Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat die Deutsche Bank zu Geldbußen in Höhe von insgesamt 23,05 Millionen Euro verdonnert. Sanktioniert werden damit drei verschiedene Vergehen.
Die höchste Strafzahlung von 14,8 Millionen Euro wurde wegen Missständen beim Vertrieb von Währungsderivaten in Spanien verhängt. Die Deutsche Bank hat dabei laut Bafin gegen organisatorische Pflichten des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) verstoßen. Das Institut habe zu lange gebraucht, um die Verstöße aufzuklären und Mängel zu beseitigen.
Das Derivategeschäft hatte zuvor schon die spanische Wertpapieraufsichtsbehörde CNMV auf den Plan gerufen. „Das Unternehmen hatte demnach keine angemessenen organisatorischen Vorkehrungen getroffen, um die Aufklärung der Gesetzesverstöße zu beschleunigen und Maßnahmen voranzutreiben, die Abhilfe schaffen“, heißt es in einer Mitteilung der Bafin.
8 Millionen Euro Bußgeld für Postbank
Die weiteren Bußgelder entfallen auf Verstöße bei der Tochter Postbank. Diese hat demnach gegen die Telefonaufzeichnungspflicht bei Wertpapierdienstleistungen verstoßen. Zeitweise sei nicht sichergestellt gewesen, dass telefonische Anlageberatungen aufgezeichnet werden, kreidet die Bafin an.
Daneben seien bei der Postbank auch Anträge zur Kontowechselhilfe in 53 Fällen nicht oder nur verzögert bearbeitet worden. In den beiden Fällen werden Bußgelder in Höhe von 4,6 Millionen Euro und 3,65 Millionen Euro fällig.
Deutsche Bank akzeptiert Strafe der Bafin
Die drei Strafen summieren sich zum zweitgrößten Bußgeldbescheid, den die Bafin jemals ausgestellt hat. Höher war bislang nur eine Strafzahlung aus dem Jahr 2015 in Höhe von 40 Millionen Euro wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention – die ebenfalls die Deutsche Bank berappen musste.
Die Deutsche Bank hat die aktuellen Strafen akzeptiert. Die Gesamtsumme von rund 23 Millionen Euro sei von den bestehenden Rückstellungen abgedeckt und habe keine Auswirkungen auf das Ergebnis im laufenden Jahr, ließ das Institut verlautbaren.
Deutsche Bank ist im Visier der Bafin
Die Bafin hat Deutschlands größte Geschäftsbank wegen Compliance-Fällen seit Jahren im Blick. Im vergangenen Herbst wurde die Deutsche Bank immerhin einen von zwei Sonderbeauftragten der Bafin los, als das Mandat des Sonderbeauftragten für Geldwäscheprävention Ende Oktober 2024 auslief. Diesen hatte die Bafin bereits 2018 zur Deutschen Bank geschickt und das Mandat zuletzt im Februar 2024 nochmals verlängert, um die noch fälligen Nachbesserungen bei der Transaktionsüberwachung zu kontrollieren. Zugleich hatte die Aufsicht dem Institut auch Zwangsgelder angedroht.
Weiterhin bei der Deutschen Bank aktiv ist der Sonderbeauftragte für die Integration von Postbank und DSL Bank. Die Bafin hatte ihn im Herbst 2023 eingesetzt, weil sie das Kundengeschäft nach zahlreichen Beschwerden bei der Postbank erheblich beeinträchtigt sah.
Lena Scherer ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Publizistik, Anglistik und Komparatistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz studiert und nebenbei für verschiedene Redaktionen gearbeitet. Bevor sie zu FINANCE kam, war sie mehr als acht Jahre lang beim Branchen-Fachdienst buchreport aktiv, zuletzt als Co-Chefredakteurin. Dort hat sie unter anderem Marktanalysen vorgenommen sowie die Bereiche Fachinformation, Recht/Wirtschaft/Steuern und Digitales betreut.
