Iran-Sanktionen für sechs Monate gelockert: Deutsche Exporteure wittern neue Geschäftschancen.

Thinkstock / Getty Images

23.01.14
Wirtschaft

Iran-Sanktionen gelockert: Unternehmen wollen profitieren

Die EU hat am Montag wie erwartet einige Sanktionen für den Iran-Handel gelockert. Zwar bleibt der Zahlungsverkehr weiter beschränkt, Unternehmen und Verbände bewerten den Schritt dennoch positiv.

Es war seit Ende November beschlossen, nun stehen auch die Details: Die EU-Außenminister haben am Montag einige Lockerungen der Iran-Sanktionen bekanntgegeben. Nach Jahren der schrittweisen Verschärfung des Embargos ist dies nun der erste konkrete Schritt hin zu einer Öffnung.

Zwar geht die EU diesen Weg zunächst auf Probe – die Erleichterungen gelten vorerst nur für sechs Monate, doch sie gehen weiter als von einigen erhofft: So erhalten Iraner stufenweise wieder Zugriff auf eingefrorenes Auslandsvermögen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro). Am 1. Februar wird die erste Tranche über 550 Millionen Dollar freigegeben. Außerdem dürfen iranische Unternehmen wieder petrochemische Produkte exportieren, darüber hinaus hat die EU den Goldhandel mit dem Land erlaubt.

Handelskammer: Banken denken wieder um Akkreditive nach

Diese drei Maßnahmen verbessern die Devisensituation des Iran und könnten daher zu einem deutlichen Anstieg der Importe aus Deutschland führen. Lufthansa-Chef Christoph Franz rechnet sich für seine Airline schon neue Geschäftschancen aus – sowohl im Passagier als auch im Frachtbereich: „Deutsche Industriegüter sind im Iran besonders begehrt“, sagte er in einem Interview.

Auch Michael Tockuss, Geschäftsführer der Deutsch-Iranischen Handelskammer, lobt die Lockerungen ausdrücklich: „Sie sind uneingeschränkt positiv zu bewerten. Man darf schließlich nicht vergessen, dass wir nun seit Jahren zum ersten Mal eine konkrete positive Veränderung sehen.“ Er sieht auch, dass sich bereits erste Banken wieder mit Akkreditiven aus dem Iran beschäftigen, auch wenn die Deckung dafür aus Drittländern kommt.

Die Beschränkungen im Zahlungsverkehr mit dem Iran, die den deutschen Exporteuren am meisten Kopfschmerzen bereiten, bleiben dagegen größtenteils bestehen. Hier müssen sich die Unternehmen weiterhin mit dem Weg über Drittländer behelfen. Die Freigabe von iranischen Auslandskonten dürfte ihnen dabei zu pass kommen.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de