Bayer legt mit Milliardensumme am Hybridmarkt nach
Bayer hat neue Hybridanleihen über insgesamt 2 Milliarden Euro platziert. Das Gesamtvolumen der ausstehenden Hybridanleihen steigt damit auf 6,55 Milliarden Euro. Die Erlöse sollen für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Das teilte der Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern mit.
Konkret verteilt sich die Platzierung auf zwei Tranchen über jeweils 1 Milliarde Euro. Beide Anleihen haben formal eine Laufzeit von 30 Jahren, können von Bayer aber deutlich früher erstmals zurückgezahlt werden. Die erste Tranche ist mit einem Kupon von 5,75 Prozent ausgestattet und kann erstmals nach sechs Jahren gekündigt werden. Die zweite Tranche hat einen Kupon von 6,25 Prozent; hier liegt der erste Kündigungstermin nach neun Jahren.
Die Transaktion reiht sich ein in eine aktive Kapitalmarktphase bei Bayer: In den vergangenen Monaten hatte sich der Konzern bereits 3 Milliarden Euro Eigenkapital von Apollo gesichert und Anleihen über 5 Milliarden US-Dollar platziert. Die neuen Hybridanleihen werden von den Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch zur Hälfte als Eigenkapital angerechnet. Begleitet wurde die Emission von BofA Securities und Deutsche Bank als Global Coordinators sowie weiteren Banken als Active Bookrunners.
ZF räumt mit neuer Anleihe Fälligkeiten ab
Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen hat eine Anleihe über 750 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe läuft viereinhalb Jahre und ist mit einem Kupon von 5,75 Prozent ausgestattet. Nach Angaben des CFOs Michael Frick lag das Orderbuch in der Spitze bei mehr als 2,1 Milliarden Euro.
Parallel zur Neuemission hat ZF ein Rückkaufangebot für ausgewählte Euro-Anleihen mit Fälligkeiten in den Jahren 2027 und 2028 gestartet. Durch die Marktreaktion konnte der Konzern nach eigenen Angaben vorzeitig 750 Millionen Euro an bevorstehenden Fälligkeiten aus seinem Anleiheprofil herausnehmen.
Mit den Transaktionen will ZF sein Fälligkeitsprofil weiter glätten, die Refinanzierungsposition stärken und die finanzielle Flexibilität erhöhen. Rückenwind kam dabei auch von jüngsten positiven Ratingausblicken von Moody’s und S&P. Die Wirtschaftskanzlei Freshfields hat ZF bei der Transaktion beraten.
DTCP sammelt 455 Millionen für Defence-Fonds ein
DTCP hat das First Closing seines neuen Defence Fund I bei 455 Millionen Euro erreicht. Das teilte der aus dem Umfeld der Deutschen Telekom hervorgegangene Investmentmanager mit. Zu den Investoren des Fonds gehören unter anderem Deutsche Telekom, Porsche SE, Eifo, Danica und Smartcap.
Der Fonds soll in europäische Defence-Tech-Unternehmen investieren, vor allem ab der Series-B-Phase. Im Fokus stehen Technologien, die Europas Verteidigungsfähigkeit und Sicherheit stärken sollen. Dazu zählen Künstliche Intelligenz, autonome Systeme, Cyberabwehr, sichere Kommunikation und Raumfahrttechnologien.
Für den neuen Fonds hat DTCP ein spezialisiertes Investmentteam aufgebaut und bereits erste Investments getätigt. Investiert wurde etwa in Six Robotics, ein norwegisches Defence-Tech-Unternehmen für autonome Systeme, sowie in die britische Kraken Technology Group, die unbemannte maritime Plattformen entwickelt und produziert. Ein weiteres Investment steht nach Angaben von DTCP kurz vor dem Abschluss.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Forvia Hella hat eine Anleihe über 300 Millionen Euro platziert. Das teilte der Autozulieferer aus Lippstadt mit. Die Anleihe läuft bis September 2030 und ist mit einem Kupon von 5,25 Prozent ausgestattet. Den Erlös will Forvia Hella zur Refinanzierung eines im Januar 2027 fälligen Bonds über 500 Millionen Euro verwenden. Die Wirtschaftskanzlei Freshfields hat das Unternehmen bei der Emission beraten.
Der österreichische Baukonzern Porr hat eine Hybrid-Wandelschuldverschreibung über 150 Millionen Euro platziert. Die tief nachrangige Anleihe ist unbefristet, kann aber bis zum ersten Zinsanpassungstag in neue oder bestehende Porr-Aktien gewandelt werden. Bis September 2031 ist sie mit 2,75 Prozent verzinst. Den Nettoerlös will das Unternehmen für mehr finanzielle Flexibilität, organisches und mögliches anorganisches Wachstum sowie allgemeine Unternehmenszwecke einsetzen.
Die Schweizer Immobiliengesellschaft Cham Swiss Properties hat eine Anleihe über 100 Millionen Schweizer Franken platziert, umgerechnet rund 107 Millionen Euro. Die festverzinsliche Anleihe läuft fünf Jahre und ist mit einem Kupon von 1,6 Prozent ausgestattet. Den Erlös will Cham Swiss Properties für Investitionen in das bestehende Entwicklungsportfolio und anstehende Bauprojekte sowie zur Rückführung kurzfristiger Kredite einsetzen. Begleitet wurde die Platzierung von Zürcher Kantonalbank, Basler Kantonalbank und Luzerner Kantonalbank.
Katjes Greenfood will eine neue Unternehmensanleihe über bis zu 40 Millionen Euro begeben. Das teilte die Beteiligungsgesellschaft der Katjes-Gruppe mit, die in Wachstumsunternehmen der Food-Branche investiert. Die neue Anleihe läuft fünf Jahre bis 2031 und soll mit 7,75 bis 8,5 Prozent verzinst werden. Die Emission umfasst ein öffentliches Angebot, eine Privatplatzierung sowie Umtauschangebote für bestehende Gläubiger der Anleihe 2022/2027 und eines Crowdfunding-Nachrangdarlehens. Begleitet wird die Transaktion von ABG Sundal Collier und Montega Markets.
Das Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig (NZWL) will eine Anleihe über bis zu 15 Millionen Euro begeben. Das Leipziger Unternehmen entwickelt und produziert Getriebeteile und Antriebskomponenten für die Automobilindustrie. Die neue Anleihe läuft fünf Jahre bis 2031 und ist mit einem Kupon von 9,875 Prozent ausgestattet. Die Begebung soll über ein Umtauschangebot für bestehende Anleihegläubiger, ein öffentliches Angebot sowie eine Privatplatzierung erfolgen. Den Emissionserlös will NZWL für Wachstum, neue Produkte im Bereich Hybrid- und alternative Antriebe sowie E-Mobilität einsetzen.
Ground A hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 9,1 Millionen Euro eingesammelt. Das deutsche Defence-Tech-Start-up mit Standorten in Berlin und Düsseldorf entwickelt software- und laserbasierte Systeme zur Drohnenabwehr. Angeführt wurde die Runde von Vsquared Ventures; weitere Investoren beteiligten sich ebenfalls. Mit dem Kapital will Ground A seine Drohnenabwehr-Technologie weiter erproben, zur Serienreife bringen und eine modulare Produktion in Deutschland aufbauen. Die Wirtschaftskanzlei GvW Graf von Westphalen hat Vsquared Ventures bei der Finanzierungsrunde beraten.
Rating-Meldungen
S&P bewertet Bayer weiterhin mit „BBB/A-2“, der Ausblick ist negativ. Die nachrangigen Hybridanleihen bewertet S&P mit „BB+“.
Moody’s hat den Ausblick für ZF von negativ auf stabil angehoben. Das Unternehmensrating bleibt bei „Ba2“.
Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.
