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Sympatex ist insolvent

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Der Textilspezialist Sympatex ist insolvent. Foto: michaelmuellerfotografie.com/Sympatex
Der Textilspezialist Sympatex ist insolvent. Foto: michaelmuellerfotografie.com/Sympatex

Sympatex Technologies ist insolvent. Der Textilhersteller hat am vergangenen Donnerstag (22. Januar) beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag gestellt. Am heutigen Montag habe das Gericht dann die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Sympatex ist demnach „aufgrund anhaltender wirtschaftlicher Belastungen“ in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. „Die Antragstellung ist das Ergebnis schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, die zuletzt nicht mehr allein durch das operative Geschäft ausgeglichen werden konnten“, sagt Kim Scholze, die seit September vergangenen Jahres alleinige Geschäftsführerin von Sympatex ist. Sie hofft, dass sie das Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens und eines strukturierten Sanierungsprozesses neu aufstellen kann.

Gericht bestellt Bierbach zum vorläufigen Insolvenzverwalter

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Axel W. Bierbach von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen eingesetzt. Der operative Geschäftsbetrieb von Sympatex soll indes uneingeschränkt weiterlaufen. Die etwa 70 Mitarbeitenden sowie Kunden und Lieferanten wurden laut Unternehmen am heutigen Montag über die Lage informiert.

Bierbach ist nun dabei, sich einen Überblick zu verschaffen, und soll in den kommenden Wochen „sämtliche Fortführungsoptionen“ für das Unternehmen prüfen. Die Löhne und Gehälter seien bis Ende März über das Insolvenzgeld gesichert.

Auch für die Sympatex-Mutter Smart Solutions Holding wurde ein Insolvenzantrag gestellt.

Sympatex in Schlagzeilen wegen Anleiheschnitt im Jahr 2017

Zuletzt stand Sympatex vor allem in den Schlagzeilen wegen des Strafprozesses um einen Anleiheschnitt im Jahr 2017. Wegen einer drohenden Insolvenz bat das Management die Gläubiger damals, auf 90 Prozent ihres Geldes zu verzichten. Unter dieser Bedingung wollte ein Käufer das Unternehmen übernehmen. Es kam jedoch weder zu einem Verkauf noch zu einer Insolvenz. In der Folge ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen „Marktmanipulation, des Betruges, der Untreue sowie der falschen uneidlichen Aussage“.

Lena Scherer ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Publizistik, Anglistik und Komparatistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz studiert und nebenbei für verschiedene Redaktionen gearbeitet. Bevor sie zu FINANCE kam, war sie mehr als acht Jahre lang beim Branchen-Fachdienst buchreport aktiv, zuletzt als Co-Chefredakteurin. Dort hat sie unter anderem Marktanalysen vorgenommen sowie die Bereiche Fachinformation, Recht/Wirtschaft/Steuern und Digitales betreut.