Amprion platziert grüne Bonds über 1,5 Milliarden Euro
Amprion hat grüne Anleihen über insgesamt 1,5 Milliarden Euro platziert. Mit der Emission ist der Finanzierungsbedarf gedeckt, den der Übertragungsnetzwerkbetreiber im laufenden Jahr 2026 über Anleihen einwerben wollte. Die Erlöse sollen laut dem Dortmunder Konzern ausschließlich in nachhaltige Projekte zum Aus- und Umbau des Übertragungsnetzes fließen.
Die Emission verteilt sich auf zwei Tranchen über jeweils 750 Millionen Euro. Die erste Tranche läuft sechs Jahre und ist mit einem Kupon von 4,398 Prozent ausgestattet. Die zweite Tranche hat eine Laufzeit von zehn Jahren und einen Kupon von 4,838 Prozent. Die Anleihen wurden im Rahmen des 25 Milliarden Euro umfassenden Anleiheprogramms von Amprion begeben und sollen am Euro MTF-Markt der Luxemburger Börse notieren.
Die Mittelverwendung richtet sich nach dem Green Finance Framework von Amprion. Es wurde nach den Green Bond Principles erstellt und von Sustainalytics mit einer Second Party Opinion bestätigt. Begleitet wurde die Emission von Bank of America, BNP Paribas und ING als globale Koordinatoren. Bayerische Landesbank, Crédit Agricole, DZ Bank und Helaba agierten als Active Bookrunner. Für die Anleihen erwartet Amprion Ratings von „Baa2“ durch Moody’s und „A-“ durch Fitch.
Rheinmetall stockt Kreditlinie auf 1,5 Milliarden Euro auf
Rheinmetall hat seine syndizierte Kreditlinie vorzeitig erneuert und deutlich aufgestockt. Das Volumen steigt von bislang 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro, wie der Düsseldorfer Rüstungskonzern mitteilte. Die neue Kreditlinie ersetzt die bisherige Fazilität und steht für allgemeine Unternehmenszwecke zur Verfügung.
Im Zuge der Transaktion hat Rheinmetall auch seinen Kernbankenkreis neu aufgestellt und um internationale Bankpartner erweitert. Mit der höheren Kreditlinie will der Konzern seine Finanzierungsbasis verbreitern und sich zusätzlichen finanziellen Spielraum sichern.
Die Erneuerung folgt auf eine Anleiheemission über 500 Millionen Euro, die Rheinmetall im Mai am Kapitalmarkt platziert hatte. Damit baut der Konzern seine Finanzierungsstruktur in mehreren Schritten aus.
1&1 baut konzerninterne Schulden ab
United Internet stärkt die Eigenkapitalbasis ihrer Tochter 1&1 über eine Sachkapitalerhöhung. Das teilte der Internetkonzern mit. United Internet bringt dafür eine Darlehensforderung gegen 1&1 Versatel in Höhe von rund 850,2 Millionen Euro in die börsennotierte 1&1 ein.
Im Gegenzug erhöht 1&1 ihr Grundkapital um 20 Prozent. Das Bezugsrecht der übrigen Aktionäre ist ausgeschlossen, die neuen Aktien gehen an United Internet. Eine Directors’-Dealings-Meldung nennt 35,35 Millionen neue 1&1-Aktien zu einem rechnerischen Ausgabepreis von 24,05 Euro je Aktie.
Für 1&1 ist die Transaktion vor allem ein Bilanz- und Konzernfinanzierungsschritt. Die Einbringung der Darlehensforderung stärkt die Eigenkapitalbasis und vereinfacht zugleich die konzerninterne Finanzierungsstruktur. Frisches Kapital von außen fließt 1&1 dabei nicht zu.
Die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller hat United Internet bei der Transaktion beraten.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Die Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK) hat ihre zweite ABS-Transaktion des Jahres 2026 am Kapitalmarkt platziert. Die Bank finanziert Absatz- und Fahrzeugfinanzierungen für den deutschen Kfz-Handel. Wegen hoher Nachfrage institutioneller Investoren wurde das Volumen von ursprünglich 520 Millionen Euro auf 650 Millionen Euro erhöht. Je nach Tranche war die Transaktion 1,3- bis 6-fach überzeichnet. Begleitet wurde die Platzierung von Société Générale als Arranger und Lead Manager.
Lenzing startet eine vollständig garantierte Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten und will damit brutto rund 300 Millionen Euro einnehmen. Das teilte der österreichische Faserhersteller mit. Der Bezugspreis liegt bei 8,65 Euro je neuer Aktie; für jeweils zehn bestehende Aktien können Aktionäre neun neue Aktien beziehen. Mit dem Eigenkapital will Lenzing seine finanzielle Basis stärken. Die Wirtschaftskanzlei Linklaters berät das Unternehmen bei der Kapitalerhöhung.
Maxsolar hat eine HoldCo-Fremdfinanzierung über 155 Millionen Euro abgeschlossen. Das teilte der Erneuerbare-Energien-Entwickler und -Betreiber aus Traunstein mit. Die Finanzierung wird von Fonds bereitgestellt, die von Copenhagen Infrastructure Partners verwaltet werden. Maxsolar will damit bestehende Finanzierungen auf Holdingebene refinanzieren und zusätzlich den Ausbau eines Portfolios aus Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekten in Deutschland vorantreiben. Latham & Watkins hat Maxsolar bei der Transaktion beraten.
Namespace hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 37 Millionen Euro eingesammelt. Das Zürcher Softwareunternehmen entwickelt eine Plattform für schnelle Entwicklungs-, Build- und Testumgebungen für Mac, Windows und Linux. Angeführt wurde die Runde von Scale Venture Partners; außerdem beteiligten sich 20VC, NEA, Essence, Burst Capital und mehrere Business Angels. Mit dem Kapital will Namespace die Produktentwicklung beschleunigen und seine Rechenzentren ausbauen.
The Naga Group will eine Wandelschuldverschreibung über 8 Millionen US-Dollar begeben, umgerechnet rund 7 Millionen Euro. Das teilte das Hamburger Fintech mit. Die Anleihe läuft drei Jahre und ist mit einem Kupon von 8 Prozent ausgestattet. Sie wird im Rahmen einer Privatplatzierung vollständig von zwei institutionellen Investoren unter Führung von Presto Asset aus Singapur gezeichnet. Die Begebung ist für den 15. Oktober geplant.
Rating-Meldungen
Moody’s hat die „A3“-Ratings von Knorr-Bremse bestätigt. Der Ausblick bleibt stabil.
Moody’s hat die neuen besicherten Kreditfazilitäten von Cheplapharm mit „B2“ bewertet. Der Ausblick ist positiv.
Fitch hat das Standalone-Rating der Nord/LB von „bbb-“ auf „bbb“ angehoben. Das langfristige Rating wurde mit „AA-“ bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.
