BCG gründet neues Team für Interims Management

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken
Boston Consulting startet in Deutschland ein Team von Interim Managern und verspricht, die Liquidität von Unternehmen schnell zu verbessern. Foto: JHVEPhoto – stock.adobe.com
Boston Consulting startet in Deutschland ein Team von Interim Managern und verspricht, die Liquidität von Unternehmen schnell zu verbessern. Foto: JHVEPhoto – stock.adobe.com

Die Boston Consulting Group (BCG) hebt ein neues Team aus der Taufe, das sich auf Interim Management in Vorstands- oder Geschäftsführungsrollen spezialisiert. Ziel der Unternehmensberatung ist es, schnelle und umsetzungsorientierte Ergebnis- und Liquiditätsverbesserungen anzubieten. Das neue Angebot „Rapid Value & Cash“ (RVC) richtet sich vornehmlich an Private Equity-Portfoliounternehmen und mittelständische Betriebe.

BCG startet mit der neuen Gruppe zunächst in Deutschland. Sie umfasst zum Start rund ein Dutzend Beraterinnen und Berater – Manager mit konkreter Erfahrung in Unternehmen und BCG-Experten, die stark mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten sollen. Das Team ist in der Praxisgruppe Transform angesiedelt, die in der BCG-Region Zentraleuropa der Senior Partner Jochen Schönfelder leitet.

BCG will schnelle Verbesserung der Finanzlage

Das neue Interim Management-Angebot ist darauf ausgerichtet, innerhalb von sechs bis neun Monaten die Finanzlage eines Unternehmens zu verbessern, sagte Schönfelder bei einem Pressetermin: „Wir wollen sehr schnell an Cash, Sach- und Personalkosten ran.“ Als Beispiel nannte Michael Birgl, Chef von BCG in Zentraleuropa, Projekte, in denen eine Beteiligungsgesellschaft den Ausstieg aus einem Portfoliounternehmen anstrebt.

Dagegen richte sich RVC bewusst nicht an Unternehmen, denen eine Restrukturierung ins Haus steht, und stelle keine Chief Restructuring Officer (CRO), erklärte Schönfelder weiter. Er strebt mittelfristig an, das Team auf rund 100 Beraterinnen und Berater auszubauen. Nach dem Start in Deutschland will BCG mit dem Interim Management als nächstes in Frankreich an den Markt zu gehen.

BCG wächst in Deutschland deutlich

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte BCG weltweit einen Umsatz von 14,4 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 12,3 Milliarden Euro). Das ist ein Plus von rund 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 33.500. Der Umsatz in Deutschland legte ebenfalls zu, Michael Birgl sprach von einem Zuwachs im hohen einstelligen Bereich. Als Wachstumstreiber im globalen Beratungsgeschäft führte das Consulting-Haus Tech- und KI-Projekte an. Auf sie entfielen nach Unternehmensangaben mehr als 40 Prozent des Umsatzes. Allein das Geschäft mit KI-Transformation sei 2025 um ein Viertel gewachsen.

Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.