Umfassende Refinanzierung im Blick: MAG IAS-CFO Reiner Beutel will die Mittelstandsanleihe des Werkzeugmaschinenbauers vorzeitig ablösen.

MAG IAS

22.01.15
Finanzierungen

MAG IAS- Refinanzierung: Privatplatzierungen geplant

Der Werkzeugmaschinenbauer MAG IAS will die anstehende „umfassende“ Refinanzierung im ersten Halbjahr abschließen. Dabei will CFO Reiner Beutel die im Februar 2016 auslaufende Mittelstandsanleihe ablösen und darüber hinaus „zusätzlichen Spielraum“ schaffen. Das Management strebt Privatplatzierungen an.

Jetzt wird es ernst in den Refinanzierungsverhandlungen des Eislinger Werkzeugmaschinenbauers MAG IAS. Wie CFO Reiner Beutel bereits im Dezember gegenüber FINANCE ankündigte, plant der auf die Automobilindustrie spezialisierte Anlagenbauer die Refinanzierung der im Februar 2016 auslaufenden Mittelstandsanleihe im Volumen von 50 Millionen Euro. Diese könnte möglicherweise vorzeitig erfolgen. Im August könnte MAG eine Call-Option ziehen und den mit einem Kupon von 7,5 Prozent versehenen Mini-Bond zu einem Preis von 100 Prozent ablösen.

Derzeit befinde sich das Unternehmen in Marktgesprächen, um den Mini-Bond abzulösen und darüber hinaus zusätzlichen Spielraum für das Wachstum des Konzerns zu schaffen. Teil der Überlegungen sei auch die Aufnahme zusätzlichen Eigenkapitals. Bereits Ende 2014 hatte Finanzchef Beutel auch über die Möglichkeit eines IPOs nachgedacht.

MAG IAS: Refinanzierung soll „umfassend“ ausfallen

Von der Verlängerung der Finanzierung machen die drei finanzierenden Banken und zwei Versicherer auch die Fortführung des Poolvertrags abhängig, der die Avale für den operativen Betrieb regelt. Das Avalvolumen beläuft sich derzeit auf 87,5 Millionen Euro, von denen neben Banksicherheiten knapp 5 Millionen Euro durch Barhinterlegungen abgesichert sind, wie die Creditreform ausführt.

Vor dem Hintergrund der noch ausstehenden Refinanzierung senkte Creditreform ihr Emittentenrating für MAG IAS um einen Notch auf B. Der Ausblick ist stabil. Zum 31. Dezember 2014 verfügte der Konzern über einen verfügbaren Cashbestand von rund 35 Millionen Euro. Wie die Ratingagentur schreibt, sei sich das Management der Wichtigkeit der Refinanzierungsfrage bewusst und präferiere eine „Investorenlösung“. MAG bestätigt gegenüber FINANCE,  dass, sowohl auf der Fremdkapitalseite wie auch gegebenenfalls auf der Eigenkapitalseite Privatplatzierungen angestrebt würden. Derzeit ist der Konzern im Besitz des US-Finanzinvestors Mo Meidar.

MAG IAS: Bessere Perspektiven nach umfassender Refinanzierung

Mit der Umsetzung hat MAG die Investmentbank Freitag & Co. beauftragt. Die im Stuttgarter Segment BondM gelistete Mittelstandsanleihe notierte zunächst fast unverändert bei rund 76 Prozent. Eine umfassende Refinanzierungslösung, schreibt Creditreform, würde die Perspektiven des Konzerns „merklich verbessern“.

2014 lag die operative Geschäftsentwicklung vorläufigen Zahlen zufolge im unteren Erwartungsbereich. Im ersten Halbjahr hätten Kunden Projekte verschoben, was bei dem großvolumigen Geschäft zu erheblichen Umsatzverschiebungen führen kann. Im vierten Quartal habe der Auftragseingang wieder deutlich angezogen. 2014 plante MAG IAS Umsätze von 360 Millionen Euro bei einem Ebit im niedrigen zweistelligen Millionenbereich und einem positiven Jahresergebnis. In den kommenden Jahren soll sich das Geschäft dann stabilisieren.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de