Finanzierungen: Deutsche Wohnen, Analytik Jena, Neckermann Österreich

Deutsche Wohnen

20.08.12
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Wohnen, Analytik Jena, Neckermann Österreich

Die Deutsche Wohnen AG schließt eine Finanzierung zum Erwerb eines Wohnportfolios der BauBeCon Gruppe ab. Analytik Jena begibt ein Schuldscheindarlehen über 30 Millionen Euro. Diese und weitere Finanzierungen finden Sie im FINANCE-Überblick.

Deutsche Wohnen schließt Finanzierung zum Erwerb eines Wohnportfolios ab

Die BayernLB finanziert für das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen im Zusammenhang mit dem Erwerb der BauBeCon Gruppe ein Teilportfolio von rund 2.550 Wohneinheiten über 96 Millionen Euro. Die 1,235 Milliarden Euro schwere Gesamttransaktion beinhaltet rund 23.500 Einheiten. Der zahlungswirksame Kaufpreis werde durch eine Kombination von Eigen- und Fremdkapital finanziert, teilte die Bank mit. Das Eigenkapital wird unter anderem aus der im Juni platzierten Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von 461,1 Millionen Euro erbracht. Das Fremdkapital in Höhe von insgesamt rund 700 Millionen Euro wird neben der BayernLB von vier weiteren Banken jeweils als Sole Lender gestellt.
 

Analytik Jena begibt ein Schuldscheindarlehen

Die Analytik Jena AG hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 30 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Damit strukturiert der Hersteller von Labor-, Bio- und Analysenmesstechnik sein langfristiges Fremdkapital zu einem günstigen Zinsniveau neu und eröffnet sich langfristige Möglichkeiten zur Finanzierung des Unternehmenswachstums und für künftige strategische Akquisitionen, heißt es seitens des Unternehmens.

Mit dem Schuldscheindarlehen löst Analytik Jena eigenen Angaben zufolge ein bestehendes Darlehen in Höhe von 12 Millionen Euro ab. Im Zuge der Platzierung wurden deutschen institutionellen Investoren Schuldscheine in Tranchen mit Laufzeiten von drei bis zu sieben Jahren mit sowohl fester als auch variabler Verzinsung angeboten. Die IKB hat die Transaktion arrangiert.

Neckermann Österreich sichert sich Finanzierung

Die Österreich-Tochter der Versandhandelsfirma Neckermann hat einem Pressebericht zufolge kürzlich einen Factoringvertrag mit der deutschen Valovis-Bank verlängert. Damit scheint die Finanzierung des laufenden Betriebs gesichert zu sein, berichtet Die Presse vor einigen Tagen. Das in Graz ansässige Unternehmen hatte im Juli Insolvenz anmelden müssen.

Sollte Neckermann trotzdem das Geld für den Einkauf oder die Zahlung von Fixkosten ausgehen, gelte es als wahrscheinlich, dass die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich einen Betriebsmittelkredit gewährt, heißt es in dem Bericht weiter.

Ratingnachrichten

S&P hat die Bonität des Stahlhändlers Klöckner & Co abgestuft. Die Agentur senkte das Rating des MDAX-Unternehmens von BB auf BB-. Der Ausblick ist negativ. Die Analysten gehen von einem weiterhin schwachen Umfeld für den Stahlhandel aus und begründen damit diesen Schritt. Auch seien die Ergebnisse der Klöckner & Co SE im zweiten Quartal unter den Erwartungen geblieben. Der negative Ausblick spiegele die Annahme wider, dass das operative Geschäft von Klöckner angesichts einer sich verschärfenden Rezession in Europa schwach bleiben wird.

Nachdem Moody's vor einigen Wochen Nokia heruntergestuft hat, zieht Standard & Poor's nun nach. S&P hat die Bonität des finnischen Konzerns gleich um zwei Rating-Schritte auf BB- herabgestuft. Das zweite Vierteljahr und der Ausblick auf das laufende Quartal seien schwächer gewesen als erwartet, begründeten die S&P-Analysten ihren Schritt. Die laufende Restrukturierung der Nokia-Kernsparte Devices & Services habe einen größeren Einfluss auf den Cashflow des Unternehmens als gedacht. Folglich sei das finanzielle Risikoprofil des Konzerns von "intermediate" auf "significant" gesenkt worden. Die drei großen Ratingagenturen haben in den vergangenen Monaten den finnischen Konzern bereits mehrere Male herabgestuft.

Fitch hat das Rating von Siemens nach der Ankündigung zum Aktienrückkauf bestätigt. Die Kreditanalysten bewerten den Münchener Konzern wie bisher mit A+. Der Ausblick ist stabil. Der DAX-Konzern hatte angekündigt, für 3 Milliarden Euro eigene Anteile zu kaufen. Die Ratingagentur geht davon aus, dass auch nach dem schuldenfinanzierten Aktienrückkauf das Finanzprofil des Unternehmens im für ein "A+"-Rating erforderlichen Rahmen verbleiben wird.

Gagfah muss Refinanzierung stemmen

Das Immobilienunternehmen Gagfah muss spätestens Anfang 2013 Kredite refinanzieren. Das Management erwartet diesbezüglich erste Fortschritte im vierten Quartal. „Wir sind unter anderem mit Banken und Versicherern im Gespräch, um diese Kredite zu restrukturieren“, erklärte Gagfah-Chef Stephen Charlton kürzlich in einer Telefonkonferenz zu den vorgelegten Quartalszahlen. Auf 2,1 Milliarden Euro beziffert der Vorstand die Kredite, die auf dem Gagfah-Portfolio lasten. Er klammert dabei schon die Tochter Woba in Dresden aus, bei der man jetzt in ernsthaftere Verkaufsverhandlungen eingestiegen sei und die Datenräume für Interessenten geöffnet habe, wie Charlton erklärte.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de