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Kuka Presse

06.01.14
Finanzierungen

Kuka-CFO Peter Mohnen will Hochzinsanleihe vorzeitig ablösen

Der Augsburger Roboterhersteller Kuka nutzt seine neuen Handlungsspielräume. CFO Peter Mohnen will die noch immer sehr hohen Finanzierungskosten senken. Mit einer ganzen Reihe von finanziellen Maßnahmen will der Finanzchef die Kennzahlen des MDax-Konzerns steigern.

 

Der Roboterbauer Kuka nutzt die Gunst der Stunde: CFO Peter Mohnen will die Hochzinsanleihe vor Ablauf der Frist ablösen, wie er in einem Interview mit der Börsenzeitung ankündigte. Schon jetzt kauft Kuka den Bond, der bei über 110 notiert, über den Markt zurück. Die Anleihe über 202 Millionen Euro mit einer Verzinsung  von 8,75 Prozent wurde erst im November 2010 platziert und hatte eigentlich eine Laufzeit von sieben Jahren.


Offenbar rentiert sich der vorzeitige Rückkauf zu einem Rückkaufpreis von 104,375 trotzdem: Die Entlastung bei den Zinszahlungen liege bei 15 Millionen Euro im Jahr, sagte der seit 2011 amtierende Finanzvorstand. „Das ist erheblich und entspricht etwa einem Viertel des Jahresüberschusses von Kuka", so Mohnen. Das MDax-Unternehmen plant, die Anleihe im November 2014 endgültig vom Markt zu nehmen. Dadurch soll auch die Eigenkapitalquote von derzeit 27 auf dann über 30 Prozent steigen.

Kuka-CFO Mohnen will Effektivzinslast drücken

Die vorzeitige Ablösung der Anleihe ist Teil eines Refinanzierungsprogramms, das der seit eineinhalb Jahren amtierende Mohnen angestoßen hat. Im Mittelpunkt stand dabei die Senkung der im Marktvergleich hohen Zinsbelastung von effektiv über 9 Prozent.


Bereits im Juli 2013 hatte sich Kuka über eine Wandelanleihe frisches Geld besorgt - schon mit dem Ziel, damit die Hochzinsanleihe abzulösen, woraufhin sich das Rating des Unternehmens verbesserte: S&P bewertet Kuka inzwischen mit BB-. Die Kosten des negativen Carry schrecken Mohnen nicht. „Das ist ein kleiner Geldbetrag verglichen mit dem heute schon sicheren Hebel, den wir dadurch nutzen konnten.“ Durch die Wandeloption liege die Effektivverzinsung für das Volumen von 160 Millionen Euro bei unter 1 Prozent.

M&A-Transaktionen sollen Kuka krisenunabhängiger machen

Das so verbesserte Zinsergebnis wirkt sich auf den Jahresüberschuss aus und lässt das Kurs-Gewinn-Verhältnis sinken, berichtet der Finanzchef. Davon profitierten letztendlich auch die Aktionäre, meint Mohnen. Im Rahmen des verbesserten Ratings konnte Kuka in einem weiteren Schritt zudem seinen bisherigen Konsortialkredit ablösen. Der Rückkauf der Hochzinsanleihe war der letzte Baustein in diesem Refinanzierungsprogramm.  „Generell ist es mein Ziel, die Finanzierung über verschiedene Instrumente und Laufzeiten zu diversifizieren und dann noch einen gewissen Bodensatz an Liquidität verfügbar zu haben", sagte Mohnen der Zeitung.


Seinen neuen finanziellen Handlungsspielraum nutzte Kuka 2013 auch dazu, drei M&A-Deals einzufädeln - darunter die geplante Übernahme des Konkurrenten Reis Robotics. Das erklärte Ziel: Neben der Automobilindustrie soll auch das Industriekundengeschäft gestärkt werden, um den Roboterbauer etwas unabhängiger von Konjunkturzyklen zu machen.  
Verglichen mit der schwierigen Situation, in der Kuka noch 2010 steckte, als der Konzern die Anleihe begab, die jetzt abgelöst wird, ist der Roboterbauer unter CFO Mohnen ein ganzes Stück vorangekommen.


julia.becker[at]finance-magazin.de

 

 

Mehr über den Werdegang und die Karrierehighlights von Kuka-CFO Peter Mohnen finden Sie in seinem CFO-Steckbrief bei FINANCE-Köpfe.