Finanzierungen: Deutsche Annington, Schaeffler, Deutsche Post DHL

Deutsche Annington

07.10.13
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Annington, Schaeffler, Deutsche Post DHL

Das Immobilienunternehmen Deutsche Annington schließt seine vollständige Refinanzierung durch Anleiheemissionen in Europa und den USA ab. Die Ratingagentur S&P stuft Schaeffler-Rating auf BB- hoch. Die Deutsche Post DHL platziert zwei Anleihen. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Deutsche Annington begibt Anleihen in Europa und den USA

Das Immobilienunternehmen Deutsche Annington schließt seine vollständige Refinanzierung durch Anleiheemissionen in Europa und den USA ab. Im Rahmen dessen gab es gleich zwei Premieren: Das Unternehmen hat erstmals eine US-Anleihe begeben sowie erstmalig eine Platzierung im Rahmen eines neuen Schuldverschreibungsprogramms durchgeführt.

In den USA hat die Deutsche Annington über eine Doppelemission insgesamt 740 Millionen Euro eingesammelt. Die Transaktion ist nach Unternehmensangaben die bisher zweitgrößte Anleiheemission in der Immobilienbranche in den USA und die größte US-Emission eines europäischen Immobilienunternehmens. Die US-Anleihe wird in zwei Tranchen mit Laufzeiten von vier und zehn Jahren ausgegeben. Die vierjährige Tranche hat ein Volumen von 750 Millionen US-Dollar und ist mit einem Kupon von 3,2 Prozent ausgestattet. Die zehnjährige Tranche über 250 Millionen US-Dollar hat einen Kupon von 5 Prozent. Die Anleihe sei vollständig gegen Währungsrisiken abgesichert, teilte die Deutsche Annington mit.

Im Rahmen eines neuen EMTN-Programms hat die Deutsche Annington zusätzlich 500 Millionen Euro eingesammelt. Das achtjährige Wertpapier besitzt einen Kupon von 3,625 Prozent. Das neue Schuldverschreibungsprogramm hat ein Gesamtvolumen von 4 Milliarden Euro. Es versetzt die Deutsche Annington „zukünftig in die Lage, flexible Anleiheemissionen in unterschiedlichen Währungen und zu verschiedenen Fälligkeiten in Europa durchzuführen“, heißt es seitens des Unternehmens.

Sowohl die US-Anleihe als auch das EMTN-Programm bewertet die Ratingagentur Standard & Poor's mit einem BBB-Rating. Die Anleihen wurden durch die Deutsche Annington Finance B.V. begeben und sind durch die Deutsche Annington Immobilien SE garantiert, die ebenfalls mit BBB und stabilem Ausblick bewertet wird.

Mit den Emissionserlösen zahlt das Unternehmen ein unbesichertes Darlehen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro vollständig zurück. Das Darlehen hatte das Immobilienunternehmen im Juli dieses Jahres dafür genutzt, um die Verbindlichkeiten gegenüber German Residential Asset Note Distributor (GRAND) vollständig abzulösen. Mit dem restlichen Geld will das Immobilienunternehmen andere besicherte Verbindlichkeiten zurückführen und den Anteil unbesicherter Verbindlichkeiten erhöhen. Die Deutsche Annington hat damit eigenen Angaben zufolge bis April 2015 keine wesentlichen Refinanzierungsanforderungen mehr zu stemmen. Die durchschnittlichen Finanzierungskosten des Fremdkapitals liegen im kommenden Jahr bei 3,3 Prozent.

„Ich freue mich, dass wir mit diesen Transaktionen den fast dreijährigen Refinanzierungsprozess von GRAND – der bisher größten europäischen Verbriefung – erfolgreich abschließen konnten“, sagt Stefan Kirsten, CFO der Deutschen Annington. „Der Erfolg der fünf maßgeblichen Emissionen in Europa und den USA mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro in einem Zeitraum von weniger als drei Monaten unterstreicht abermals die finanzielle Stärke und Attraktivität unseres Geschäfts.“

S&P erhöht Schaeffler-Rating auf BB-

Die Ratingagentur Standard&Poor's hat die langfristige Bonitätsnote für den Automobilzulieferer Schaeffler von B+ auf BB- hochgestuft. Der Ausblick ist stabil. Mit diesem Schritt reagiert S&P auf die Fortschritte von Schaeffler beim Schuldenabbau. Dies habe das finanzielle Risikoprofil von Schaeffler erheblich gestärkt, begründeten die Ratinganalysten das Upgrade. Der stabile Ausblick spiegele ihre Einschätzung, dass Schaeffler in den Jahren 2013 und 2014 eine starke operative Geschäftsentwicklung beibehalten könne.

Schaeffler hatte sich Mitte September von Conti-Aktien im Wert von 950 Millionen Euro getrennt und damit seine Schulden getilgt. Durch den Aktienverkauft verringert sich die Beteiligung von Schaeffler an dem Reifenhersteller Continental auf rund 46 Prozent verringert. Am 19. September hatte bereits die Ratingagentur Moody's ihre Bewertung für Schaeffler angehoben.

Deutsche Post DHL begibt zwei Bonds

Die Deutsche Post DHL platziert zwei Unternehmensanleihen über insgesamt 1 Milliarde Euro. Mit dem Emissionserlös will der Konzern eine im Januar 2014 fällige zehnjährige Anleihe refinanzieren. Die erste Tranche läuft fünf Jahre, hat ein Volumen von 500 Millionen Euro, wird jährlich mit 1,5 Prozent verzinst und trägt einen Risikoaufschlag von 43 Basispunkten über dem Mid-Swap-Satz. Die zehnjährige Tranche über ebenfalls 500 Millionen Euro ist mit einem Kupon von 2,75 Prozent p.a. ausgestattet. Sie wurde mit einem Risikoaufschlag von 75 Basispunkten gegenüber der relevanten Referenzrate am Markt platziert. Die Anleihen wurden im Rahmen des seit dem Jahr 2012 bestehenden Debt Issuance Programm platziert. Joint Bookrunner der beiden Emissionen waren neben der Bank of America Merrill Lynch als Global Coordinator die Deutsche Bank, Morgan Stanley, ING, HSBC und die Royal Bank of Scotland.

Weitere Finanzierungen

Die Solcom Unternehmensberatung, die sich im Eigentum des Managements und Lead Equities befindet, hat ihre existierenden Finanzverbindlichkeiten mit Hilfe einer Unitranche-Finanzierung refinanziert. Diese wird durch den LFPI European Debt Fund zur Verfügung gestellt.

BGP Asset Management hat die BGP Investment bei der Ausschreibung und der Umsetzung für eine verbriefte Refinanzierung eines deutschen Wohnimmobilienportfolios in Höhe von 406 Millionen Euro unterstützt. Bei der Commercial Mortgage Backed Securities (CMBS) Transaktion agierten die Deutsche Bank als Arranger und JP Morgan als Co-Lead Manager. Im Rahmen dieser Transaktion wurden eine existierende Verbriefung und kleinere Bankdarlehen refinanziert. Daneben hat BGP Investment noch zusätzliche Fremdmittel generiert, um „ausgewählte Immobilienbestände durch Bestandsinvestitionen im Rahmen der von BGP Asset Management entwickelten Wertentwicklungsstrategie zu repositionieren“, wie es heißt.

Scope zieht das Anleiherating von Acazis mit einer Ratingnote von CC zurück. Hintergründe dieser Entscheidung seien die von der Unternehmensführung verfolgte Strategie eines Private Placements der bewerteten Anleihe sowie die Einstellung des Handels der Aktien der Acazis an der Stuttgarter Wertpapierbörse, begründete die Ratingagentur ihren Schritt.

Clifford Chance hat die Hypothekenbank Frankfurt (die frühere Eurohypo Aktiengesellschaft) bei der Restrukturierung der Finanzierung des Treveria F Portfolios und des Treveria K Portfolios über 396 Millionen Euro beraten.

Fitch Ratings hat die Bonitätseinstufung für die Deutsche Telekom BBB+ bestätigt. Der Ausblick ist weiter stabil.

Heuking Kühn Lüer Wojtek berät die im Prime Standard gelistete Sygnis bei einer Kapitalerhöhung.

Zeichnungsfrist für die Ferratum-Anleihe hat begonnen.

Mobimo Holding begibt eine Obligationenanleihe in Höhe von 165 Millionen Schweizer Franken.

Der Einkaufs- und Logistikdienstleister HPI Hoechst Procurement hat den noch offenen Teil der bestehenden Unternehmensanleihe mit einem Nominalbetrag von bis zu 6 Millionen Euro bei einem institutionellen Investor platziert. Zudem hat dieser Investor eine neu emittierte Optionsanleihe in Höhe von nominal 1,2 Millionen Euro komplett gezeichnet.

Seit 2. Oktober wird die Unternehmensanleihe des Fahrradherstellers Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke im Entry Standard für Anleihen an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

Your Family Entertainment plant die Ausgabe einer Wandelanleihe.

Das Schutzschirmverfahren für den Fernsehhersteller Loewe wird nahtlos als Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung fortgesetzt. Das Insolvenzgericht Coburg hat einem entsprechenden Antrag von Loewe genehmigt. Der Geschäftsbetrieb werde in vollem Umfang auch nach dem 1. Oktober fortgeführt, heißt es.

Mit „Bibby Cash Boost“ hat der Mittelstandsfinanzierer Bibby Financial Services eine neue Finanzierungslösung entwickelt, die auf die stetig steigende Nachfrage nach einem leicht zugänglichen und kurzfristigen Liquiditätszuschuss reagiert.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de