Mehr Luft durch eine neue Wandelschuldverschreibung: Heideldruck schaltet in den Vorwärtsgang.

Heidelberger Druckmaschinen

25.03.15
Finanzierungen

Heideldruck senkt Zinslast

Heideldruck schaltet nach dem Ende der Sanierung in den Vorwärtsgang. Mit der Ausgabe einer neuen Wandelschuldverschreibung will CFO Dirk Kaliebe dem Druckmaschinenhersteller Luft verschaffen.

Heidelberger Druckmaschinen arbeitet daran, seine Finanzierungsstruktur zu verbessern. Dazu hat das S-Dax-Unternehmen eine unbesicherte und nicht nachrangige Wandelschuldverschreibung mit einem Volumen von 58,6 Millionen Euro platziert. Das teilte der Druckmaschinenhersteller am Mittwoch mit.

Die Wandelschuldverschreibung hat eine Laufzeit von sieben Jahren, das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Der Kupon beträgt 5,25 Prozent. Damit zahlt der Druckmaschinenhersteller deutlich weniger als im Jahr 2013, als das damals noch schwerer angeschlagene Unternehmen 8,5 Prozent für einen Wandler über 60 Millionen Euro mit einer Laufzeit von lediglich vier Jahren (Juli 2017) hinlegen musste.

Die Wandelschuldverschreibung wurde innerhalb weniger Stunden bei institutionellen Investoren außerhalb der USA platziert, hieß es. Die Zeichner haben das Recht, zu einem späteren Zeitpunkt ihre Anteile in Aktien umzuwandeln. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei 3,11 Euro.

Heideldruck-CFO Dirk Kaliebe will High-Yield-Bond zurückkzahlen

Bei dem neuen Papier räumt sich der Druckmaschinenhersteller selbst eine Call-Option ab Ende April 2018 ein, von der er Gebrauch machen kann, wenn der Wert der zugrunde liegenden Aktien über einen festlegten Zeitraum den Referenzkurs um 30 Prozent übersteigt. Die Zeichner der Wandelschuldverschreibung haben ihrerseits das Recht, ab Ende März 2020 eine vorzeitige Rückzahlung zum Nennbetrag zu verlangen.

Begleitet wird die Finanzierung von der Deutschen Bank, der BNP Paribas und der LBBW als Joint Bookrunner und Joint Lead Manager. Mit den Erlösen aus der Emission will der Vorstand um CFO Dirk Kaliebe das aktuelle Niedrigzinsumfeld nutzen, um die Finanzierungsstruktur und das Fristigkeitenprofil von Heideldruck zu verbessern.

Die Erlöse sollen auch zur teilweisen Rückzahlung eines High-Yield-Bonds eingesetzt werden, der im April 2018 fällig wird und mit 9,25 Prozent verzinst ist. Der nächste Kupontermin der Hochzinsanleihe steht bereits am 15. April an – zeitgleich mit einem Call-Termin, den das Unternehmen für eine anteilige Rückführung nutzen könnte. Nach dem Call würde aber zunächst eine 30-tägige Umsetzungsfrist laufen, sodass die Ausübung der Option sich nicht auf die Höhe der Kuponzahlung auswirken würde.

Heideldruck will jahrelangen Schrumpfkurs hinter sich lassen

Die Kreditwürdigkeit von Heideldruck wird derzeit von Standard & Poors mit B bewertet, Moody’s stuft das Unternehmen mit B3 ein – Ausblick jeweils stabil. Die Aktie des S-Dax-Unternehmens gab nach der Ankündigung der Emission leicht nach: Nach einem Schlusskurs von 2,495 Euro am Dienstag fiel der Kurs heute vorübergehend auf 2,40 Euro.

Heideldruck hat nach mehreren Jahren harten Sparens vor Kurzem die Weichen wieder auf Wachstum gestellt. Im vergangenen Jahr schaffte das Unternehmen den Sprung zurück in die Gewinnzone; erst vor wenigen Wochen kündigte der Vorstand mit der Übernahme des niederländischen Unternehmens PSG, einer Handelskette für Druckereibedarf, die erste M&A-Transaktion seit langem an.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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