Ob es um CO2-Emissionen oder Umweltschutz, Kinderarbeit oder Wohltätigkeit, Buchhaltungsmethoden oder politische Beiträge geht: Unternehmen müssen sich genau überlegen, wer sie sind und was sie tun. Umwelt, Soziales und Governance (ESG) sind wichtige Kriterien geworden, da die Nachfrage nach nachhaltigen Investitionen steigt. Die Taxonomie der EU ist hierbei ein wichtiges Thema, denn sie definiert, was als „nachhaltige“ oder „grüne“ Investition gilt und was nicht.
Kapital für nachhaltige Projekte bereitstellen
Die Regulierungsbehörden in Europa haben bei vielen ESG-Themen eine Vorreiterrolle eingenommen, da sie maßgeblich an der Ausarbeitung von Regeln und Grundsätzen mitgewirkt haben, an denen sich politische Entscheidungsträger in anderen Teilen der Welt orientieren. Der nächste wichtige Schritt ist die mit Spannung erwartete Taxonomie der Europäischen Union für nachhaltige Aktivitäten; sie klassifiziert Aktivitäten, die als umweltfreundlich gelten. So soll die Taxonomie das Vertrauen der Investoren in ihre Investitionen stärken und dazu beitragen, dass Kapital zunehmend in nachhaltige Projekte fließt.
Die Verordnung umfasst sechs zentrale Umweltziele:
- Eindämmung des Klimawandels
- Anpassung an den Klimawandel
- Nachhaltige Nutzung und Schutz der Wasser- und Meeresressourcen
- Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft
- Bekämpfung der Umweltverschmutzung
- Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme
Die ersten beiden Ziele konzentrieren sich auf die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an diesen Wandel. Im Januar 2022 mussten die Marktteilnehmer erstmals offenlegen, inwieweit ihre Aktivitäten mit der Taxonomie in Einklang stehen. Angaben zu den vier verbleibenden Zielen werden ab Januar 2023 erforderlich sein.
Regulierung stärkt das Vertrauen
Die Verordnung verlangt Unternehmen einiges ab, gleichzeitig sollten sie jedoch immer die Vorteile der EU-Taxonomie bedenken. Die Einführung der Nomenklatur soll dazu beitragen, dass sich alle Beteiligten in der Sache sicherer fühlen, da die Einhaltung von Umweltstandards auch bei Verbrauchern und Mitarbeitern immer wichtiger wird. Zusätzlich wird das Risiko von Greenwashing verringert.
Es geht hierbei nicht nur um die Reputation der Unternehmen. Es gibt immer mehr Belege dafür, dass grüne Investitionen genauso profitabel sind wie ihre Alternativen, wenn nicht sogar profitabler. Unternehmen mit einer starken ESG-Bilanz werden zu immer attraktiveren Anlagen und willkommenen Portfolio-Ergänzungen. Außerdem können sie einen wichtigen Beitrag zur Lösung der drängenden Umweltprobleme leisten.
Mehr über die Auswirkungen des Klimawandels auf die M&A-Branche finden Sie hier.
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