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19.07.18
Wirtschaft

Kettler meldet wieder Insolvenz an

Der Kettcar-Hersteller Kettler rutscht zum zweiten Mal in die Insolvenz. Dabei war die Einigung mit einem neuen Investor bereits in greifbarer Nähe.

Der Sport- und Freizeitartikelhersteller Kettler hat beim Amtsgericht Arnsberg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Für das Unternehmen aus Ense im Sauerland, das vor allem durch das Kettcar bekannt ist, ist es bereits das zweite Mal. 2015 musste das Unternehmen schon einmal Insolvenz anmelden. Kettler zog danach ein hartes Sanierungsprogramm samt Entlassungen durch.

Doch es folgten neue Probleme – im Herbst 2017 machte sich das Unternehmen schließlich auf die Suche nach einem Investor. Mit Erfolg, wie es zunächst aussah: Im Mai wurden die Gesellschaftsanteile des angeschlagenen Unternehmens an die luxemburgische Finanzholding Altera Capital verkauft. Nur die Unterschrift der Heinz-Kettler-Stiftung fehlte. Sie hat bei dem Unternehmen großen Einfluss, denn sie ist die Rechtsnachfolgerin der 2017 verstorbenen Kettler-Alleinerbin Karin Kettler, wie das „Handelsblatt“ schreibt.


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Keine Einigung zwischen Investor und Kettler-Stiftung

Auf den letzten Metern hakte es jedoch, die Verhandlungen zogen sich immer weiter hin. Wie Kettler nun mitteilte, habe sich die Stiftung als einzige Partei nicht zur Unterstützung des Angebots entschieden. Banken, Mitarbeiter, die Gewerkschaft IG Metall und das Land Nordrhein-Westfalen hätten den Deal dagegen unterstützt, hieß es seitens des Unternehmens.

Zu den Gründen für die Verweigerung der Unterschrift gibt es keine offiziellen Angaben. Laut „WDR“ habe sich die Stiftung jedoch gegen Vorwürfe gewehrt, das Unternehmen fallengelassen zu haben. So habe es nicht an der Stiftung gelegen, dass die Verhandlungen geplatzt seien.

Die Finanzholding in Luxemburg und Zypern hätte demnach von der Stiftung 17 Millionen Euro und die Rechte an der Marke Kettler verlangt, was einem Gesamtwert von 40 Millionen Euro entspreche. Aus dem Verhandlungspapier sei aber nicht hervorgegangen, wie viel der Investor selbst beitragen will.

Kettler plant Sanierungsprozess mit Altera Capital

Kettler hält trotzdem an seinen Plänen mit dem neuen Investor fest: Die Geschäftsführung will die Sanierung nun gemeinsam mit Altera Capital vorantreiben, heißt es in der Mitteilung. Der Investor habe einen zweistelligen Millionenbetrag zugesagt.

Kettler legt einen straffen Zeitplan vor: Im Herbst soll das Verfahren bereits abgeschlossen sein. Nach den Sommerferien will das Traditionsunternehmen die genauen Pläne des Investors vorstellen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de