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Hawesko findet neuen CFO bei Hermes Deutschland

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Hendrik Schneider wechselt nach über zwei Dekaden im Otto-Konzern zur Weinhandelsgruppe Hawesko. Foto: Hermes
Hendrik Schneider wechselt nach über zwei Dekaden im Otto-Konzern zur Weinhandelsgruppe Hawesko. Foto: Hermes

Auf der Suche nach einem neuen CFO ist Hawesko bei Hermes Germany fündig geworden: Hendrik Schneider wird ab 1. Januar 2024 das Finanzressort der Hamburger Weinhandelsgruppe verantworten.

Damit kann Hawesko rund zehn Monate nach Bekanntwerden des Abgangs von Raimund Hackenberger zum 31. März dieses Jahres einen neuen Finanzchef präsentieren. Thorsten Hermelink, der seit 1. April interimistisch die CFO-Aufgaben innehat, kann sich zeitnah also wieder ganz auf seine Rolle als Vorstandsvorsitzender von Hawesko konzentrieren.

Hawesko muss Prognose für 2023 absenken

Für den Hamburger Premiumweinhändler erweist sich 2023 bislang als durchaus anspruchsvolles Jahr: Aufgrund der anhaltend schlechten Verbraucherstimmung musste Hawesko Mitte Oktober per Ad-Hoc-Mitteilung den Ausblick für das Gesamtjahr absenken. Hinzu kommen ein konjunkturell bedingt langsamerer Turnaround einer österreichischen Tochtergesellschaft sowie eine ungeplante Goodwill-Abschreibung in Millionenhöhe im dritten Quartal.

Insgesamt rechnet der Vorstand für 2023 mit einem Umsatzrückgang um bis zu 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als Hawesko 671,5 Millionen Euro erwirtschaften konnte. Das operative Ergebnis soll dabei in einer Spanne von 32 bis 35 (bisherige Schätzung: 37) Millionen Euro liegen. Abseits der aktuellen Konjunktursorgen sind die Hanseaten aber um weiteres Wachstum bemüht, nicht zuletzt auf Basis internationaler M&ADeals wie dem Mitte 2022 getätigten Zukauf der tschechischen Global Wines & Spirits.

Schneider verfügt über Jahre einschlägiger Erfahrung

Schneider stößt also in herausfordernden Zeiten zu Hawesko. Dass er grundsätzlich das nötige Rüstzeug für die Aufgabe mitbringt, legt sein Werdegang nahe. So hat Schneider in den vergangenen rund fünfeinhalb Jahren als CFO des Logistikspezialisten Hermes Germany fungiert. Die dabei gemachten Erfahrungen sollten ihm bei Hawesko, das sich als integrierter Einzel-, Groß- und Versandhändler für Premiumweine versteht, durchaus nützlich sein.

Dasselbe gilt für seine vorherige Station beim Versandhändler und Hermes-Germany-Mehrheitseigner Otto, der in den vergangenen Jahren bekanntlich einen dynamischen Wandel weg vom analogen Katalog-Geschäft hin zu einer digitalen E-Commerce-Plattform erlebt hat. Für den Hamburger Traditionskonzern ist Schneider seit 2001 aktiv, unter anderem als langjähriger Geschäftsführer der Accounting-Tochter.

Hermes Germany besetzt CFO-Posten intern

Schneiders Nachfolge bei Hermes Germany ist indes bereits geklärt. Wie die Otto-Gruppe mitteilt, wird Alexander Bortel ab 1. Januar der hiesigen Hermes-Finanzabteilung vorstehen. Bortel kommt aus den eigenen Reihen und ist derzeit noch als Division Manager Finance & Controlling aktiv. Nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors Advent hält Otto noch 75 Prozent an Hermes Germany. Das Private-Equity-Haus hatte sich Mitte 2020 eine Beteiligung in Höhe von 25 Prozent gesichert, parallel übernahm Advent 75 Prozent des britischen Geschäfts von Hermes.

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.