Restrukturierungs-News: RSM Ebner Stolz, Gerloff Liebler, Mass + Ross

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Infrastrukturunternehmen profitieren Creditreform zufolge in volatilen Wirtschaftszeiten unter anderem von hohen Eintrittsbarrieren. Foto: stock-adobe.de - tunedin
Infrastrukturunternehmen profitieren Creditreform zufolge in volatilen Wirtschaftszeiten unter anderem von hohen Eintrittsbarrieren. Foto: stock-adobe.de - tunedin

Marc Oberhardt wird neuer Partner bei RSM Ebner Stolz

RSM Ebner Stolz hat Anfang Mai seine Praxis im Bereich Restrukturierung und Insolvenzrecht mit Marc Oberhardt verstärkt. Er kommt von McDermott Will & Schulte, wo er 13 Jahre als Partner tätig war, und wird vom Standort Düsseldorf aus tätig sein. Oberhardt bringt umfassende Erfahrung in der Beratung von mittelständischen sowie national und international tätigen Unternehmen in Krisensituationen mit. Sein Fokus liegt auf Insolvenzrecht, Gesellschaftsrecht und der Gestaltung komplexer Sanierungsszenarien.

Gerloff Liebler expandiert mit Römermann-Juristinnen

Die Restrukturierungs- und Insolvenzrechtskanzlei Gerloff Liebler expandiert in den Norden und eröffnet neue Büros in Hamburg und Berlin. Die Kanzlei hat Friederike Engelmann-Matz gewonnen, um den Ausbau der neuen Standorte zu leiten. Engelmann-Matz bringt umfangreiche Erfahrung aus verschiedenen Branchen mit und war zuvor bei Römermann tätig, wo sie ebenfalls für die Entwicklung der Standorte Hamburg und Berlin verantwortlich war. Michaela Kettner, ebenfalls von Römermann, verstärkt das Team in Berlin.

Mit den neuen Büros in Hamburg und Berlin ist Gerloff Liebler nun an vier Standorten in Deutschland vertreten, einschließlich des Hauptsitzes in München und einem Büro in Villingen-Schwenningen.

Maas + Ross von Schweizern aufgekauft

Der Lichtwerbe- und Beschilderungssystemanbieter Maas+Roos Signage aus Hilpoltstein hat nach einem Liquiditätsengpass ein Eigenverwaltungsverfahren angestoßen und im Rahmen dessen einen Investor gefunden. Käufer ist die Schweizer Gesellschaft Richnerstutz, die Werbe- und Kommunikationsmaßnahmen im Außen- und Innenbereich anbietet. 140 Arbeitsplätze bleiben erhalten. Pluta begleitete den M&A-Prozess, der nun im Rahmen eines Insolvenzplans umgesetzt wird. Die Gläubiger stimmten dem Plan einstimmig zu. Als Sachwalter agierte Joachim Exner (Dr. Beck & Partner).

Infrastrukturunternehmen zeigen sich stabil

Der erstmals veröffentlichte Infrastructure Monitor von Creditreform Rating zeigt, dass Infrastrukturunternehmen in Deutschland über den Konjunkturzyklus hinweg niedrigere Ausfallraten aufweisen als die Gesamtwirtschaft. Im Jahr 2025 lag die Ausfallrate des Infrastruktursektors bei 1,17 Prozent, während die gesamtwirtschaftliche Quote 1,88 Prozent betrug.

Besonders stabile Risikoprofile zeigen klassische Energy- und Utilities-Segmente wie Strom-, Gas- oder Wasserversorgung. Diese Geschäftsmodelle profitieren laut Creditreform von hoher Systemrelevanz, planbaren Nachfrageprofilen, hohen Eintrittsbarrieren sowie anreizregulierten und langfristig abgesicherten Erlösstrukturen.

Im Gegensatz dazu entwickeln sich digitale Infrastruktur- und Transportsegmente zyklischer. Telekommunikation, Informationsdienstleistungen und Teile des Transportsektors sind sensibler gegenüber Wettbewerbsdruck, Refinanzierungskosten und hohen Investitionsanforderungen. Auch Health- und Social-Infrastrukturen stehen unter Druck durch steigende Personal-, Energie- und Finanzierungskosten.

Die wachsende Bedeutung von Infrastruktur als eigenständige Anlageklasse erfordert spezialisierte Kredit- und Risikoanalysen, um den steigenden Investitionsbedarf zu decken. „Für Banken, institutionelle Investoren und alternative Finanzierungspartner wird die differenzierte Bewertung infrastruktureller Geschäftsmodelle zunehmend wichtiger“, so Benjamin Mohr, Mitglied der Geschäftsleitung der Creditreform Rating. „Entscheidend sind Marktstruktur, Cashflow-Qualität, Refinanzierungsfähigkeit und regulatorische Rahmenbedingungen – nicht allein die Zugehörigkeit zum Infrastruktursektor.“

RLE findet indischen Investor

Das Ingenieursspezialist für Mobilitätslösungen, RLE International, wurde nach einem Eigenverwaltungsverfahren an einen indischen Investor verkauft. Das Unternehmen, das seinen Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Overath hat, beschäftigt rund 1.400 Mitarbeitende weltweit, darunter in China, Indien sowie den USA, und ist vor allem in den Bereichen Automotive und E-Mobilität tätig. Käufer ist die Sacha-Gruppe, ein strategischer Investor, der auf Engineering-Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Automotive, Luft- und Raumfahrt, Schienenfahrzeuge und Industrieanlagen, spezialisiert ist.

Das Verfahren, das am 1. Dezember 2025 eröffnet wurde, beinhaltete einen strukturierten M&A-Prozess, der von Aderhold geleitet und von Thomas Ellrich (Voigt Saulus) als Sachwalter unterstützt wurde. Die Transaktion umfasste mehrere Jurisdiktionen und kombinierte Asset- und Share-Deals und wurde von der M&A-Beratung Argon & Co. begleitet.

Zukunft von Stöger Automation gesichert

Der bayerische Maschinenbauer Stöger Automation, spezialisiert auf Schraub- und Montagetechnik für die Automobilindustrie, musste im September 2025 aufgrund der Krise in der Automobilindustrie Insolvenz anmelden. Nun konnte ein Investor gefunden werden. Die Böllhoff-Gruppe aus Bielefeld, die in 26 Ländern über 3.300 Mitarbeitende beschäftigt, setzte sich im Investorenprozess durch und übernimmt den Standort in Königsdorf, der nun als Böllhoff Stöger Schraubtechnik firmiert. Baker Tilly begleitete den Prozess mit Andreas Fröhlich und Paul Margolin, während Stephan Zuber und Till Werner die Vertragsverhandlungen führten.

Antriebstechnik Saftig saniert sich

Der Maschinen- und Elektromaschinenbauer Saftig saniert sich über ein Insolvenzverfahren. Als Grund dafür wird die allgemein schwierigen Marktlage der Industrie genannt, die aufgrund schwacher Nachfrage in den Bereichen Automotive, Stahlbau und im Bauwesen, hohe Energie- und Personalkosten sowie zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck entstanden ist.
Das Amtsgericht Mayen hat Jens Lieser (Lieser Rechtsanwälte) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das Familienunternehmen beschäftigt 110 Mitarbeiter an drei Standorten.

Mäc-Geiz meldet Insolvenz an

Kurz nach der Übernahme durch die Kodi-Gruppe geht der ostdeutsche Nonfood-Discounter Mäc-Geiz in ein eigenverwaltetes Insolvenzverfahren. Verfahrensbevollmächtigter ist die Kanzlei Andres Partner, als Sachwalter agiert Lucas Flöther (Flöther Wissing), was aus dem Insolvenzregister hervorgeht. Der Discounter soll in finanzielle Schieflage geraten sein. Dennoch läuft der Betrieb in den 180 Filialen vorerst weiter. Die Konsumzurückhaltung und die Kündigung der Warenkreditversicherung werden Medienberichten zufolge als Hauptgründe für die finanzielle Schieflage genannt.

ABC Land- und Baumaschinen gerettet

Das Handels- und Serviceunternehmen für Land‑, Bau‑, Kommunal- und Reinigungstechnik sowie Fahrräder und E‑Bikes, Clemens Hoping, übernimmt im Rahmen einer übertragenden Sanierung die Vermögenswerte von des insolventen Landmaschinenherstellers ABC Land- und Baumaschinen. Das geht aus einer Mitteilung hervor. Konzipiert und umgesetzt wurde das Bieterverfahren von einem Team um Jan Duisberg (Auxil Management). Die Übernahme sichert alle 120 Arbeitsplätze an allen sechs Standorten. Der Sachwalter Moritz Sponagel (Dr. Sponagel) bestätigt die Zustimmung des Gläubigerausschusses.

Info

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.