Tank&Rast

28.11.13
Finanzierungen

Tank&Rast: Refinanzierung offenbar vor dem Abschluss

Die 2,1 Milliarden Euro schwere Refinanzierung des Raststättenbetreibers Tank&Rast mit Private Equity-Hintergrund ist offenbar so gut wie gelungen: Wie die Börsen-Zeitung unter Verweis auf Banker berichtet, soll die Transaktion in zwei vorrangige Kredittranchen und zwei Bondemissionen strukturiert sein.

Tank&Rast steht anscheinend kurz vor Abschluss der umfassenden Restrukturierung. Wie bereits Mitte November angekündigt soll der Autobahnraststättenbetreiber, an dem der Private Equity-Investor Terra Firma und der Infrastrukturfonds der Deutschen Bank Rreef je 50 Prozent halten, seine Refinanzierung in Höhe von 2,1 Milliarden Euro so gut wie platziert haben. 2014 läuft die bisherige Finanzierung aus.

Einem Bericht der Börsen-Zeitung zufolge, bestätigt sich die Strukturierung der Transaktion in zwei vorrangige Kredittranchen und zwei Anleiheemissionen. Das Darlehen teilt sich in einen fünfjährigen Term Loan A über 830 Millionen Euro, der mit 3,5 Prozent über Euribor verzinst wird, und einen sechsjährigen Term Loan B über 570 Millionen Euro, den primär Investoren stellten und der mit 3,75 Prozent verzinst wird, auf. Hinzukommen sollen nachrangige Second Lien Notes in Höhe von 460 Millionen Euro, die sieben Jahre laufen und mit einem Kupon von 6,75 Prozent ausgestattet sind, sowie sogenannte Payment-in-Kind(PIK)-Notes über 247 Millionen Euro mit einem Kupon von 12,5 Prozent p.a.

Die PIK-Note sei in der Kapitalstruktur auf Holdingebene angesiedelt, schreibt die Zeitung weiter, wohingegen die Senior-Kredite auf der operativen Ebene näher am Cashflow stünden. MorganStanley soll das ehemalige Staatsunternehmen beraten und die PIK-Note arrangiert haben, Koordinatoren des Second Lien sind dem Bericht zufolge Barclays, Deutsche Bank und RBS.

PE-Investor Terra Firma ist seit 2004 an Bord

Damit nutzen die Bonner, die ein Ratingprofil von B- haben sollen, die nach wie vor günstigen Konditionen an den Finanzierungsmärkten. Zudem dürfte dem Raststättenbetreiber geholfen haben, dass fast alle der über 580 Lizenzverträge länger laufen als bis zum Jahr 2035, wodurch sich die künftigen Cashflows relativ gut prognostizieren lassen. Der britische Finanzinvestor Terra Firma setzt der Zeitung zufolge keine Mittel ein. Die Nettofinanzschulden von Tank & Rast liegen bei rund 2,3 Milliarden Euro und belaufen sich Medienberichten zufolge auf das neunfache des Ebitda.

Der Private-Equity-Investor hatte Tank & Rast bereits Ende 2004 für 1,1 Milliarden Euro übernommen und dem Raststättenbetreiber dabei Reuters zufolge einen Schuldenberg von 820 Millionen Euro aufgebürdet. Dieser erhöhte sich 2006 noch durch eine fremdfinanzierte Sonderausschüttung an Terra Firma von rund 400 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro. Im Juni 2007 kaufte der Infrastrukturfond RREEF der Deutschen Bank dem britischen Finanzinvestor 50 Prozent von Tank & Rast für 1,2 Milliarden Euro ab. Dabei entstand die bisherige Schuldenstruktur über 2,27 Milliarden Euro, die aus vorrangig besicherten Krediten über 1,8 Milliarden Euro, 200 Millionen nachrangigen Krediten, einer Capex-Tranche über 250 Millionen Euro und einer revolvierenden Kreditlinie über 20 Millionen Euro zusammensetzt.

Zugute kommen dürfte Tank & Rast nun, dass Infrastrukturkredite deutlich günstiger sein dürften als klassische LBO-Finanzierungen. Trotz seiner hohen Verschuldung gilt Tank&Rast als eines der starken Unternehmen im Portfolio des PE-Investors.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de