Der Innogy-CFO Bernhard Günther hat das Krankenhaus wieder verlassen. Anfang März war er Opfer einer Säureattacke geworden.

Innogy

29.03.18
Wirtschaft

Innogy-CFO Günther nach Säureattacke aus Klinik entlassen

Bernhard Günther ist auf dem Weg der Besserung. Knapp einen Monat nach dem Säureanschlag hat der Innogy-CFO die Klinik verlassen. Die Tathintergründe sind nach wie vor völlig unklar.

Innogy-CFO Bernhard Günther, vor rund einem Monat Opfer eines Säureanschlags geworden, hat das Krankenhaus verlassen und ist wieder zuhause. Das bestätigte die Wuppertaler Staatsanwältin Dorothea Tumeltshammer auf Anfrage. Zuerst darüber berichtet hatte die „Bild“.

Günther soll bald noch einmal näher zum Tathergang befragt werden, so die Staatsanwältin. Erste Angaben hatte der Manager bereits unmittelbar nach der Tat gemacht. Auf eine heiße Spur brachten diese die Ermittler allerdings nicht. Fahndungserfolge konnte die Polizei noch nicht vermelden. Die Ermittlungen liefen „in alle Richtungen“ weiter, hatten die Behörden kürzlich erklärt. Die Hintergründe des Säureanschlags, der Günther Anfang März an seinem Wohnort Haan bei Düsseldorf ereilte, sind nach wie vor völlig unklar.

CFO Bernhard Günther schwebte in Lebensgefahr

Günthers Verletzungen wurden in einer Spezialklinik behandelt, zeitweise schwebte der 51-Jährige in Lebensgefahr. Bei einer ersten Befragung konnte er die beiden Täter nur grob beschreiben. Diese sollen demnach nicht maskiert und etwa zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen sein.

Es war nicht das erste Mal, dass Günther überfallen wurde: Bereits vor sechs Jahren wurde er beim Joggen zusammengeschlagen, die Tat geschah ebenfalls an einem Sonntagmorgen auf einem abgeschiedenen Fußweg. Sie konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Ob sie in Zusammenhang mit dem Säureanschlag steht, ist nicht bekannt.

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Dr. Bernhard Günther, Innogy SE

Von 1993 bis 1998 ist Günther in der Unternehmensberatung McKinsey tätig, zuletzt als Projektleiter, anschließend wechselt Günther zu RWE. Die ersten zwei Jahre arbeitet er als Abteilungsleiter des Konzerncontrollings und wechselt 2001 als Bereichsleiter für Unternehmensplanung und Controlling zu RWE Power. 2005 wird er zum Bereichsleiter Konzerncontrolling von RWE befördert. 2007 bis 2008 ist Günther Geschäftsführer und CFO der RWE Gas Midstream. In dieser Position verantwortet er die Bereiche Finance & Reporting, Project Controlling & Valuation, Back Office, IT, Integration & Organisation, Legal & Compliance, sowie Risk. Darüber hinaus vertritt er in Personalunion als Geschäftsführer sowie CFO der RWE Trading in den Jahren 2007 und 2008 die Bereiche Finance & Reporting, Project Controlling & Valuation, Back Office und IT. Günthers Laufbahn im RWE-Konzern geht weiter. Von 2008 bis 2012 leitet er als Geschäftsführer und CFO der RWE Supply& Trading die Bereiche, Finance, Risk, Back Office, Project Valuation & Control, IT, Legal & Compliance sowie Business Change Management . Im Juli 2012 steigt er in den Konzernvorstand auf und wird im Januar 2013 zum Finanzvorstand ernannt. Im Zuge der Aufspaltung des Energiekonzerns wird Günther im April 2016 CFO der RWE-Tochter Innogy, in der vor allem das Geschäft mit erneuerbaren Energien gebündelt wird. Die RWE-Finanzen übernimmt nach dem Innogy-IPO im Oktober des gleichen Jahres Markus Krebber.

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Innogy steht vor der Zerschlagung

Der Angriff auf den CFO war ein Schock für das Unternehmen, und der Zeitpunkt hätte kaum prekärer sein können. Innogy-Vorstand Hans Bünting hatte bis auf Weiteres kommissarisch die Verantwortung für den Finanzbereich übernommen, nur wenige Tage danach geriet Innogy ins Zentrum eines milliardenschweren M&A-Deals.

Die Innogy-Mutter RWE will die Ökostrom- und Netztochter an den Konkurrenten E.on verkaufen. Im Gegenzug erhält RWE zahlreiche E.on-Aktivitäten und eine Beteiligung an dem Energiekonzern. Im Zuge dessen droht Innogy die Zerschlagung . Die Nachricht traf den erst 2016 von RWE abgespaltenen Konzern völlig überraschend.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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