Die neue Führungsstruktur bei dem Gaseproduzenten Messer steht. Neuer CFO ist seit dem 1. September Sven Wildner, der vom Schweizer Industriemineralienkonzern Omya kommt. Wildner folgt auf Helmut Kaschenz, dessen Ausscheiden bereits im Februar dieses Jahres kommuniziert wurde.
Sein Nachfolger Wildner soll auf der Arbeit von Kaschenz aufbauen. „Sven Wildner wird uns dabei unterstützen, weiter profitabel zu wachsen und unsere Finanzorganisation gezielt für die Herausforderungen einer zunehmend dynamischen Geschäftswelt weiterzuentwickeln“, kommentierte Messer-CEO Peter Mohnen den Wechsel.
Der Ex-Finanzchef Kaschenz hatte die Funktion Anfang 2022 übernommen, nachdem er bereits seit April 2021 als Chief Strategy Officer für Messer tätig gewesen war. Unter seiner Führung stellte der Konzern wesentliche Teile seiner Finanzierungs- und Eigentümerstruktur neu auf. Dazu gehörten der Rückkauf der von dem Private-Equity-Investor CVC Capital Partners gehaltenen Anteile an Messer Industries, die Integration des Geschäfts in die Gruppe sowie der Einstieg des singapurischen Staatsfonds GIC als Minderheitsinvestor. Zudem trieb Kaschenz die Professionalisierung der globalen Finanzorganisation und den Ausbau des Kapitalmarktzugangs voran, heißt es aus dem Unternehmen.
Vom Siemens-Manager zum Messer-CFO
Bei seiner Aufgabe kann der neue CFO auf seine langjährige Erfahrung zurückgreifen. Seine berufliche Laufbahn begann Wildner bei Siemens, wo er zwischen 1999 und 2011 verschiedene Führungsfunktionen innehatte. Dort arbeitete er unter anderem in den Bereichen Unternehmensfinanzen sowie M&A und bekleidete internationale Managementpositionen in Europa und den USA.
Seit 2012 war Wildner CFO und Vorstandsmitglied bei dem Schweizer Unternehmen Omya. Das Familienunternehmen ist weltweit im Geschäft mit Industriemineralien und Chemiedistribution aktiv. Seine Erfahrung bei der Finanzierung und Steuerung eines international aufgestellten Industriekonzerns dürfte auch für Messer von Bedeutung sein.
Messer baut seine Führungsspitze um
Der CFO-Wechsel erfolgt im Zuge einer breiteren Neuaufstellung der Unternehmensführung. Im Mai war bekannt geworden, dass innerhalb kurzer Zeit drei der fünf Vorstandsmitglieder das Unternehmen verlassen werden: CEO Bernd Eulitz, CFO Helmut Kaschenz und Europa-Chefin Virginia Esly. Inzwischen hat Messer die Nachfolge geregelt: Die Konzernführung hat mit Peter Mohnen den früheren Vorstandschef des Roboterherstellers Kuka übernommen, während Matthias Thiele, langjähriger Manager aus den eigenen Reihen, die Verantwortung für das Europageschäft innehat. Zudem wurde der Vorstand von fünf auf drei Mitglieder verkleinert.
Die neue Führungsmannschaft übernimmt ein wirtschaftlich solides Unternehmen. 2025 erzielte Messer einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro bei einem Ebitda von 1,4 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge lag unverändert bei 31 Prozent, während die Nettoverschuldung von 3,6 auf 3,2 Milliarden Euro zurückging.
Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.
