Milliarden-Deal: Hapag-Lloyd übernimmt Reederei ZIM

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Hapag-Lloyd will sich mit einem Zukauf seine Marktstellung sichern. Foto: be free - stock.adobe.com
Hapag-Lloyd will sich mit einem Zukauf seine Marktstellung sichern. Foto: be free - stock.adobe.com

Gestern die Bestätigung, M&A-Verhandlungen zu führen, heute schon die Einigung: Die größte deutsche Containerreederei Hapag-Lloyd will die israelische Reederei ZIM Integrated Shipping Services übernehmen. Das gab das Unternehmen am heutigen Montagnachmittag bekannt. Der Deal soll Hapag-Lloyd der Mitteilung zufolge 4,2 Milliarden Dollar kosten.

ZIM wurde 1945 gegründet, ist an der New Yorker Börse notiert und bedient laut Mitteilung rund 33.000 Kunden in über 300 Häfen weltweit. Hapag-Lloyd will 100 Prozent der ZIM-Aktien für 35 Dollar je Anteilsschein in bar kaufen. Die Containerreederei wurde von Hengeler Mueller in Kooperation mit Cravath, Swaine & Moore LLP aus New York sowie Herzog Fox & Neeman aus Tel Aviv beraten.

Private Equity übernimmt Golden Share

Allerdings gibt es eine Besonderheit: Der Staat Israel hat bei ZIM umfangreiche Sonderrechte für Notfälle. Für den sogenannten ‚Golden Share‘, den Staatsanteil des Staates Israel, ist deshalb eine Sonderlösung geplant. Hierfür wird eine neue Containerreederei mit Fimi Opportunity Funds, einem israelischen Private-Equity-Fonds, als Eigentümer gegründet.

Die von Fimi kontrollierte neue Gesellschaft beheimatet 16 Schiffe und soll für den Golden Share sowie die Marke ZIM verantwortlich sein. Der Abschluss der beabsichtigten Transaktionen steht unter anderem unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre von ZIM sowie der zuständigen Aufsichtsbehörden. Pikant an dem Deal: Der Staatsfonds von Katar hält zwölf Prozent, der Staatsfonds von Saudi Arabien hält zehn Prozent der Anteile an Hapag-Lloyd. Katar gilt als einer der Hauptfinanziers der israelfeindlichen Terrororganisation Hamas.

Hapag-Lloyd auf Wachstumskurs

Mit dem Deal will Hapag-Lloyd sich die Position als fünftgrößte Reederei weltweit sichern. Die Kapazitäten lägen damit laut Hapag-Lloyd bei 400 Schiffen, einer Containerkapazität von mehr als 3 Millionen TEU und einem jährlichen Transportvolumen von mehr als 18 Millionen TEU.

Derzeit verfügt die Reederei eigenen Angaben zufolge über eine Flotte von 305 Containerschiffen und einer Gesamttransportkapazität von 2,5 Millionen TEU und bedient mehr als 600 Häfen weltweit.

Hapag-Lloyd-CEO, Rolf Habben Jansen verspricht sich viel von dem Deal: „Kunden können von einem deutlich stärkeren Netzwerk in den Fahrtgebieten Transpazifik-, Intra-Asien, Atlantik, Lateinamerika und Östliches Mittelmeer profitieren.“

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.

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