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06.11.15
Wirtschaft

BDO übernimmt Arbicon Zink

BDO, die fünftgrößte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Deutschland, wächst weiter und schließt die Experten für Maritimwirtschaft von Arbicon Zink ans eigene Netzwerk an. Bislang war Arbicon Zink im Netzwerk von PKF.

Der Wirtschaftsprüfer BDO erweitert ihr Netzwerk und integriert zum 1. Januar 2016 die Oldenburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arbicon Zink in sein Netzwerk. Mit dieser Übernahme versucht sich die fünftgrößte deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die mit 1.900 Mitarbeitern einen Umsatz  von etwa 208 Millionen Euro erwirtschaftet, in Deutschland weiter den Big Four entgegenzustellen. Von dem Umsatz der Big Four ist BDO allerdings noch weit entfernt: Die derzeitige Nummer 4 Deloitte erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 790 Millionen Euro.  

Durch die neue BDO Arbicon erweitert BDO ihre Expertise für die maritime Wirtschaftsbranche und den Sektor erneuerbare Energien. „Für uns als WP-Gesellschaft mit Sitz in Hamburg ist gerade die maritime Wirtschaft ein interessanter Wachstumsbereich“, kommentiert Reeno Grummer, Director Strategy, Markets & Communications von der BDO.

Einen weiteren Vorteil verspricht sich die Gesellschaft durch eine stärkere regionale Präsenz in der nordwestlichen Region Deutschlands. Allerdings erhofft sich der Wirtschaftsprüfer auch Synergien, die über die rein lokalen Geschäftsbeziehungen hinausgehen. „Wir möchten mit dem Zusammenschluss auch Synergien für unser deutschlandweites und internationales Netzwerk heben“, so Grummer.

Standorte von BDO Arbicon sollen erhalten bleiben

Ab Anfang nächsten Jahres wird die bisherige Arbicon Zink in einer neuen Gesellschaft mit  dem Name BDO Arbicon weitergeführt. Arbicon verlässt dafür das PKF-Netzwerk. Die neue Gesellschaft wird partnerschaftlich von den bisherigen Eigentümern und BDO geführt. Auch Frank Reiners, bisher persönlich haftender Gesellschafter von Arbicon, wird weiterhin an der Führung beteiligt sein. Details über die genaue Struktur wurden nicht mitgeteilt. Das Unternehmen beschäftigt rund 140 Mitarbeiter, davon sind 42 Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte.

Mit der Übernahme setzt BDO seine Rolle als Marktkonsolidierer in der Branche kleinerer Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften fort. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für anorganisches Wachstum“, sagt Grummer. 2013 hatten sich die UK-Sparten von PKF und BDO zusammengeschlossen. In diesem Jahr hat die Gesellschaft bereits die Insolvenz- und Sanierungsspezialisten von dnp Depping in das eigene Netzwerk integriert.  

Der Konsolidierungsdruck in der Wirtschaftsprüfer-Branche ist hoch. Durch die neue Regulierung aus Brüssel ist der Druck auf die Margen stark angewachsen. In diesem Jahr haben deshalb bereits RBS und Mazars fusioniert,  um sich durch die Vergrößerung besser am Markt behaupten zu können.

Auch an den Big Four geht der Margendruck nicht spurlos vorbei. Die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hatte erst kürzlich erklärt, 50 Millionen Euro jährlich einsparen zu wollen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de