Hero Cycles will weniger als 50 Prozent der Anteile am angeschlagenen Fahrradhersteller Mifa übernehmen – unter Bedingungen. Von den Gläubigern der Mittelstandsanleihe verlangen die Inder einen Rückforderungsverzicht von 15 bis 20 Millionen Euro, von der BaFin die Befreiung zur Abgabe eines Pflichtangebots. Es wäre wohl der Anfang vom Ausstieg der Altaktionäre um Ex-CEO Peter Wicht und Carsten Maschmeyer.

Mifa

20.05.14
Finanzierungen

Mifa: Hero Cycles will zunächst nur unter 50 Prozent

Hero Cycles will weniger als 50 Prozent der Anteile am angeschlagenen Fahrradhersteller Mifa übernehmen – unter Bedingungen. Von den Gläubigern der Mittelstandsanleihe verlangen die Inder einen Rückforderungsverzicht von 15 bis 20 Millionen Euro, von der BaFin die Befreiung zur Abgabe eines Pflichtangebots. Es könnte der Anfang vom Ausstieg der Altaktionäre um Ex-CEO Peter Wicht. Doch Carsten Maschmeyer will nicht verkaufen.

Seit dem späten Montagabend sind die Details des geplanten Einstiegs des indischen Fahrradherstellers Hero Cycles am angeschlagenen Fahrradhersteller Mifa bekannt: Hero Cycles will, wie FINANCE bereits vorab berichtete, über seine Tochtergesellschaft OPM Global in zwei einzelnen Barkapitalerhöhungen zunächst im Rahmen einer Kapitalerhöhung über 10 Prozent neue Mifa-Aktien zeichnen. Die Transaktion wird wie erwartet unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre strukturiert. Im zweiten Schritt der Transaktion sollen die Altaktionäre um Ex-CEO Peter Wicht Aktien an Hero abgeben.

„Ich begrüße den Einstieg von Hero außerordentlich. Jetzt kann es bei Mifa nur noch aufwärts gehen", sagte Mifa-Aktionär Carsten Maschmeyer zu FINANCE. Das Unternehmen sei vor allem im Wachstumsmarkt E-Bikes gut aufgestellt.Das frische Kapital und die Synergien mit Hero werden helfen, der Mifa eine gute Perspektive zu sichern. Ich werde keine Aktien verkaufen, da ich an die Zukunft des Fahrradmarktes und dieser Zusammenarbeit glaube.“

Maschmeyer ist mit momentan 20,2 Prozent zweitgrößter Aktionär der Mifa. Durch die Kapitalerhöhung, im Rahmen derer Hero 4,9 Mio neue Aktien zu einem Preis von etwas über 3 Euro zeichnet, wird Maschmeyers Anteil auf rund 15 Prozent absinken.

Mifa: Gläubiger der Mittelstandsanleihe vor schweren Verlusten

Hero knüpft seine Hilfe an zwei aufschiebende Bedingungen: So sollen zunächst die Gläubiger der im August 2013 begebenen Mittelstandsanleihe im Volumen von 25 Millionen Euro noch vor Zahlung des ersten Zinskupons auf 15 bis 20 Millionen Euro verzichten. Dies entspricht einem Verlust von 60 bis 80 Prozent des Emissionsvolumens. Ob die Gläubiger der Mittelstandsanleihe dem geforderten Verzicht zustimmen werden, ist fraglich. Der Kurs der Mittelstandsanleihe sank auf rund 26 Prozent. Die kreditgebenden Banken, die Kontokorrentkredite über 25 Millionen Euro vergeben haben, dürften zudem vorrangig vor den Anleihegläubigern sein.

Zudem erwartet Hero von der BaFin die Befreiung von der Pflicht, ein öffentliches Übernahmeangebot für Mifa abgeben zu müssen. Sollten die beiden Kapitalmaßnahmen voll umgesetzt werden, könnte Hero bis zu 47 Prozent an Mifa halten. Dies dürfte indes nur der erste Schritt sein: Marktkreise rechnen anschließend bei einer Stabilisierung der Lage mit einem Squeeze-Out der Altaktionäre verbunden mit einem Rückzug von der Börse.

Dessen ungeachtet stufte Feri das Mifa-Rating von B- auf CC herunter – was dem „höchsten Verlustrisiko“ entspricht, so die Ratingagentur. Eine Berechnung der Schwellenwerte der Covenants der Anleihe sei auf Basis der fehlerhaften Abschlüsse nicht möglich, hieß es zur Begründung. Angaben zur Liquiditätssituation machte das Unternehmen selbst in der Mitteilung  nicht. Ein Ausfall der Mifa-Anleihe wäre der 17. Fall im Markt für Mittelstandsanleihen.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

Lesen Sie alles zu Mifa auf unserer Themenseite.