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10.11.15
Finanzierungen

Thailändischer Konzern Singha steigt bei Valensina ein

Der thailändische Brauereikonzern Singha hat knapp die Hälfte der Valensina-Anteile gekauft. Die Gläubiger der Mittelstandsanleihe dürfen aufatmen.

Der thailändische Getränkekonzern Singha hat 49 Prozent am Mönchengladbacher Saftproduzenten Valensina gekauft. Das bestätigte ein Sprecher von Valensina gegenüber FINANCE. Die Haupteigentümer von Valensina, Wilfried Mocken und dessen Sohn Tino, haben zunächst eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um dann knapp die Hälfte der Anteile an Singha an den Investor zu verkaufen. Über die Höhe der Kapitalerhöhung haben die Familienunternehmer keine Angaben gemacht.

Damit hat Valensina nach knapp zwei Jahren endlich einen strategischen Partner gefunden: Bereits seit Anfang 2014 ist das Unternehmen auf Investorensuche. Valensina war unter anderem mit dem PE-Haus KKR im Gespräch. Auch mit einigen Family Offices liefen Verhandlungen, am Ende konnte man sich offenbar nicht auf Konditionen verständigen.

Valensinas Mittelstandsanleihe ist 65 Millionen Euro schwer

Auch nach dem Einstieg von Singha hält die Familie Mocken weiterhin die Mehrheit an Valensina. Das ist vor allem mit Blick auf die ausstehende 65-Millionen-Euro-Mittelstandsanleihe von Valensina wichtig: Wäre Valensina mehrheitlich verkauft worden, hätten die Gläubiger ein Sonderkündigungsrecht (Change-of-Control-Klausel) ausüben können. Zwar verfügt Valensina laut dem Teilkonzernabschluss von Ende Juni 2015 über Bar-Reserven von rund 20,72 Millionen Euro, dennoch hätte es im Zweifel eng werden können.

Die Refinanzierungsfrage stellt sich ohnehin bald: Die Mittelstandsanleihe wird im April 2016 fällig und wird mit 7,375 Prozent verzinst. Das Volumen liegt bei 65 Millionen Euro – eine beträchtliche Summe, gemessen am Betriebsergebnis, das im ersten Halbjahr 2015 bei gut 4 Millionen Euro lag. Inklusive der Anleihe liegen die Schulden von Valensina bei 87 Millionen Euro, das Eigenkapital nimmt sich mit 18 Millionen Euro schmal aus.

Valensina-Anleihe steigt nach Singha-Einstieg

Die Anleihegläubiger begrüßten den Einstieg von Singha: Der Kurs der Mittelstandsanleihe stieg leicht an und notiert derzeit über par.

Singha ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Bangkok. Der Konzern mit einem Jahresumsatz von 3,6 Milliarden Euro sucht nach Investitionszielen für sein ungenutztes Geld. Insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass Singha bei Valensina ausgeprägte strategische Interessen verfolgt. Eher dürfte der Konzern auf der Suche nach einer Geldanlage zu einem Target aus jener Industrie gegriffen haben, die seine Manager am besten verstehen.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de