RWE

28.09.18
Wirtschaft

Ermittlungen nach Säureanschlag auf Innogy-CFO Günther eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Säureanschlag auf den Innogy-CFO Bernhard Günther ergebnislos eingestellt. Wichtige Fragen bleiben ungeklärt.

Knapp sieben Monate nach dem ein Säureanschlag auf den Finanzchef des Energiekonzerns Innogy, Bernhard Günther, verübt worden ist, hat die zuständige Staatsanwaltschaft in Wuppertal die Ermittlungen ergebnislos eingestellt. Die Identität der Täter sowie die Motive für das Attentat hätten nicht geklärt werden können, teilte Staatsanwältin Dorothea Tumeltshammer am Freitag mit. „Es gab insbesondere weder Bedrohungen im Vorfeld noch Bekennerschreiben im Nachgang der Tat“, erklärt Tumeltshammer in einer Mitteilung.

CFO Bernhard Günther schwebte in Lebensgefahr

Bernhard Günther war am 4. März, nachdem er mit Freunden joggen war, in der Nähe seines Wohnhauses in Haan bei Düsseldorf von zwei Männern attackiert worden. Sie warfen ihn zu Boden und übergossen den 51-Jährigen im Anschluss mit Säure. Die beiden Männer flohen anschließend unerkannt. Günther gelang es noch zu seinem Wohnhaus zu kommen, von wo aus er schließlich ins Krankenhaus gebracht wurde.

Zeitweise schwebte der Finanzchef in Lebensgefahr, weshalb die Staatsanwaltschaft zunächst wegen versuchten Mordes ermittelte. Wenige Wochen nach dem Anschlag konnte Günther das Krankenhaus wieder verlassen und auch kurz darauf die Arbeit wieder aufnehmen. 

Dr. Bernhard Günther, Innogy SE

Von 1993 bis 1998 ist Günther in der Unternehmensberatung McKinsey tätig, zuletzt als Projektleiter, anschließend wechselt Günther zu RWE. Die ersten zwei Jahre arbeitet er als Abteilungsleiter des Konzerncontrollings und wechselt 2001 als Bereichsleiter für Unternehmensplanung und Controlling zu RWE Power. 2005 wird er zum Bereichsleiter Konzerncontrolling von RWE befördert.

2007 bis 2008 ist Günther Geschäftsführer und CFO der RWE Gas Midstream. In dieser Position verantwortet er die Bereiche Finance & Reporting, Project Controlling & Valuation, Back Office, IT, Integration & Organisation, Legal & Compliance, sowie Risk. Darüber hinaus vertritt er in Personalunion als Geschäftsführer sowie CFO der RWE Trading in den Jahren 2007 und 2008 die Bereiche Finance & Reporting, Project Controlling & Valuation, Back Office und IT.

Günthers Laufbahn im RWE-Konzern geht weiter. Von 2008 bis 2012 leitet er als Geschäftsführer und CFO der RWE Supply& Trading die Bereiche, Finance, Risk, Back Office, Project Valuation & Control, IT, Legal & Compliance sowie Business Change Management . Im Juli 2012 steigt er in den Konzernvorstand auf und wird im Januar 2013 zum Finanzvorstand ernannt. Im Zuge der Aufspaltung des Energiekonzerns wird Günther im April 2016 CFO der RWE-Tochter Innogy, in der vor allem das Geschäft mit erneuerbaren Energien gebündelt wird. Die RWE-Finanzen übernimmt nach dem Innogy-IPO im Oktober des gleichen Jahres Markus Krebber.

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Umfangreiche Ermittlungen bleiben ohne Erfolg

Die Ermittler haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen erheblichen Aufwand betrieben, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. So wurden Günther, seine Familie sowie Kollegen des CFOs befragt. Zudem wurden unter anderem Aufnahmen von privaten Überwachungskameras überprüft, um mögliche Fluchtwege der Täter nachvollziehen zu können sowie Ermittlungsexperten hinzugezogen.

Das Ergebnis ist jedoch ernüchternd. „Beweise, die zu einer Identifizierung der Täter geführt hätten, haben die Ermittlungen allerdings nicht erbracht“, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft in Wuppertal. Sobald sich neue Ermittlungsansätze ergeben würden, werde das Verfahren wieder aufgenommen.

Für Günther war es schon das zweite Mal, dass er attackiert wurde: Bereits vor sechs Jahren wurde er ebenfalls beim Joggen zusammengeschlagen. Und auch damals konnten die Hintergründe und die Täter nicht ermittelt werden. Ob die beiden Taten möglicherweise im Zusammenhang miteinander stehen, ist nicht bekannt.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de