Stada

26.04.16
Finanzierungen

Stada begibt Schuldschein über 350 Million Euro

Der Arzneimittelhersteller Stada nimmt ein Schuldscheindarlehen über 350 Millionen Euro auf – und untermauert einen aktuellen Markttrend. Auch Stada stockt das Schuldschein-Exposure in seiner Finanzierungsstruktur spürbar auf.

Der Arzneimittelhersteller Stada hat einen neuen Schuldschein über 350 Millionen Euro begeben. Damit will das Bad Vilbeler Unternehmen im Dezember auslaufende Schuldscheindarlehen über 188 Millionen Euro refinanzieren und verdoppelt damit das Gewicht der Schuldscheine im Finanzierungsmix. Der neue Schuldschein ist in vier Tranchen aufgeteilt, deren Laufzeiten zwischen fünf und sieben Jahren liegen.

Es gibt feste und variable  Zinssätze, Details zu den Konditionen nannte Stada jedoch nicht. Stada hat auch zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 675 Millionen Euro ausstehen, für die der MDax-Konzern Zinsen zwischen 1,75 und 2,25 Prozent zahlt. Es ist anzunehmen, dass die Zinskupons der neuen Schuldscheine nicht höher liegen als bei den Bonds. Über ein externes Kreditrating verfügt Stada nicht.

Wenig überraschend ist es auch Stada gelungen, bei der Neuemission deutlich günstigere Konditionen zu erzielen als bei der auslaufenden Finanzierung. Die jährliche Zinsersparnis bezeichnet Stada-CFO Helmut Kraft  als „erheblich“. Auch das platzierte Volumen liegt nach Aussage von Finanzchef Kraft höher als ursprünglich geplant.

Stada-Schuldschein unter den Top Ten

Mit 350 Millionen Euro Dealvolumen gehört der neue Stada-Schuldschein zu den größeren der jüngeren Vergangenheit. Gemessen an den Emissionen des ersten Quartals hätte sich Stada an Rang 9 der größten Schuldscheine 2015 eingereiht.

Begleitet wurde die Emission  von der LBBW sowie der Helaba. Beide Landesbanken  festigen damit  ihre starken Positionen in den League Tables. Zum Ende des ersten Quartals lag die LBBW auf Rang 1, die Helaba auf Rang 4. Im operativen Geschäft läuft es für Stada derzeit nicht so rund wie am Finanzierungsmarkt. Gebeutelt von wechselkursbedingten Schwächephasen bei den osteuropäischen Konzerntöchtern wuchs der Umsatz im vergangenen Jahr nur um 3 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schrumpfte um 12 Prozent auf 285,3 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag zum Jahreswechsel bei soliden 31 Prozent.

tim.grossheimann[at]finance-magazin.de

Der Stada-CFO freut sich über das neue Schuldscheindarlehen. Lesen Sie alles zu seinem Werdegang im FINANCE-Köpfe-Profil von Helmut Kraft.

 

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