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Entspannung bei Großinsolvenzen

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Im zweiten Quartal gab es weniger Großinsolvenzen. Foto: Maren Winter - stock.adobe.com
Im zweiten Quartal gab es weniger Großinsolvenzen. Foto: Maren Winter - stock.adobe.com

Im zweiten Quartal 2025 zeigt sich erstmals seit neun Monaten eine Entspannung bei den Großinsolvenzen. Die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Millionen Euro sank von 125 im Vorquartal auf 82 Fälle. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2024 sind das 11 Prozent weniger Insolvenzanträge.

Das geht aus dem aktuellen Insolvenz-Report hervor, für den die Restrukturierungsberatung Falkensteg exklusiv für FINANCE die Großinsolvenzen von Unternehmen auswertete.

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Zulieferer verzeichnen die meisten Insolvenzen

Doch trotz der geringeren Zahl an Insolvenzanträgen im zweiten Quartal gibt es laut den Studienautoren keinen Grund zur Entwarnung: „Wir beobachten aktuell eine Verschnaufpause, aber noch keine wirkliche Trendwende. Die Krisenfolgen arbeiten sich verzögert durch die Bilanzen der Unternehmen – viele kämpfen weiterhin mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und Unsicherheiten“, sagt Jonas Eckhardt, Studienautor und Partner bei der Unternehmensberatung Falkensteg: „Die positiven Konjunkturdaten schlagen sich bestenfalls mit Verzögerung in den Insolvenzzahlen nieder, und der Trend für das dritte Quartal zeigt wieder nach oben“, führt er fort.

Mit jeweils elf Fällen liegen die Branchen Elektrotechnik und Automobilzulieferer bei den Pleiten gleichauf an der Spitze. Während die Elektrotechnik einen leichten Anstieg verzeichnet, ist die Situation für Zulieferer spürbar besser als im Vorquartal – hier sank die Zahl der Insolvenzen von 18 auf elf. Im Maschinenbau, bei Metallwarenherstellern, in der Energiebranche und im Gesundheitswesen traten jeweils acht Insolvenzen auf.

Sanierungslösungen gehen zurück

Bei den Verfahrenslösungen zeigt sich ein deutlicher Rückgang: Mit nur noch 53 gelösten Verfahren sank die Zahl im zweiten Quartal um 22 Fälle. Sowohl die Verkäufe insolventer Unternehmen als auch vorzeitige Betriebsschließungen waren rückläufig.

Hintergrund für die wenigen Asset Deals sei der schwache Markt für Übernahmen. Es wurden nur 21 Verkäufe gezählt, was einem Minus von 40 Prozent zum Vorquartal entspricht. Sieben Sanierungen über einen Insolvenzplan entsprachen exakt dem Wert des ersten Quartals. „Die sinkende Zahl von Sanierungen und Übernahmen ist ein deutliches Warnsignal“, so Jonas Eckhardt.  

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Backhaus ist spezialisiert auf die Themen Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalistin für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.

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