grund sein: Der Kurs hatte insbesondere im ersten Halbjahr stark an Wert verloren, sich in den vergangenen Wochen allerdings wieder etwas stabilisiert. Am vergangenen Donnerstag hatte das Unternehmen ein Umsatz- und Gewinnminus im dritten Quartal ausweisen müssen.

TKS: Fast eine Anleihe

Mit einer recht chaotischen Darbietung erweckte in diesen Tagen TKS Union unerwartete Aufmerksamkeit an den Kapitalmärkten. Das Unternehmen zog eine geplante Anleihe über 50 Millionen Euro mit einem Kupon von 8,625 Prozent zurück. Noch während der laufenden Roadshow hatte TKS mehrere Änderungen am Wertpapierprospekt ankündigt. Für Verwirrung sorgte die offizielle Mitteilung, mit der TKS Union den Rückzug der Emission erklärte. „Weil die Schweinepreise über Plan“ lägen, könne man den geplanten Ausbau nun doch aus Eigenmitteln und Gesellschafterdarlehen stemmen.

Weitere Finanzierungs-News

Für die hochverschuldete Werkstattkette A.T.U zeichnet sich eine Sanierungslösung ab. Das Unternehmen teilte jetzt mit, die involvierten Parteien – der PE-Investor und bisherige Eigentümer KKR, das Management sowie Centerbridge als größter Gläubiger – hätten sich auf grundlegende Rahmenbedingungen eines umfangreichen Schuldenabbaus verständigt. Ein weiterer Gläubiger, Goldman Sachs Investment Partners, habe angekündigt, den eingeschlagenen Kurs zu unterstützen. Details gab es vorerst nicht. Die Parteien verständigten sich lediglich auf eine schriftliche Vereinbarung, die Grundlage für weitere Sanierungsverhandlungen ist. Einiges spricht dafür, dass Centerbridge nach einem Schuldenschnitt und einem Debt-Equity-Swap das Heft in die Hand nehmen könnte. KKR sucht einen Käufer für die Werkstattkette.

Die Tennet Holding emittiert eine siebenjährige Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Erwartet wird ein Spread von 65 Basispunkten gegenüber Mid Swap. Die Transaktion wird von Barclays und BNP Paribas begleitet.

Der Motorradkleidungshersteller Hein Gericke Group will eine Unternehmensanleihe von bis zu 16 Millionen Euro begeben. Die Schuldverschreibung hat einen Kupon von 8,25 Prozent bei fünf Jahren Laufzeit. Die Zeichnungsfrist beginnt am morgigen Dienstag. Der Emissionserlös soll zum Aufbau von Working Capital sowie zur Finanzierung von Aufwendungen und Investitionen, unter anderem in neue Filialen und den Bereich E-Commerce, verwendet werden. Hein Gericke hat ein Unternehmensrating B+ (Creditreform), Bookrunner ist Steubing.

Moody's und Standard & Poor's haben den Telekommunikationskonzern Telekom Austria herabgestuft. Moody's bewertet den Konzern nach Baa1 nun mit dem Rating Baa2, Standard & Poor's vergibt nach BBB derzeit das Rating BBB-, jeweils mit stabilem Ausblick. Hintergrund der Herabstufung ist eine Frequenzauktion in Österreich. Die Telekom-Austria-Tochter A1 muss gut 1 Milliarde Euro für dort ersteigerte Frequenzrechte bezahlen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass neue Schulden und eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung erforderlich sein werden.
 
Das Onlinehandelshaus Getgoods hat den verbleibenden Anteil einer Unternehmensanleihe mit Laufzeit bis Oktober 2017 am Markt platzieren. Die fünfjährige Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro hat einen Kupon von 7,75 Prozent p.a. bei quartalsweiser Zinszahlung. Mit den Mitteln aus der Platzierung der letzten Tranche zahlte das Unternehmen die Übernahme der Firma 004 Trading sowie deren Tochtergesellschaften Technikwelt und Vertixx. Über den Kaufpreis des M&A-Deals wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Online-Spieleanbieter Cliq Digital hat mit einer Kapitalerhöhung 1,675 Millionen Euro eingesammelt. Die Ausgabe neuer Aktien, die im Rahmen eines Private Placement erfolgte, soll zur Stärkung der Liquidität dienen und für allgemeine Zwecke der Unternehmensfinanzierung genutzt werden.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de