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Isabella Göbel setzt sich gegen Peek & Cloppenburg durch

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Die Modehauskette Sinn bleibt in den Händen von CEO Isabella Göbel. Foto: onlyyouqj – stock.adobe.com
Die Modehauskette Sinn bleibt in den Händen von CEO Isabella Göbel. Foto: onlyyouqj – stock.adobe.com

Überraschung in Hagen: Isabella Göbel die bisherige CEO und Gesellschafterin der insolventen Modehauskette Sinn, bleibt Inhaberin des Unternehmens. Das haben die Gläubiger des Modehändlers am heutigen Montag auf einer Gläubigerversammlung beschlossen. Ihnen lagen zwei Übernahmeangebote zur Abstimmung vor.

Neben dem Angebot von CEO Göbel, lag den Gläubigern eines der JC Switzerland Holding vor, der Muttergesellschaft der Modehauskette Peek & Cloppenburg (P&C). Diese hatte rund zwei Jahre nach der eigenen Insolvenz Interesse an der Hagener Modehauskette angemeldet.

Übernahmeangebote waren sehr ähnlich

Beide Bieter wollten alle Standorte sowie die rund 1.500 Arbeitsplätze des Unternehmens sichern, wie Sinn-Insolvenzverwalter Michael Mönig, Partner der Wirtschaftskanzlei Mönig, in einer Pressemitteilung des Unternehmens mitteilte. Zudem hätten beide Übernahmeangebote eine „überdurchschnittliche Quote auf festgestellten Forderungen der Gläubiger ermöglicht“.

Auch darüber hinaus sollen die Übernahmeangebote laut Angaben des „Manager Magazins“ nahezu deckungsgleich gewesen sein. Beide Angebote hätten laut internen Unterlagen eine Entschädigungszahlung in Höhe von 12,5 Millionen Euro vorgesehen, die in zwei Tranchen ausbezahlt werden sollten.

Das Angebot von CEO Göbel soll dafür eine längere Beschäftigungsgarantie bis 2028 und eine höhere Anpassung der Gehälter um 5 Prozent geboten haben, während P&C ein höheres Darlehen für die Modehauskette in Höhe von über 8,5 Millionen Euro angeboten habe. Dennoch hätten sich nach Angaben des „Manager Magazins“ alle fünf Sinn-Gläubigergruppen für die bisherige Eigentümerin Göbel ausgesprochen.

Wie das Wirtschaftsmagazin jedoch unter Berufung auf Insider berichtet, soll Branchenkonkurrent und Mitbieter P&C Rechtsmittel gegen die Entscheidung eingelegt haben. Auf Nachfrage von FINANCE teilte P&C hingegen mit: „Die JC Switzerland Holding AG hat keine Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Gläubigerversammlung eingelegt.“

Sinn beantrage im August 2024 Insolvenz

Sinn hatte im August 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Bereits Ende des vergangenen Jahres sollte dann ein Insolvenzplan eingereicht werden, auf den sich die Geschäftsführung der Modehauskette damals jedoch nicht einigen konnte.

Laut Angaben von Sinn enthielt auch dieser Insolvenzplan bereits die Übernahmeangebote von CEO Göbel und P&C, über die die Gläubiger hätten abstimmen können. Das Gericht ordnete daraufhin ein ordentliches Insolvenzverfahren an und bestimmte Michael Mönig zum Insolvenzverwalter.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.